Es ist Zeit für neue Legenden. Tulln drängt in die Bundesliga. Martin Hausleitner: „Es ist an der Zeit, Tullns Sporthalle der höchsten Liga vorzustellen.“

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 27. Juni 2018 (01:31)
Die Handball-Herren und -Damen stecken sich ehrgeizige Ziele. Die Herren nehmen den nächsten Anlauf in Richtung Bundesliga, wo sich die Damen längst etabliert haben.
NOEN, Wolfgang Stritzl

Noch immer ist Tulln verärgert, dass Atzgersdorf im Relegations-Rückspiel den in einer Blitzaktion angemeldeten Hannes Jon Jonsson eingesetzt hat. Eigentlich hatte der 36-fache isländische Nationalteamspieler seine Karriere beendet und sich auf seine Trainertätigkeit bei West Wien konzentriert. In Tulln feierte der nur für dieses eine Spiel aus der Handball-Pension zurück geholte Jonsson sein Comeback – und warf Atzgersdorf mit Toren in den entscheidenden Momenten in die 2. Bundesliga.

„Regelkonform, aber unsportlich“

„Die Statuten haben seine Anmeldung zugelassen, weil er schon länger nicht mehr gespielt hat. Sportlich war es aber nicht“, schüttelte Trainer Jörg Sibral den Kopf. „Ich bin sogar beim Champions-League-Final-Four in Köln darauf angesprochen worden.“

Das alles ist Vergangenheit. Der UHC Tulln arbeitet an einer erfolgreichen Zukunft. Im Schauraum der Fa. Breitwieser wurden die neue Damen- und Herren-Mannschaft präsentiert. Obmann Bernd Zeh durfte in dem exklusiven Ambiente zahlreiche Ehrengäste willkommen heißen. Bürgermeister Peter Eisenschenk und Vize Harald Schinnerl gaben sich ebenso ein Stelldichein wie EHF-Generalsekretär Martin Hausleitner und Handball-Legende Gunnar Prokop, dessen Enkelsohn Patrick in Tulln spielt. Durch den gelungenen Abend führte Moderator Markus Floth.

Der UHC Tulln verstärkte sich mit Markus Zupanac (links) und Landesliga-Schützenkönig Patrick Nagy (Mitte: Trainer Jörg Sibral).
NOEN

„Meine Wurzeln zum Handball habe ich in Tulln gefunden“, erinnert sich Prokop, der mit den Damen von Hypo Niederösterreich acht Mal die Champions-League gewonnen hat. Den Spielern des UHC Tulln gab er gute Tipps mit auf den Weg, der schon in der kommenden Saison in die Bundesliga führen soll: „Ihr müsst träumen und an die Visionen glauben! Gewinnen kann nur der, der öfter aufsteht. Und ich bin oft aufgestanden.“

Hausleitner lobte die Arbeit des Vereins: „Es gibt die absolut richtigen Ansätze, ein Verein für die Stadt und die Jugend zu sein.“ Der Standort Tulln sei unschlagbar. „Bezogen auf die Einwohnerzahl gibt es in ganz Österreich keine weitere Stadt, die eine derart gute Infrastruktur für den Hallensport hat wie Tulln. Und die unmittelbare Nähe eines Hotels zur Sporthalle ist optimal.“

Handball-EM in Tulln

Mitte August sind alle Tullner Hotels ausgebucht. Von 10. bis 19. August findet in Tulln die U-18-Europameisterschaft statt. Hausleitner verweist auf 600 Gäste und 600 Übernächtigungen: „Die EM ist eine Riesenangelegenheit.“

Dem Tullner Verein wünschte er Glück: „Wir erinnern uns noch an legendäre Spiele in der Donauhalle. Es ist an der Zeit, neue Legenden zu schreiben und auch die neue Sporthalle in der höchsten Liga vorzustellen. Sie hat es sich verdient.“

Auch bei den Damen gibt es eine Heimkehrerin und eine Neuverpflichtung: Raphaela Kugler (Eggenburg) und Torfrau Kathi Weber (St. Pölten).
NOEN

Sportlicher Leiter Georg Pferschinger und Spieler Markus Fischer betonten die ehrgeizigen Ziele, die sich der Verein steckt: „Unser Ziel kann nur der Aufstieg in die Bundesliga sein. Das wäre auch für die Weiterentwicklung der Jugendmannschaften wichtig.“ 150 Mädchen und Burschen spielen beim UHC Tulln Handball.

In seiner Funktion als Landesverbands-Vizepräsident schritt Hannes Sykora zur Landesmeister-Ehrung und überreichte die Meistermedaillen. Patrick Gasperov war nicht mehr dabei, er wechselt nach Bruck. Dafür konnten zwei Neuzugänge vorgestellt werden: Von Horn kommt Landesliga-Schützenkönig Patrick Nagy, „ein schneller, intelligenter Spieler, der gute Schlagwürfe hat“, wie Sibral weiß. Ein Comeback in Tulln feiert Kreisläufer Markus Zupanac (Krems, St. Pölten). Pferschinger: „Wir suchen noch einen Rückraumspieler, bevorzugt einen Linkshänder.“ Andras Bozso wird neuer Co-Trainer und steht in der Regionalliga auch als Spieler zur Verfügung.