Schalks Abenteuer. Josef Schalk radelte im Team quer durch die USA. Er selbst fuhr 1.688 Kilometer bei einem Schnitt von 33,2 km/h – nicht schlecht für einen 69-Jährigen!

Von Claus Stumpfer. Erstellt am 02. Juli 2014 (08:29)
NOEN, Photo: Martin Bihounek / martinb
Der Ganzendorfer Josef Schalk vom RC RIH ASVÖ Erste Bank Tulln hat sein größtes sportliches Abenteuer hinter sich gebracht. Zusammen mit drei weiteren Sport-Oldies (zwei Österreichern und einem Deutschen) hat er im Team Crataguett Seniors das Race Across America bestritten, ist also mit dem Fahrrad von Oceanside am Pazifik nach Annapolis am Atlantik quer durch die USA geradelt.

„Ziel des Teams war es, in neun Tagen durchzukommen. Mein persönlicher Ehrgeiz hat acht Tage gesagt, und geschafft haben wir es letztlich in sieben Tage, drei Stunden und 54 Minuten“, lacht Schalk zufrieden, den Vollbart noch im Gesicht — denn zum Rasieren war keine Zeit. „Schließlich haben wir auch einige 8-Mann-Teams hinter uns gelassen!“

Den Tagesverlauf während des Rennens schildert Schalk recht eintönig: „Rasten und möglichst schlafen im Wohnmobil, fertig machen, eine Schicht fahren, eine Schicht im Pace-Car auf den nächsten Einsatz warten, eine Schicht fahren, eine Schicht im Pace-Car, dann ein paar Stunden ins Wohnmobil, duschen, Elektro-Therapie, Massage, essen, trinken, Ruhe, und dann alles von vorne.“

Vom Seitenwind in den Graben geweht

Das Rennen verlief in Anbetracht der Strapazen relativ problemlos. „Einmal wurde ich folgenlos verwarnt, weil ich auf dem Seitenstreifen der Interstate nach dem Fahrerwechsel etwa 30 Meter zurück zum Auto gerollt bin“ , erinnert er sich dann aber doch an eine richtig haarige Situation. „Vor dem zweiten Berg in den Rocky Mountains musste ich als Bergspezialist eine zweite zusätzliche Schicht bei Nacht übernehmen, wobei auch gleich noch ein gewaltiger Sturm von vorne aufgekommen.“ Die 12 Meilen bergauf wurden zur Tortur. Ein anderer Fahrer ist neben mir in den Graben geweht worden, und ich lag danach eine halbe Stunde k.o. im Recreation Vehicle.“ Dann lief es für Schalk wieder planmäßig. Zum Schluss wurde er in den schweren Appalachen natürlich auf allen Bergen eingesetzt. „Das war nicht leicht“, sagt er, und nach einer Pause „eigentlich war’s extrem hart!“

Auch das letzte Teilstück musste/durfte Schalk bestreiten, ehe dann das Team zu viert das offizielle Ziel am Hafen von Annapolis durchfuhr. Als Lohn gab es am Podium die Finisher-Medaille und beim anschließenden Bankett neben dem Finisher-Tablett ein weiteres „Schneidbrett mit Umrissen der USA“ als Sieger der Kategorie Male 70-74.

Als Neulinge beim RAAM hat das Team von Schalk kleinere Fehler gemacht. „Insbesondere bei den Ablösen haben wir viel Zeit liegen gelassen“, hätte sich Schalk oft ein viertes Auto gewünscht, für das aber die Sponsormittel nicht gereicht hatten.

150 Waggons im Schrittempo

Nur drei Reifendefekte gehen für ihn in Ordnung, auch dass man sich trotz Navi dreimal kurz verfahren hatte, war o.k. „Ohne Navi wären wir ganz verloren gewesen.“. Außerdem musste man zweimal 20 Minuten vor geschlossenen Bahnschranken stehen. „Jeweils ein Güterzug mit 150 Waggons im Schritt-Tempo.“ Vom Radfahren hat Schalk nach diesem Extremabenteuer nicht genug. Kaum zurück ist er wieder bei den österreichischen Straßen-Meisterschaften gestartet.