Corona-Cluster bei UHC Tulln. Praktisch die ganze Herren-Mannschaft des UHC Tulln ist mit Corona infiziert. Training und Meisterschaft vorerst ausgesetzt! Auch die Tullner Handball-Damen sind vom Cluster bei den Herren indirekt betroffen.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 03. März 2021 (04:36)
Die Tullner Handball-Damen sind vom Cluster bei den Herren indirekt betroffen: Tullns Handballerinnen (Bild: Hannah Ginsthofer, getestet von Jovana Forster) legen vor jedem Training und jedem Spiel Coronatests ab.
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Ein Dutzend Spieler der Herrenmannschaft des UHC Tulln ist an Corona erkrankt. Den Anfang nahm die Infektionskette vermutlich beim Meisterschaftsspiel gegen Bruck. Tags darauf (Sonntag) klagte der erste Spieler über starke Symptome, ein Corona-Test lieferte ein positives Ergebnis. Am Montagvormittag wurde die Mannschaft durchgetestet, wurden die Bezirkshauptmannschaft, der ÖHB und Tullns Gegner Bruck informiert.

Zwei Tage nach Spiel fünf positive Fälle

Zwei Antigen-Tests in Wiener Apotheken fielen ebenso positiv aus wie zwei bei den turnusmäßig abgehaltenen klubinternen Corona-Tests in Tulln. Stand Montagabend: fünf positive Corona-Fälle innerhalb des UHC Tulln. Das Training, das gemäß Spitzensport-Bestimmungen für Spieler mit negativem Ergebnis stattfinden hätte können, wurde als Vorsichtsmaßnahme abgesagt.

Wir haben alles unternommen, was in unserer Macht steht, um die Ausbreitung einzudämmen.“ Günter Grossberger, Corona-Beauftragter des UHC

Die Herren-Mannschaft begab sich in kollektive Quarantäne. Alle Spieler wurden seitens der Behörde als Kontakt-1-Personen eingestuft. Am Mittwoch erkrankten weitere Spieler. Es gab Fälle negativer Antigen-Tests am Mittwoch, die sich am Donnerstag bei einem PCR-Test als positiv herausstellten. Stand Freitagabend: 13 Covid-Erkrankungen innerhalb der Herrenmannschaft. „Die Spieler haben sich vermutlich in der Umkleidekabine angesteckt“, so Günter Grossberger, Covid-Beauftragter des UHC Tulln. Dabei wurde der Aufenthalt in der Garderobe zeitlich reduziert, so kam die Mannschaft zur Pause des Spiels etwa deutlich vor Bruck aus der Kabine. Ob sich die Spieler mit einer ansteckenderen Virus-Mutation infiziert haben? „Erkenntnisse dazu liegen uns aktuell nicht vor.“

Meisterschaftsspiele werden verschoben

Bei Gegner Bruck fielen am Montag alle Corona-Tests negativ aus, im Laufe der Woche gab es einen positiven Fall. „Natürlich ist nicht klar, ob dieser im Zusammenhang mit dem Cluster bei uns steht.“

Die behördlichen Absonderungsbescheide laufen großteils bis 5. März. Das Derby gegen St. Pölten, das am Samstag hätte stattfinden sollen, wurde verschoben. Auch das für 6. März angesetzte Meisterschaftsspiel gegen Atzgersdorf wird nicht stattfinden können. Für die Absage ist der Nachweis von vier positiven Corona-Fällen innerhalb der Mannschaft entscheidend. Als „positiv“ gelten Spieler in diesem Zusammenhang 20 Tage lang. Und diesen Zeitraum dürfte der Verein auch in Anspruch nehmen.

„Natürlich ist es schwierig, weil wir den Ligabetrieb aufhalten. Wir haben im Grunddurchgang nur noch zwei Spiele zu bestreiten, und die Play-offs können erst starten, wenn wir diese absolviert haben. Wir möchten uns aber nicht drängen lassen. Es geht um die Gesundheit unserer Spieler, die wir schützen möchten. Eine Corona-Infektion ist nicht zu unterschätzen, sie kann sich auf Herz, Lunge und Muskeln schlagen.“

„Die Gesundheit der Spieler geht vor“

Der UHC Tulln reagierte auf die Vorfälle rasch, erfüllte sämtliche Vorgaben des Präventionskonzepts und der Behörden – und sogar darüber hinaus. Als Vorsichtsmaßnahme wurden beispielsweise die Jugendtrainings am Freitag abgesagt. Grossberger: „Die Zusammenarbeit mit der BH ist sehr gut. Wir haben alles unternommen, was in unserer Macht steht, um die Ausbreitung einzudämmen.“

Die Tullner Handball-Damen sind vom Cluster bei den Herren indirekt betroffen. Vier Spielerinnen (verpartnert mit Spielern der Herrenmannschaft bzw. im selben Haushalt lebend) befinden sich in behördlicher Absonderung. Das Meisterschaftsspiel gegen Fünfhaus konnte stattfinden. „Wir werden ab sofort vor jedem einzelnen Training und am Spieltag Corona-Tests durchführen“, so Trainer Patrick Salfinger.