Die Tullner Jugend zeigte auf. Nach Siegen im NÖ-Derby gegen Guntramsdorf und gegen Olympic mussten sich Tullns Damen nach hartem Kampf erst dem Tabellenführer geschlagen geben.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 03. März 2021 (01:49)
Lara Taborsky, Andrea Botkova, Andreas Hammerschmid, Veronika Tuslova und Nina Skerbinz (von links nach rechts) starteten wieder in die Meisterschaft.
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Die lange Pause ist vorbei. Mehr als drei Monate hatte die Damen-Bundesligamannschaft des Tullner Tischtennisvereins Tulln kein Meisterschaftsspiel bestreiten können. Nun war es wieder soweit. Der TTV empfing im NÖ-Derby Oberes Triestingtal/Guntramsdorf.

Die Spiele fanden unter strengen Auflagen statt. Vorgeschrieben waren unter anderem die Testung aller anwesenden Personen, die Erfassung sämtlicher Kontaktdaten sowie die durchgängige Tragepflicht von FFP2-Masken (außer bei der Sportausübung).

Tulln war erstmalsin Bestbesetzung

Tullns tschechischer Neuzugang Veronika Tuslova, die in den ersten beiden Runden nicht zum Einsatz gekommen war, feierte ihr Debüt. Auch Punktegarantin Andrea Botkova war dabei – womit Tulln erstmals auf beide Topspielerinnen zurück greifen konnte.

Diese beiden waren es auch, die im Niederösterreich-Derby mit jeweils zwei ungefährdeten Einzelsiegen für einen starken 4:2-Erfolg sorgten. Lara Taborsky zeigte bei der knappen 2:3-Niederlage gegen Daniela Magerle sehr gutes Tischtennis, verpasste es jedoch knapp, den Sack zuzumachen.

Beim zweiten Match gegen TTC Olympic (Wien) avancierte das 14-jährige Nachwuchstalent zur Matchwinnerin. Taborsky setzte sich sowohl Valeria Spasskaia als auch die starke Ungarin Rita Piros jeweils mit 3:0 durch. Gewohnt souverän agierten auch Botkova und Tuslova. „Damit bot sich die Gelegenheit, unser Teamküken Nina Skerbinz einzuwechseln und ihr ihr erstes Bundesliga-Heimspiel zu ermöglichen“, berichtet Coach Andreas Hammerschmid.

Die elf-Jährige Neo-Nationalteamspielerin deutete ihr enormes Potenzial an und sammelte wertvolle Erfahrung.

Tags darauf wartete mit Tabellenführer SPG Honda Dietach, angeführt von der ungeschlagenen Ungarin Adrienn Kovacs, ein sehr harter Brocken. Hammerschmid, selbst erst 22 Jahre jung, schickte mit Veronika Tuslova (22), Lara Taborsky (14) und Nina Skerbinz (11) ein blutjunges Team mit dem rekordverdächtigen Durchschnittsalter von 15,67 Jahren ins Rennen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell der Älteste im Team sein werde …“, schmunzelt Hammerschmid, „aber wir wollen unseren konsequenten Weg der Nachwuchsförderung weitergehen und ihnen diese Erfahrung gegen hochklassige Spielerinnen ermöglichen.“

Und beinahe wäre den jungen Tullnerinnen die Sensation gelungen.

Bundesliga-Duell:Elf- gegen Zwölf-Jährige

Nina Skerbinz drängte Birgit Eschinger an den Rand einer Niederlage. Sie hatte beim Stand von 1:2 und 10:9 im vierten Satz zweimal viel Pech mit dem Netz (knappe Niederlage). Kovacs baute gegen Taborsky die Führung auf 2:0 aus. Tulln bewies aber Moral. Sowohl Tuslova, als auch Taborsky gewannen ihre beiden anschließenden Einzel mit 3:2 – 2:2-Gleichstand.

Im Anschluss kam es zum Duell der beiden jüngsten Spielerinnen der Liga. Es standen sich die beiden U-13-Hoffnungen Skerbinz und Celine Panholzer (12 Jahre) gegenüber. Die Tullnerin war krasse Außenseiterin, hielt aber über weite Strecken sehr gut mit und war im knappen vierten Satz wieder nicht vom Glück verfolgt - 1:3-Niederlage. Kovacs fixierte gegen die zu diesem Zeitpunkt mit Schulter-Schmerzen kämpfende Tuslova den Endstand von 2:4.

„Unglaublich, dass wir mit dieser unerfahrenen Mannschaft mit dem Tabellenführer mithalten konnten und sogar die Chancen hatten, ein Entscheidungsdoppel zu erzwingen. Aber ich kann unserer Mannschaft da gar keinen Vorwurf machen, das gehört zum Entwicklungsprozess dazu“, verteilte Mannschaftskapitän Andreas Hammerschmid ein Pauschallob. Und mit einer Kampfansage: „Wenn man bedenkt, dass Veronika fast vier Monate keinen Schläger in der Hand hatte, wir mit unserer Spielertrainerin Andrea Botkova eine der stärksten Spielerinnen der Liga zur Verfügung haben und unsere Mädels von Woche zu Woche stärker werden, wird mit uns in Zukunft zu rechnen sein.“