Neuer Weltrekord für Mäx Beer. Mäx Beer stellte auf der Strecke Jersey-Frankreich einen neuen Rekord auf und wurde just vom alten Rekordhalter begleitet.

Von Bettina Kulmer. Erstellt am 21. September 2016 (05:53)
NOEN
Team. Andy Truscott, Jenny Fitzgerald (offizielle Beobachterin), Mäx Beer und Skipper Matt Clarke (v.l.).

Nur vier Wochen nach seiner erfolgreichen Ärmelkanal-Durchquerung beschließt Mäx Beer, seine gute Form nicht zu vergeuden und sich erneut dem Gewässer zwischen England und Frankreich zu widmen. Dass er dabei den Weltrekord brechen wird, ahnt er nicht.

Die Gelegenheit ergab sich per Zufall, geplant hatte Beer die „kleine Schwester“ der klassischen Dover-Calais-Strecke nicht. Doch ein Bootskapitän aus Jersey bot dem Tullner einen freigewordenen Platz an und der sagte prompt zu. Der Spontaneität noch nicht genug, musste der Schwimmer in London feststellen, dass sein Gepäck in Wien verblieben war. Um zehn Uhr abends landete er auf der Kanalinsel Jersey, am nächsten Tag um fünf Uhr sollte die Querung beginnen.

Schützenhilfe kam vom aktuellen Rekordhalter auf dieser Strecke, Andy Truscott. Der begleitete Beer nicht nur im Boot bei seinem Vorhaben, sondern spendete auch die notwendigen Schwimmutensilien.

Der Start erfolgte dann planmäßig um 4.50 Uhr, 30 Minuten nach Ebbe. Die ersten beiden Stunden war Beer in tiefster Finsternis unterwegs, lediglich drei Knicklichter am Boot wiesen den Weg. „Das Schwimmen in der Dunkelheit kann natürlich unheimlich sein, hat aber auch schöne Seiten. So durfte ich das Phänomen der Biolumineszenz beobachten, bei dem grün leuchtendes Plankton von den Fingerkuppen wegspritzt.“

NOEN
Neuer Weltrekord. Mäx Beer unterbot den Rekord von Begleiter Andy Truscott um fünf Minuten.

Beer kam gut voran, nahm in halbstündigen Trinkpausen seine Kohlenhydrate zu sich. Gelegentlich traf er auf Quallen, denen er auszuweichen versuchte. Eine direkte Linie zwischen Jersey und der Normandie war aufgrund der starken Strömung nicht möglich. Der Tidenhub, also der Unterschied zwischen Ebbe und Flut, kann 14 Meter betragen. Dennoch war Beer äußerst flott unterwegs und Truscott teilte vom Boot aus mit, dass er am besten Weg sei, seinen Rekord von 6:37 Stunden zu brechen. „Da wurde mir erst klar, dass es wirklich um was ging.“

Den Blick nach vorne vermied Beer dann tunlichst. Erst als das Boot im seichten Wasser nicht mehr weiterkam, blickte er zum nahen Ufer.

Um 11.22 Uhr betrat Beer den menschenleeren Strand und hatte den Rekord um fünf Minuten unterboten. „Andy Truscott ist ein wahrer Sportsmann. Er hat mir zugejubelt, während ich in seiner Badehose seinen Weltrekord brach.“