Angeler: Comeback nach zehn Monaten. Tipico Bundesliga /  Der Mittelfeldspieler feierte seine Rückkehr im Wiener Neustadt-Dress – und gibt sich selbstkritisch.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 17. Juni 2014 (23:59)
NOEN, Collage Bruckmüller

Halbzeit beim Test Wiener Neustadt gegen Horn. Heimo Pfeifenberger tauscht durch, wechselt fast die komplette Garnitur durch. Nichts Besonderes für einen Vorbereitungs-Auftakt. Eine Einwechslung war dann doch nicht alltäglich: Marco Angeler feierte nach zehn Monaten sein Comeback im Dress des SC Wiener Neustadt. Der gebürtige Grimmensteiner hatte sich zu Saisonbeginn beim Debakel gegen die Wiener Austria eine Knieverletzung zugezogen. Für den Ex-Sollenauer wurde die abgelaufene Spielzeit zur schmerzhaften Geduldprobe: Arzt-Termine statt Mannschaftstraining, Therapien statt Bundesliga-Spiele. So hatte sich Angeler seine erste Saison als Profi nicht vorgestellt. Immer wieder stand seine Karriere an der Kippe –  eine riskante Operation stand im Raum.

Trainer Heimo Pfeifenberger über die Rückkehr des Blondschopfs: „Ich freue mich, dass Marco wieder dabei ist.“

Sie hätte die Rettung bedeuten können – oder aus dem Mittelfeldmann einen Sport-Invaliden machen. Vor wenigen Monaten dann die Wende: Trainer Heimo Pfeifenberger vermittelte ihm seinen Arzt aus Deutschland – mit seiner Hilfe kam Angeler wieder zurück. Schritt für Schritt zum normalen Fußballer-Leben.

„Timing, Zweikämpfe – es fehlt noch viel. Ich muss versuchen, so viel wie möglich zu spielen.“ Marco Angeler über sein erstes Spiel.

Und ein großer Schritt folgte am vergangenen Samstag. 45 Minuten durft er gegen Horn ran – mit Tape-Verband rund um das (ehemals) lädierte Knie. „Es tut gut, wieder zu spielen“, meinte Angeler nach dem Auslaufen. In aller Euphorie über seinen ersten Einsatz seit einer halben Ewigkeit bleibt der Grimmensteiner aber auch realistisch und kritisch: „Timing, Zweikämpfe – es fehlt noch viel. Ich muss versuchen, so viel wie möglich zu spielen. Jetzt, unmittelbar nach dem Spiel, habe ich aber schon noch leichte Schmerzen.“ Dass er das Kicken nicht verlernt hat, ließ er immer wieder aufblitzen: Mit einem Zucker-Pass setzte er Ali Osman in Szene, dessen Stangler hätte fast zum 2:0 geführt.