Harald Simon im Eis-Oval on Fire. Harald Simon bei Einzel-WM in Togliatti trotz Trainingsrückstand top. Nur die Russen waren am Sonntag noch schneller.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 17. Februar 2021 (02:40)
Harry Simon war am Sonntag in Togliatti bester Nicht-Russe. Am Samstag stoppte ihn am Weg dorthin das Getriebe seines mit neuem Motor ausgestatteten Bikes.
Lars Schroer

Der lange Weg nach Togliatti, knapp 3.000 Kilometer immer nach Osten inklusive mehr als 30 Stunden unfreiwilligem Aufenthalt an der Grenze zu Russland, haben sich für Harald Simon und seinen Reisekumpan Markus Jell – Simon fährt im „Inn Isar Racing“-Team des Bayern – ausgezahlt. Bei der heuer in einem Rennen entschiedenen Einzel-Weltmeisterschaft belegte der Pfaffenschlager den siebenten Platz, wurde zweitbester Nicht-Russe im Klassement.

Den Russen auf den Fersen. „Ich bin sehr zufrieden mit meiner Leistung“, sagte Simon. „Auch die Zusammenarbeit mit dem Team ist sehr gut gelaufen.“ Der 54-Jährige war an beiden Tagen stark unterwegs. Besonders am Sonntag war er den russischen Fahrern aber sehr auf den Fersen. Zwei Laufsiege und ein zweiter Platz hinter dem späteren Weltmeister Dinar Valeev katapultierten Simon mit elf Punkten auf den fünften Platz nach den Vorläufen. Schneller als der Waldviertler waren am Sonntag nur vier Russen, die sich allerdings schon mit etwas Respektabstand für die Finalläufe qualifizierten. Für Simon war das nach nur drei Trainingstagen auf dem Teich in Neu-Nagelberg ein großer Erfolg.

„Alle Läufe waren gut“

Auf dem besten Weg schnellster West-Europäer zu werden, war der Pfaffenschlager auch schon am Samstag. Hinter den Russen Daniil Ivanov und Valeev wurde er Zweiter. Der beste Lauf gelang Simon im letzten des Tages, als er Franz Zorn im ewigen Prestigeduell knapp besiegte und auch den Lauf gewann. „Alle Läufe waren gut“, wollte Simon nach dem Renntag aber keinen besonders hervorheben.

Am Samstag bremste nur das Getriebe. Lauf Nummer 14 hat ihm aber nicht geschmeckt. Da stoppte ihn nämlich ein Getriebeproblem. In der zweiten Runde sprang der zweite Gang raus, eine Runde später rollte die Maschine aus. Das bedeutete eine Nachtschicht für Mechaniker Beppo Böhm, der das Bike für Sonntag aber wieder flott bekam.

Neuer Motor überzeugte. Flott im wahrsten Sinne des Wortes, denn Simon war mit einem Motoren-Prototypen nach Togliatti gereist, der ihm sichtlich mehr Power verschaffte, besonders am Kurvenausgang. „Es ist ein neuer Motor, den wir heuer getestet haben, mit mehr Leistung. Er hat gut funktioniert“, ließ sich Simon direkt nach dem Rennen noch nicht recht viel entlocken. „Hoffentlich können wir nächste Saison damit in Serie gehen.“

In der WM-Gesamtwertung, die Weltmeister Valeev und drei weitere Russen anführen, musste Harry Simon durch das technische Problem am Samstag Landsmann Zorn als bestem Nicht-Russen knapp den Vortritt lassen, wurde mit 21 Punkten Siebenter. Für die nächste Saison ist Simon in dieser Form und mit diesem Motor aber eine klare Ansage.

Übrigens: Simons Teamkollege Markus Jell, der erstmals bei einer WM startete, überraschte in der Lada-Stadt als drittbester Nicht-Russe hinter Zorn und Harry Simon.