Gleich am Stockerl: Harry Simon in Almaty sensationell. Harry Simon bei WM-Start in Almaty entfesselt. Zweimal bester Westeuropäer, dazu Comeback auf dem Siegerpodest.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 05. Februar 2020 (00:12)
Dem Schneechaos auf Kasachstans tief eingeschneiten Straßen entkam Harry Simon rechtzeitig, um in Almaty der Konkurrenz um die Ohren zu Fahren und schließlich mit Mechaniker und treuem Begleiter Josef Böhm den ersten WM-Stockerlplatz seit vielen Jahrenfeiern konnte.
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Gleich am ersten WM-Wochenende zeigte Harald Simon der Konkurrenz wieder einmal, was noch immer in ihm steckt. Der Pfaffenschlager Eisspeedway-Crack konnte im kasachischen Almaty als einziger Westeuropäer die Russen reizen, war zweimal bester Nicht-Russe und fuhr sogar erstmals seit vielen Jahren wieder aufs Podest.

NOEN

Dabei war zu Beginn voriger Woche noch gar nicht so sicher, dass er überhaupt in Almaty an den Start gehen würde können. Denn wie schon vor zwei Jahren bremste der kasachische Winter Simon, wie auch den russischen Fahrer Igor Kononov, die beide das Auto dem Flugzeug für die 3.000km-Reise vorgezogen hatten. Gleich nach der Grenzüberquerung blieb Simon am Montagmittag auf der meterhoch komplett verschneiten Straße stecken.

Kein Weiterkommen, also erst einmal ins Bett, das Schlafdefizit etwas ausgleichen. Zwei Tage musste er ausharren, später in einem Notquartier in einer Schule, wohin die Polizei sie und die anderen festsitzenden Autofahrer brachte, verpflegt vom Militär, während die Straße freigeschaufelt wurde.

Und jetzt wieder zurück nach Togliatti

Noch ein weiteres Mal blieben Simon und Josef „Weinstein“ Böhm, Mechaniker und treuer Begleiter seit Jahrzehnten, kurz im Schnee hängen, am Ende kamen sie aber rechtzeitig in Almaty an. Gut für Harry Simon, denn der holte beim WM-Auftakt am Samstag seinen ersten Stockerlplatz seit vielen Jahren.

Der 52-jährige ÖBB-Maschinenschlosser feierte zwar im ganzen Rennen keinen Laufsieg, punktete aber konstant und schlug in der Endrunde zu. Mit drei zweiten und zwei dritten Plätzen bot Simon in den Vorläufen eine konstante Leistung und qualifizierte sich für die Halbfinal-Läufe der besten acht.

Neben Simon standen die fünf russischen Fahrer in den Halbfinals, wo sich im zweiten hinter Dmitry Khomitsevich ein Dreikampf entwickelte, aus dem Simon als lachender Dritter hervorging, den Schweden Martin Haarahiltunen und Ex-Weltmeister Dmitry Koltakov ausstach.

Im Finale setzte sich Titelverteidiger Daniil Ivanov klar vor Khomitsevich durch. Rang drei holte sich mit einer bärenstarken Vorstellung Simon, der auf der letzten Runde noch Igor Kononov überholte.

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Seine Top-Form stellte Simon am Sonntag wieder unter Beweis. Fürs Stockerl reichte es diesmal knapp nicht, aber er war wieder bester Westeuropäer. Mit den fünf Russen und dem schwedischen Vater-Sohn-Gespann Stefan und Niklas Svensson kam er ins Semifinale.

Am Sonntag machte er sich wieder auf nach Togliatti, der der nächsten WM-Station. Diesmal kam er ohne Schneeblockade durch, war am Dienstag schon in Russland.