Willkommensparty für die Schmerzen. Absdorferin Sabrina Lederle verstärkte als „Küken“ das österreichische Team bei der 24-Stundenlauf-WM in Belfast.

Von Bettina Kulmer. Erstellt am 12. Juli 2017 (02:56)
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Guter Dinge. Sabrina Lederle weiß, dass sie ihren inneren Schweinehund mit dem Kopf überwinden muss.

400 Teilnehmer aus über 40 Nationen drehten anlässlich der Weltmeisterschaft im 24-Stundenlauf im Viktoria Park in Belfast (Nordirland) ihre Runden.

Vier Männer und drei Frauen vertraten Österreich bei diesem Ultralauf, darunter Sabrina Lederle aus Absdorf, die im ganzen Teilnehmerfeld die zweitjüngste Starterin darstellte. Es war ihr dritter 24-Stundenlauf und insgesamt sechzehnter Ultralauf.

„Monatelang habe ich darauf hingearbeitet und mein Teamchef betrachtete den Start als Seminar für mich, um internationale Wettkampfluft schnuppern zu können“, so die Läuferin.

Meter um Meter spulte die Athletin am 1,6 Kilometer langen Rundkurs herunter und bis Stunde 19 gelang ihr dies auch laufend. Dann musste Lederle immer wieder Gehpausen einlegen. Starke Schmerzen im Knöchel und Kreislaufprobleme machten ihr zu schaffen.

Aber da Schmerzen auch Kopfsache sind, entwickelte Lederle eine ganz besondere Strategie, um weiter durchzuhalten: „Ich hatte die Idee einer Willkommensparty im Kopf. Ich hieß jeden Schmerz willkommen und wir feierten zusammen diesen Lauf.“

Nach Ablauf der 24 Stunden hatte Lederle 166,77 Kilometer für das österreichische Nationalteam hinter sich gebracht. Damit errang sie unter 131 Frauen den 87. Platz. „Dieser Lauf war für mich persönlich der härteste bis jetzt, da ich mit vielen Problemen zu kämpfen hatte. Dennoch stand die ganze Zeit fast, dass Aufgeben keine Option für mich ist. Und — der nächste Ultra wird kommen.“