Günter Grafelmann: „Da muss noch viel mehr kommen“. UHC Tulln-Trainer Günter Grafelmann nimmt seine arrivierten Spieler in die Pflicht. Gegen Bruck forcierte er die Jugend.

Von Wolfgang Stritzl. Erstellt am 24. Februar 2021 (01:24)
Nachdem die jungen Flügel Felix Irlacher und Lorenz Wutzl Fehlwürfe produzierten bzw. an Brucks Tormann Luka Marinovic scheiterten, kamen Philipp Wottawa (Bild) und Renato Matijevic. Wottawa hatte eine 100-Prozent-Quote und verwertete alle drei Chancen, die er hatte.
Wolfgang Stritzl

Das Auswärtsspiel beim Tabellenführer zu verlieren, ist keine Schande. Man könnte meinen vorprogrammiert, wenn man wie Tulln Letzter ist. Trotzdem war Trainer Günter Grafelmann mit der Leistung seiner Mannschaft in Hollabrunn nicht einverstanden – insbesondere nicht mit jener von Mislav Nenadic und Patrick Gasperov.

Auf Nenadic war Hollabrunn bestens vorbereitet. „Er hatte kaum Platz, wurde früh attackiert. Er hat nicht zu seinem Spiel gefunden und ist viel zu spät aufgewacht.“ Tatsächlich warf Nenadic fünf seiner sieben Tore in den letzten sieben Minuten – zu einem Zeitpunkt, als das Spiel schon längst entschieden war. Gasperov ging überhaupt leer aus – zum ersten Mal in dieser Saison. „Er hat weder vorne, noch hinten Akzente gesetzt.“ Ob dies mit der Ablöse seines Vaters in Zusammenhang steht? „Das kann ich nicht beantworten.“

In Hollabrunn sitzt Tullns Ex-Coach Jörg Sibral als Co-Trainer auf der Betreuerbank. Vor etwas mehr als einem Jahr hat er dasselbe Schicksal wie kürzlich Zeljko Gasperov erlitten und wurde von Gafelmann abgelöst.

Steigern muss sich freilich auch Tulln, vor allem in der Abwehr. „Das ist unser größtes Problem. Unsere Abwehr greift nicht ineinander, ist zu statisch, lädt die Gegner förmlich zum Kombinieren ein.“

Gegen Bruck hatte der UHC zunächst auch im Angriff seine liebe Not, für die ersten zwei Tore benötigte Tulln mehr als zwölf Minuten. Worauf Tulln aufbauen kann: Bis zur letzten Minute war gegen den Tabellenzweiten ein Unentschieden möglich.

"Unsere Abwehr greift nicht ineinander, ist zu statisch, lädt die Gegner förmlich zum Kombinieren ein.“

Grafelmann setzte ein Zeichen Richtung Zukunft: An den Flügeln begannen die jungen Felix Irlacher und Lorenz Wutzl. In der zweiten Halbzeit forcierte er Florian Schmied als Spielmacher, auch Moritz Schobert bekam Spielzeiten, während Gasperov nur in Phasen der zweiten Halbzeit eingesetzt wurde. Den arrivierten Leuten stellte er die Rute ins Fenster: „Von Nenadic erwarte ich mir mehr. Zakula hat ein gutes Spiel gemacht, die Mannschaft aber nicht geführt.“ Auch Gasperov ist angezählt.