Auf zu neuen Ufern. Claus Maria und Catherine Dapeci vom Segelclub Tulln haben ihre Zelte in Österreich abgebrochen und trainieren nun in Kroatien. Niedrige Erwartungen für WM in Santander!

Von Bettina Kulmer. Erstellt am 16. September 2014 (05:03)
Segeln ist ihr Leben. Auch wenn die heurige Saison und die derzeit stattfindende WM in Santander für Catherine und Claus Maria Dapeci nicht nach Plan läuft, bleiben die beiden am Ball. Der Lebensmittelpunkt wurde nach Kroatien verlegt, dort wird nun mit Weltklasse-Sportlern trainiert.
NOEN, privat

Für die Geschwister Catherine und Claus Maria Dapeci ist eine neue Zeit angebrochen. Die beiden haben im August ein neues sportliches Kapitel im kroatischen Split aufgeschlagen, wo sie nun mindestens ein Jahr lang trainieren und leben werden. „Wir sind weiter glühende Österreicher und starten bei WM und EM für den Segelclub Tulln. Aber um international Fuß fassen zu können, braucht man auch internationale, starke Trainer und das richtige Umfeld“, erklärt Vater Karl Dapeci.

Dapecis nicht mehr im ÖSV-Kader

Auch mit dem ÖSV war man sich nicht immer eins. Hinzu kam, dass der Sponsoringvertrag mit dem Sportland Niederösterreich aufgrund unzureichender Medienpräsenz und dem daraus resultierenden niedrigen Werbewert auslief. „Damit ist uns das Geld ausgegangen und wir haben heuer kaum trainieren können. Die Erwartungen für die derzeit stattfindende WM in Santander waren im Vorfeld dementsprechend gering.“

Die Geschwister sind nicht mehr im ÖSV-Kader. Gerfried Schmid, Präsident des NÖSV, erklärt: „Es gibt genaue Richtlinien, wer in den Kader aufgenommen wird. Leider waren die Leistungen bei beiden nicht da, was schade ist. Die Dapecis investieren sehr viel Geld in ihre Kinder. Aber wie Olympia-Medaillengewinner Andreas Geritzer auch befinden sie sich im Hoffnungskader. Wenn internationale Erfolge erbracht werden, kommen sie in den Kader.“

Für die WM-Teilnahme hatte das zur Folge, dass die Geschwister ohne Trainer und Betreuung auskommen mussten. Claus liegt nach vier Rennen auf Platz 139 im Laser, Catherine auf Rang 114 im Laser Radial. Olympia 2016, die Tickets werden unter anderem in Santander vergeben, ist damit in weite Ferne gerückt, war aber ohnehin eher zweitrangig. Catherine hat sich heuer auf die Matura, Claus auf die Studienberechtigungsprüfung konzentriert. Außerdem haben sich beide zu Trainern ausbilden lassen und sind damit eine Rarität in Niederösterreich. Der staatliche Trainer ist noch geplant, „als Absicherung und um den NÖ- Nachwuchs noch besser ausbilden zu können“.

Doch die Geschwister sind zuversichtlich, dass ihre Zukunft im aktiven Segelsport liegt. Catherine trainiert mit der Welt- und Europameisterin Tina Mihelic, Claus mit deren Bruder. Außerdem darf Letzterer seit Kurzem bei Big-Boat-Regatten mitsegeln, wo das Preisgeld deutlich höher ist als in den olympischen Disziplinen.

Genau diese (Laser und Laser Radial) liegen den Dapecis aber am Herzen, und so werden sie auch weiterhin bei internationalen Bewerben starten, allerdings, bis auf die Staatsmeisterschaft, nicht in Österreich.

Dapeci: „Das seglerische Umfeld hat sich in eine vielversprechende Richtung geändert. Wenn die beiden gut sind, werden sie‘s auch allein schaffen!“