Eisspeedway: Harry Simon fährt zur WM

Erstellt am 19. Januar 2022 | 02:55
Lesezeit: 3 Min
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Mit Vollgas Richtung Weltmeisterschaft. Nach der Quali in Schweden stehen für Harry Simon zwei Rennen in Russland und der Niederlande auf dem Programm.
Foto: privat
Mit starker Vorstellung in Örnsköldsvik schaffte Harry Simon (54) aus Pfaffenschlag die WM-Qualifikation locker, das Podest verpasste er aber knapp.
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Das neue Jahr begann für Harald Simon im Hohen Norden. Anfang Jänner machte sich der Pfaffenschlager auf den Weg nach Schweden, trainierte dort, fuhr in der schwedischen Eisspeedway-Liga und qualifizierte sich am Samstag mit einer starken Vorstellung in Örnsköldsvik für die Einzel-Weltmeisterschaft.

Mit zwei Laufsiegen und zwei zweiten Plätzen in den Vorläufen war Simon klar auf Podestkurs, auch im Finale lief es gut, lag er bis in die letzte Kurve in Führung. Dann jedoch verlor er die Kontrolle über sein Motorrad und stürzte. „Schade. Ohne Sturz wäre das ein Podestplatz geworden“, knirscht er etwas mit den Zähnen, kann aber letztlich auch mit Rang vier gut leben, hat er als Vierter doch auch die Quali in der Tasche. Der dritte Rang ging an den Schweden Ove Ledström.

Ganz vorne war erwartungsgemäß am frischgebackenen Russischen Meister Nikita Bogdanov und seinem Landsmann Dmitry Khomitsevich kein Vorbeikommen. Die Top 8 der Quali bilden mit den sieben fixgesetzten Fahrern – darunter mit Franz Zorn ein weiterer Österreicher – und dem vom jeweiligen Renn-Ausrichter ausgewählten Wildcard-Fahrer das Starterfeld der Einzel-WM.

Der WM-Kalender ist indes bereits auf zwei Rennen zusammengeschrumpft. Inzell musste aufgrund der unsicheren Corona-Regeln in Bayern (bis mindestens 9. Februar keine Zuschauer erlaubt, darüber hinaus mehr als fraglich) bereits zum dritten Mal in Folge das Event in der Max-Aicher-Arena, Harry Simons Lieblingsbahn, absagen. Bleiben noch Togliatti im fernen Russland und das holländische Heerenveen als einziges Rennen in West-Europa.

Togliatti wird durchgezogen werden – ob die Pandemie am ersten April-Wochenende ein Rennen in den Niederlanden zulässt, darüber scheiden sich aber noch die Geister. „Die einen sagen so, die anderen sagen so. Das Rennen ist in einer Halle. Im Endeffekt wird es ein Politikum sein, ob gefahren werden darf oder nicht“, meint Simon.

Der ist derzeit gut in Form. Ehe er bei der WM-Quali das Podest nur knapp verpasste, absolvierte er für den SMK Gävle zwei Rennen in der Schwedischen Liga, schrieb in Örnsköldsvik elf Punkte, in Strömsund 13. „Das kann man lassen“, sagt er. Mehr Rennen wird er dort aber nicht bestreiten. „Ich kann nicht so lange oben bleiben“, erklärt Simon, der beim NÖN-Telefonat am Montagabend gerade auf dem Heimweg nach Pfaffenschlag Berlin passiert hatte.

Der Auftakt zur Einzel-WM steigt am 12. und 13. Februar in Togliatti, das folgende Wochenende findet im polnischen Sanok das erste Rennen zur heuer gesplitteten Europameisterschaft statt, am 19. März der zweite Teil in Tomaszów Mazowiecki (Polen).