Ausverkaufter Halle sorgte in Tulln für Handballfest. Die Josef-Welser-Sporthalle war bis auf den letzten Platz besetzt. Mehr als 1000 Fans sahen ein spannendes Länderspiel.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 01. November 2017 (01:40)
NOEN, Wolfgang Stritzl
Gerald Zeiner (Mitte) hat beim UHC Tulln gespielt, als dieser im Jahr 2010 aus der HLA abstieg und sich aus wirtschaftlichen Gründen gleich in die Landesliga zurück zog. Nach sieben Jahren kam es zur Rückkehr in die Rosenstadt. Am Donnerstag warf der 29-jährige Mitte-Aufbau sein 50. Länderspieltor.

ÖSTERREICH – SERBIEN 32:34. Tulln erlebte am Donnerstag ein Handballfest. Die Sporthalle war bis auf den letzten Platz gefüllt. 1100 Fans sorgten für eine prächtige Kulisse.

Sie sahen 66 (!) Tore und einen bis zum Schluss spannenden Handball-Krimi, der beiden Mannschaften als Formüberprüfung vor der im Jänner 2018 in Kroatien stattfindenden EM diente. Das Happy-End hatten schließlich die Gäste aus Serbien. Es war nach drei Siegen zum ersten Mal, dass sich die Österreichische Herren-Nationalmannschaft in einem Heimspiel in Tulln geschlagen geben musste.

Österreich führte schon mit sechs Toren

Dabei sah Österreich zur Pause (und auch kurz danach: 22:16!) schon wie der sichere Sieger aus. In der zweiten Viertelstunde – Serbien führte zunächst mit 11:8 – spielte nur noch die Heimmannschaft. Ein 6:0-Run gipfelte in einer 14:11-Führung. Für die erste österreichische Führung nach zehn Minuten sorgte der Ex-Tullner Gerald Zeiner mit seinem insgesamt 50. Länderspieltor zum 12:11.

Goalie Bauer war überragend

Überragend in dieser Phase Tormann Thomas Bauer, der in der ersten Halbzeit auf die Klasse-Quote von zwölf gehaltenen Bällen kam. Einer davon ermöglichte Robert Weber sogar ein Tor aus der eigenen Hälfte, da Serbien in einer Unterzahl-Situation seinen Goalie aus dem Spiel genommen hatte. Eigentlich hätte es mit einer Plus-fünf-Führung in die Pause gehen müssen, aber Darko Stefanovic verwandelte einen Freiwurf nach der Schlusssirene …

Angeführt von den Deutschland-Legionären Marko Vujin (Kiel, sieben Tore) und Momir Rnic (Melsungen, sechs), setzte Serbien zur Aufholjagd an. Keeper Vladimir Cupara, der in der spanischen Liga seinen Mann steht, hielt großartig und zog insbesondere Weber den Nerv.

Aber auch Tibor Ivanisevic, der in Dänemark seine Brötchen verdient und in der Schlussviertelstunde eingewechselt wurde, machte ein starkes Spiel. Auf der Gegenseite sank die Zahl der gehaltenen Bälle von zwölf auf sechs – ein Mitgrund für die Niederlage.

Serbien hatte den längeren Atem

Im Finish wogte das Spiel hin und her. In Unterzahl kassierte Österreich das 29:29, beim Stand von 30:29 parierte Kristian Pilipovic einen Siebenmeter von Darko Dukic. Den nächsten verwandelte Serbien zur ersten Führung in Halbzeit zwei (31:32, 57.). Kiel-Legionär Mykola Bilyk hatte gleich zwei Mal das 32:32 auf der Wurfhand, schoss erst daneben und scheiterte nach einem billigen Ballverlust Serbiens Sekunden später im 1:1 am Goalie! Als dann auch Sebastian Frimmel vom linken Flügel verwarf und im Gegenzug Zarko Sesum auf 31:35 stellte, war die Niederlage besiegelt.

Trotz des Ergebnisses gingen alle Zuschauer zufrieden nachhause. Sie hatten ein packendes Spiel erlebt, eine Veranstaltung, die von ÖHB (um den Tullner ÖHB-Generalsekretär Bernd Rabenseifner) und UHC Tulln top-organisiert war.