Mario Bauer: „Will mein Bestes geben“. Total überraschend kam der Vitiser Mario Bauer nun doch zu einem Ticket für die Paralympics in Rio. Am Montag hebt der Marathon-Läufer Richtung Brasilien ab.

Von Christopher Eckl. Erstellt am 31. August 2016 (05:06)
NOEN, Christopher Eckl
Der Vitiser Mario Bauer läuft dem Höhepunkt seiner sportlichen Karriere entgegen, tritt am 18. September bei den Paralympics in Rio de Janeiro über die Marathon-Distanz an.

Eine ganze Olympiade lang, also vier Jahre, hat Mario Bauer auf den Traum Paralympics 2016 hingearbeitet. Der platzte dann so schnell wie eine Seifenblase – aber nur, um jetzt doch noch zur Realität zu werden!

Weil das russische Olympia-Team kollektiv von der Teilnahme an den Spielen ausgeschlossen wurde, ging ein Marathon-Ticket volley an den Vitiser. Der 34-jährige wurde am vergangenen Mittwoch nachnominiert, ist die Nummer 27 im österreichischen Paralympics-Kader. Dass sein sportlicher Lebenstraum nun doch in Erfüllung geht, ist in den letzten Tagen immer mehr bei ihm angekommen, sagt Bauer im NÖN-Gespräch. „Jetzt ist aber noch einiges an Arbeit zu machen, Flüge organisieren und so weiter.“

Abheben wird er gemeinsam mit dem heimischen Olympia-Team bereits am Montag. Bis zu seinem großen Tag, dem 18. September, will Bauer die Zeit in Rio nutzen, um sich den sportlichen Feinschliff zu holen: „Ich werde dort sicherlich jeden Tag trainieren.“ Nicht zu kurz kommen soll aber auch der Erlebnisfaktor. „Einige andere Bewerbe werde ich mir anschauen, vor allem die mit österreichischer Beteiligung.“ Sightseeing steht auch am Programm. Vor allem, weil rund um den Wettkampftag einige bekannte Gesichter die Reise nach Rio antreten werden. „Meine Frau, mein Schwiegervater und einige Freunde werden nachreisen.“

Bestzeit ist nur schwer möglich

Riesengroße sportliche Vorhaben wird Bauer bei der Reise nach Rio nicht mit im Gepäck haben. Das Unterbieten der persönlichen Bestzeit über die 42,195 Kilometer – 2:39:30 Stunden – gleicht aufgrund des Hickhacks um die Paralympics-Teilnahme einer Herkules-Aufgabe: „Das ist mit der Vorbereitung, die ich hatte, kaum möglich. Schaffe ich die Zeit, wäre aber wohl ein Platz unter den besten Zehn möglich“, blickt der Qualitätstechniker für elektronische Bauteile voraus.

Was für ihn unterm Strich wirklich zählt, ist die Zufriedenheit mit sich selbst. Bauer: „Ich möchte am Ende des Marathons im Ziel ankommen und sagen können, dass ich mein Bestes gegeben habe.“