Strahlende Sieger im Bezirk Tulln. Die NÖN-Sportler des Jahres 2020 heißen Jennifer Klein (Fußball) und Thao Nowak (Tischtennis).

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 04. März 2021 (10:41)

Gestern Malta, heute Tulln, morgen Schweden. Jennifer Klein, frisch gebackene NÖN-Bezirkssportlerin des Jahres 2020, reiste in den letzten Tagen durch halb Europa. Eben erst vom Trainingslager des Damen-Nationalteams heim gekehrt, ging es am Dienstag weiter nach Malta – zu St. Pöltens Gegner im Championsleague-Achtelfinale FC Rosengard. Dort und beim Rückspiel am 10. März in St. Pölten kommt es zum Wiedersehen mit Caroline Seger. Auf Schwedens Rekordteamspielerin ist Jenny Klein mit Österreich auch schon auf Malta getroffen. „Ich bin beim Stand von 1:5 eingewechselt worden. Es war für mich sehr schwierig reinzukommen. Aber ich habe mich total gefreut, wieder im Nationalteam dabei sein zu dürfen“, so die 21-jährige Comebackerin, die ihr letztes Länderspiel am 3. September 2019 bestritten hatte.

Am Mittwoch trifft Jenny Klein mit dem SKN auf Rosengard. „Gegen die körperlich starken Schwedinnen wird es schwer zu verteidigen. Wir gehen aber mit breiter Brust ins Spiel, werden alles raushauen.“

Die gewonnene Wahl ist für die Tullnerin eine Extra-Motivation. „Dass ich Sportlerin des Jahres geworden bin, freut mich sehr, ich hätte nicht damit gerechnet. Danke an alle, die für mich gestimmt haben, insbesondere an meine Familie!“

Einer von Österreichs Besten seines Jahrgangs

Thao Nowak zählt zu den talentiertesten Tischtennis-Spielern seines Jahrgangs (2009). Im aktuellen Ranking steht er an vierter Stelle. Im Vorjahr wurde er U-11-Landesmeister – für ihn sein bislang größer Erfolg und seinen Verein eine Premiere. Für den TTV Tulln handelte es sich um den ersten Jugend-Einzel-Titel in der Vereinsgeschichte.

Gut 30 Pokale bzw. Medaillen hat er in seiner noch jungen Karriere bereits gewonnen. Die Auszeichnung zum NÖN-Sportler des Jahres wird einen Ehrenplatz bekommen. „Danke an alle, die für mich gestimmt haben. Es war für mich wie ein Wettkampf, der erste seit langem. Allein dieses Gefühl war schon sehr schön.“

Thao trainiert pro Woche 15 Stunden, 14 davon steht er an der Platte. Mit sechs Jahren hat er begonnen, Tischtennis zu spielen. Zunächst mit Luftballons. Sein großes Vorbild ist Tomokazu Harimoto, ein japanisches Wunderkind im Tischtennis, das mit 15 Jahren Dritter der Weltrangliste war. Thaos Schlägermodell ist nach Harimoto benannt, und wie der Japaner spielt er mit der schwarzen Schlägerfläche die Vorhand.

Für den weiteren Verlauf seiner Karriere hat sich Thao ehrgeizige Ziele gesteckt. „Ich möchte ins Jugendnationalteam kommen, an einer EM teilnehmen und später in der 1. Bundesliga spielen.“

Der Elf-Jährige ist nicht nur ein ehrgeiziger Sportler, sondern auch sehr guter Schüler. Der 2.-Klassler des BG/BRG Klosterneuburg hatte in der Schulnachricht lauter Sehr gut. Seine Lieblingsfächer? „Englisch und Geschichte.“

„In einem Jahr schlage ich den Papa“

Sein Vater Christian spielt seit dieser Saison für den TTV Tulln Meisterschaft (in der Oberliga). Wie lange es noch dauern wird, bis ihn der Filius am Tischtennistisch besiegen wird? „Mitunter passiert es jetzt schon, aber in einem Jahr sollte es wirklich soweit sein“, schmunzelt Thao.

Am 6./7. März findet in Salzburg das Österreichische Top-Ten-Turnier der Altersklasse U 13 statt. Thao Novak ist neben den Klubkollegen Nina und Patrick Skerbinz eines von drei TTV-Tulln-Talenten, die an den Start gehen. „Ich bin einer der jüngeren Teilnehmer und muss deshalb keinen Pokal gewinnen. Ich freue mich sehr, dass ich seit langem wieder ein Turnier spielen darf.“