Erstellt am 06. Juni 2018, 02:07

von Wolfgang Stritzl

Viktoria Wolffhardt ist Europameisterin. Viktoria Wolffhardt jubelt über den bisher größten Sieg in ihrer Karriere. Die Tullnerin holte sich bei der Europameisterschaft in Prag EM-Gold im Canadier Einer.

 |  NOEN

Sie ist U-23-Weltmeisterin im Kajak-Einer (2016). Mehrfache Medaillengewinnerin bei EM- und WM-Teambewerben, sowohl im Kajak, als auch Canadier. Bei der EM 2013 hat sie Bronze im Kajak-Einer gewonnen – ihre bislang einzige Einzel-Medaille bei Titelkämpfen in der allgemeinen Klasse. Am Wochenende toppte sie alle bisherigen Erfolge. Jene Medaillen, die sie bei der Europameisterschaft in Prag erobert hat, glänzen in Gold (Canadier Einer) und Silber (K 1-Team)!

Ein Traum wurde wahr: Viktoria Wolffhardt (Mitte) mit einem strahlenden Siegerlächeln und der EM-Goldmedaille um den Hals. Die Europameisterin wird flankiert von Mallory Franklin (l.) und Elena Apel.  |  NOEN, Jakub Platenik

Viktoria Wolffhardt strahlte am Samstag mit ihrer Medaille um die Wette. Die Tullnerin markierte im Finale der besten Zehn die Top-Zeit und war sogar schneller als die amtierende Weltmeisterin Mallory Franklin. Wolffhardt gewann mit einem Vorsprung von 57 Hundertstel Sekunden auf die Britin und mehr als drei Sekunden auf die Deutsche Elena Apel.

„Bis heute habe ich noch immer nicht realisiert, dass ich wirklich Europameisterin geworden“, jubelte Viktoria Wolffhardt am Montag. „Ich hoffe, dass das nicht mehr lange dauert und ich bald wieder schneller einschlafen kann.“

Als Draufgabe holte sich Wolffhardt im Kajak-Teambewerb gemeinsam mit Corinna Kuhnle und Lisa Leitner hinter Deutschland EM-Silber. Im Kajak-Einer war sie im Semifinale als 13. ausgeschieden. „Es waren drei kleine Fehler dabei.“ Fehler, die man der frisch gebackenen Europameisterin freilich gerne verzeiht. „Nach meinem Sieg im Kanadier habe ich nicht viel schlafen können, mir ist einiges durch den Kopf gegangen.“ Acht Zehntel fehlten schließlich auf einen Platz im Finale. „Dort wäre eine Medaille aber sehr schwer gewesen, das Niveau war unglaublich hoch.“

Zeit, auf ihren historischen EM-Titel anzustoßen, hatte Wolffhardt noch nicht. Am Sonntag Abend kam sie heim nach Tulln, am Montag früh hatte sie Standeskontrolle in der Südstadt. „Und mein weiterer Trainingsplan lässt nicht viel zu, die Feiern werden warten müssen.“ Jetzt freut sich unsere „Gold-Viki“ vorerst auf die fünf Weltcuprennen und den internationalen Bewerb in Wien. Die kommende WM findet im Oktober in Rio statt – dort, wo Wolffhardt heuer bereits im Canadier gewonnen hat. Der Canadier Einer wird 2020 in Tokio erstmals ins olympische Programm aufgenommen. Ein Start bei Olympia – das wäre ein Traum! Der erste ist mit EM-Gold schon wahr geworden.