Rallyefahrer Dieter Karl Anton: Ein Leben im Drift. Dieter Karl Anton blickt auf ein halbes Jahrhundert im Rallyeauto zurück. Ob es 2020 noch weitergeht, ist fraglich.

Von Doris Damböck. Erstellt am 08. Oktober 2019 (09:01)
Foto: Damböck

Rallyefahrer Dieter Karl Anton hat die NÖN zu sich nach Hause geladen – der Anlass? Seit 50 Jahren fegt er im Drift über Schotterstraßen und Asphalt hinweg, genauso lange ist er mit seiner Regina verheiratet.

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Dieter Karl Anton und seine Regina sind seit 50 Jahren verheiratet, ebenso lange sitzt Anton im Rallyeauto.

Wenn man das Haus in Bad Fischau-Brunn betritt, verschlägt es einem den Atem. Denn man sieht Pokale und Auszeichnungen soweit das Auge reicht – unter anderem wurde Anton dreimal Staatsmeister und dreimal Europameister. Seine Frau Regina ist nie ein Rallyeauto eingestiegen, obwohl sie von der Leidenschaft ihres Mannes wusste: „Ich fürchte mich vor der Geschwindigkeit“, gesteht Regina Anton.

Dennoch war sie noch bei jedem Rennen dabei und kümmert sich um die kleinen Dinge. So sei zum Beispiel das „Glückskartofferl“ wichtig. „Mein Mann bekommt vor jedem Rennen eine kleine Kartoffel von mir. Diese steckt er dann als Glücksbringer in seine Hosentasche.“

Ob es für den Mechanikermeister im nächsten Jahr weitergeht, steht hingegen noch nicht fest. Anton würde dafür einen Geldgeber brauchen. „Der Sport kostet viel Geld. Mit einer einfachen Pension ist das nicht mehr zu finanzieren. Wenn wir keinen Sponsor finden, ist 2020 Schluss für uns“, so der 73-Jährige. Ohne einem größeren Schaden am Auto, kostet ein Rennwochenende für die Familie Anton etwa 3.000 Euro.