Laufbewerb für die breite Bevölkerung. Der Zwentendorfer Donaulauf war ein Fest für Jung und Alt. Das Herz der Bevölkerung hängt an ihm. Viele waren auf den Beinen. Entweder, um selbst mitzumachen. Oder um den Läufern kräftigen Applaus zu spenden.

Von Maria Knöpfl. Erstellt am 29. September 2017 (12:46)

300 Teilnehmer gingen an den Start. Der jüngste (Manuel Spannbruckner) war 17 Monate, der älteste (Felix Pauli) 77 Jahre. Damit, dass sogar ein Einjähriger mitläuft, hatte der Veranstalter nicht gerechnet. „Eine Medaille hatten wir noch, aber die Urkunde müssen wir nachschicken“, schmunzelte Manfred Bichler, der für die Gesamtorganisation verantwortlich zeichnete. Eine Urkunde wird deshalb nachgereicht, weil es für jeden Jahrgang eine eigene Wertung gab – eine Besonderheit des Zwentendorfer Donaulaufes. „Wir wollen die Kinder zum Laufen bewegen, deshalb bezahlen sie bei uns auch kein Startgeld“, so Bichler.

Felix Pauli wiederum ist Stammgast bei den Laufbewerben im Bezirk – und darüber hinaus. „Vor ihm ziehe ich meinen Hut, seine sehr bemerkenswerte Leistung verdient Riesen-Respekt“, so Moderator Christoph Woukun. Zum zehnten Mal war der Mann hinter dem Mikro in Zwentendorf mit dabei – die Zeiten, als dort noch Nigerianer für Top-Ergebnisse gesorgt hatten, hat er also erlebt.

Seit zwei Jahren geht die veranstaltende Volkshochschule Zwentendorf andere Wege, wird kein Preisgeld mehr ausgeschüttet. Die Ausnahme: 150 Euro gibt es nur, falls ein neuer Streckenrekord aufgestellt wird. Nicht der Top-Athlet wird angesprochen, sondern die breite Bevölkerung.

Maria Knöpfl

Hervorragende Zeiten gab es bei der 16. Auflage des Donaulaufes trotzdem. Mit Simone Fürnkranz (Langenlois) war bei den Damen eine Top-Läuferin am Start, die erst eine Woche zuvor beim Wachau-Marathon über die Halb-Distanz mit einer Zeit von 1:19:50 aufhorchen hatte lassen. In Zwentendorf waren nur drei Männer schneller als die amtierende Triathlon-Staatsmeisterin. Mit 39:36 lief Fürnkranz die zweitschnellste Zeit, die je eine Österreicherin in Zwentendorf gelaufen ist. Schon auf der dritten von sechs Runden überrundete sie die ersten Teilnehmer …

Bei den Herren landete Jakob Mehamad einen Start-Ziel-Sieg. Nur bis zur Halbzeit des Rennens konnte Vorjahressieger Philipp Gintenstorfer mit dem Asylwerber aus dem Sudan, der unter anderem auch schon den heurigen Tullner Rosenarcadelauf gewonnen hatte, Schritt halten. An den Streckenrekord von unglaublichen 30:29 Minuten konnte Mehamad freilich nicht heran kommen (36:13). Dritter wurde Andreas Grubmüller. „Seine Tochter lässt sich mehr Zeit als er“, wurde bei der Siegerehrung gescherzt. Grubmüller sieht Vaterfreuden entgegen, der errechnete Geburtstermin war eine Woche vor dem Lauf …

Alle Finisher des Laufes durften sich als Sieger fühlen. Auch der Veranstalter. „Wir bedanken uns bei den Wirtschaftstreibenden für die Unterstützung“, so Bichler.