Christian Kern: Sportfan mit Leib und Seele. Heute ist Christian Kern begeisterter Funktionär und Zeugwart von zwei Fußball-Prominenten-Auswahlen und Präsident der Tullner Stocksportfreunde.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 01. August 2018 (02:02)
privat
Christian Kern mit Toni Polster und Goldenem Schuh.

Sein ganzes Leben war er mit Leib und Seele Basketballer. 40 Jahre spielte er ohne Unterbrechung für den BBC Tulln, 25 Jahre war er Funktionär, zwölf davon Obmann. 20 Jahre lang organisierte er den traditionellen BBC-Heurigen im Schubertpark. Ein Jahrzehnt war er Österreichischer FIMBA-Repräsentant (Senioren-Weltverband im Basketball). Exakt 50 Länderspiele hat er in den Beinen. Diese schönen, runden Zahlen machen den Abschied leichter. Denn Christian Kern hat seinem geliebten Basketball-Sport den Rücken gekehrt, ist erstmals in dieser Sportart funktionslos. Erst im Juni legte er sein Präsidenten-Amt beim BBC Tulln, das er seit 2010 inne gehabt hatte, nieder.

Warum das Ende der Basketball-Karriere? Im Jänner war wegen Schulter-Problemen eine Verletzungspause notwendig. „Und mir ist das Basketball spielen nicht abgegangen.“ Die Senioren-EM in Maribor hat er als Aktiver versäumt, „nur“ als Delegationsleiter und 50+-Assistent-Coach war er dabei. „Dass ich im Basketball nichts mehr mache, war ein Schritt, der sich abgezeichnet hat.“

Der Blick zurück macht Kern stolz. „Vor zehn Jahren habe ich das erste Senioren-Nationalteam zusammen gestellt. Mit einem Team sind wir 2008 gestartet. Mittlerweile haben wir acht (eine bei den Damen, sieben bei den Herren; Anm.).“ An sechs Europa-, fünf Weltmeisterschaften hat Christian Kern teilgenommen, hinzu kommt ein Start bei der World League.

Zugleich gibt es ein weinendes Auge, was seine FIMBA-Tätigkeit betrifft. Vergeblich bemühte sich Kern darum, die EM 2020 nach Österreich zu holen. Es scheiterte an den finanziellen Forderungen des Weltverbandes. Auch der Traum, die World-League in seiner Heimatstadt Tulln auszurichten, platzte. Wieder fehlten die finanziellen Rahmenbedingungen – aber auch Betten. „Es wären mehr als 1000 notwendig gewesen …“

Langeweile kommt bei Christian Kern, dem Direktor der Tullner Hypo Bank, aber nicht auf. Sportlich hat er längst andere Betätigungsfelder gefunden. Seit einiger Zeit ist er Kassier und Zeugwart des Teams Copa Pele – einer Prominenten-Fußball-Auswahl, die sich (fast) ausschließlich aus früheren Nationalteamspielern rekrutiert. Im Hause Kern werden nicht nur die Dressen von Polster, Herzog & Co. gewaschen. Seit kurzem ist Christian Kern auch Zeugwart und Administrator der neu ins Leben gerufenen FAK-Allstars. Er selbst ist großer Fan der Wiener Austria. „Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß.“

Gänzliches Neuland betrat Kern in einer ganz anderen Sportart. Seit heuer bekleidet er das Präsidenten-Amt bei den Tullner Stocksportfreunden. „Das Umfeld ist familiär, das ist ein super netter Verein.“ Christian Kern ist und bleibt ein begeisterter Funktionär und Sportfan, der es liebt, mit den ganz großen Sport-Idolen Österreichs auf Tuchfühlung zu gehen.