Österreich ist bei WM. Handball / Für die ÖHB-Herren war das Remis in Norwegen wie ein Sieg. „Bei der WM sind nur die besten 13 Europas dabei, bei der EM die Top-16“, schätzt Hausleitner die Quali hoch ein.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 17. Juni 2014 (23:59)

Es ist ein weiterer Meilenstein für Österreichs Handballsport. Das Herren-Nationalteam hat sich mit dem dramatischen 28:28-Unentschieden in Norwegen für die WM 2015 in Katar qualifiziert. Über den historischen Erfolg jubelte auch Martin Hausleitner. Die NÖN erreichte den ÖHB-Generalsekretär in der Slowakei. Denn dort stand schon am nächsten Tag das entscheidende Spiel der Damen gegen die Ukraine am Programm.

„Für uns ist die Quali ein riesiger Erfolg. Wir gehören zu den besten 13 Europas. Die Erlösung und das Glücksgefühl sind nach der jahrelangen Aufbauarbeit, die wir betrieben haben, unglaublich.“ Für die ÖHB-Herren handelt es sich nach der Heim-EM 2010 (9.), der WM ‘11 in Schweden (18.) und der EM ‘14 in Dänemark (11.) um die vierte Teilnahme an einem Großereignis in sechs Jahren. Keine andere Mannschafts-Sportart Österreichs bewegt sich auf einem vergleichbaren Niveau.

Apropos Vergleich: Der Norwegische Handballverband hat 55 Angestellte, der Österreichische acht, drei davon sind Tullner (neben Martin Hausleitner sein Stellvertreter Bernd Rabenseifner und Sigrid Schindlar-Ginsthofer). Mehr kann sich der ÖHB auch nicht leisten. Er muss mit 2,5 Millionen Euro auskommen. „Andere vergleichbare Nationen bekommen viel mehr Förderung, Ungarn etwa hat ein 13-Millionen-Budget und Portugal noch immer über zehn. Das Österreichische Sport-System gibt solche Erfolge, wie wir sie feiern, eigentlich gar nicht her.“

Trotzdem hat das kleine Handball-Österreich das geschafft, was etwa der Großmacht Deutschland verwehrt geblieben ist: das WM-Ticket zu lösen. Von mehr als Platz sieben dürfe man nicht träumen. „Bei den großen Nationen steckt eine ganz andere Maschinerie dahinter. Sie zu attackieren, wird unmöglich sein.“

Viel Zeit zu feiern hatte „Hausi“ nicht. Schon um 6 Uhr ging es am Sonntag mit Zwischenlandung in Prag weiter nach Kosice, von dort mit dem Auto nach Michalovce. Dorthin wurde aufgrund der angespannten Lage in der Ukraine ausgewichen. Leider konnten es die Damen den Herren nicht nachmachen, Österreich verlor mit 24:33 und belegt in der EM-Quali-Gruppe nur Rang 3.

Unser Sport-System gibt solche Erfolge eigentlich gar nicht her. Andere vergleichbare Nationen werden viel mehr gefördert.“