Viktoria Wolffhardt: Weiter zittern um Olympia-Start. Viki Wolffhardt hat bei der Europameisterschaft in Italien Silber im Team geholt. Im Einzel kam sie aber nur unter die Top 30.

Von Bettina Viveros. Erstellt am 12. Mai 2021 (01:35)
Viktoria Wolffhardt verpasste den Einzug ins Finale. Ihre Rivalin ums Olympia-Tichekt Corinna Kuhnle wurde Europameisterin.
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Die Tullnerin Viki Wolffhardt muss weiterhin um die Olympia-Teilnahme bangen. Ein besseres Ergebnis bei der Europameisterschaft in Ivrea (ITA) hätte das leidige Thema für sie beendet. Doch im Kajak Einer scheiterte die 26-Jährige schlussendlich im Semifinale und wird in Prag erneut um das Ticket für Tokio kämpfen.

Eigentlich hatte die EM vielversprechend gestartet. Überraschend holte Wolffhardt im Team mit Antonia Oschmautz und ihrer größten Konkurrentin um das Olympia-Ticket – Corinna Kuhnle – Silber im Kajak. Beachtlich ist das Ergebnis unter anderem deshalb, da Kuhnle und Wolffhardt vor allem einzeln auf die Olympia-Qualifikation hintrainiert hatten. Teamtrainings standen da eher im Hintergrund. Außerdem ist Antonia Oschmautz, im Vergleich zu den beiden routinierten Frauen, noch eher unerfahren. „Toni hat die Nerven behalten, das war echt beeindruckend. Wir sind davor auch noch nie in dieser Konstellation gefahren“, erklärt Wolffhardt. Beim Teambewerb starten alle drei Teilnehmer direkt hintereinander mit fließenden Übergängen. Österreichs Damen rangierten im Endklassement hinter Großbritannien und vor Tschechien.

„Es ist immer schwierig, etwas zu verteidigen, das man schon fix in der Tasche hatte, als voll zu attackieren"

Trotz dieses Erfolges im Rücken lief der Einzelbewerb für Wolffhardt nicht gemäß ihren Erwartungen. Zu groß war der Druck, sich mit einem sehr guten Ergebnis wieder in die Fixstarterliste für Olympia eintragen zu können. „Es ist immer schwierig, etwas zu verteidigen, das man schon fix in der Tasche hatte, als voll zu attackieren. Ich bin von Anfang an nicht gut hineingekommen, es war kein flüssiger Lauf. Wäre ich ins Finale gefahren, wäre die Sache mit Olympia schon gegessen.“ Ihre Zeit hätte zwar für das Finale gereicht, doch zwei Berührungen haben den Einzug vereitelt.

Immerhin: Die erste Leistungsbestätigung für Olympia ist erfüllt. Nun muss Wolffhardt beim Weltcup-Rennen in Prag noch ein zweites Mal unter die Top 30 gelangen, um nach Tokio fahren zu dürfen.

Streitig machen kann ihr das Ticket Corinna Kuhnle, die in Ivrea souverän Gold geholt hat. Schafft sie es in Prag erneut unter die Top-Drei und Wolffhardt nicht ins Semifinale, fährt sie statt der Tullnerin nach Japan. Dass hier „einige Dinge gelaufen sind, die nicht fair waren“, darüber hat die NÖN bereits ausführlich berichtet.

Bei der ORF-Sendung „Sport am Sonntag“ hatten Viki Wolffhardt und Felix Oschmautz, der sich ebenfalls erneut „qualifizieren“ musste und dies bei der EM geschafft hat, die Gelegenheit, die Umstände aus ihrer Sicht zu erläutern. Dort bestätigt auch Oschmautz, dass andere Verbände mit der Situation ganz anders umgegangen seien. Viele seiner internationalen Kollegen hätten die Bestätigung für Olympia erhalten, ohne noch einen Leistungsnachweis erbringen zu müssen. Während bei den Männern die sportliche Fairness überwogen hat, scheint das Frauenteam tief gespalten zu sein. Das bestätigt auch Wolffhardt selbst.

Unter dem neuen Präsidenten seien die Regeln klarer, so Wolffhardt. Sie hätte sich aber mehr Vertrauen vom Verband gewünscht, „so wie das die anderen Sportler aus anderen Nationen auch bekommen haben“. Immerhin hätte die EM gezeigt, dass auch in den anderen Disziplinen lauter Sportler gewonnen haben, die nicht zu Olympia fahren.

Nun fokussiert sich die Tullnerin aber ganz auf das Weltcuprennen Mitte Juni. „Ich werde versuchen, das in Prag fix zu machen.“