Wraber steht kurz vor dem Comeback. Nach seiner Schulteroperation im vergangenen August ist der Wiener Neustädter für die Schlussphase der Olympiaquali bereit.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 17. Februar 2021 (01:45)
Luka Wraber ist nach einer Schulteroperation am Weg zurück, will bis Mai die Olympia-Quailfikation endgültig dingfest machen.
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Im vergangenen Frühjahr machte die Corona-Pandemie dem Schlussspurt für die Olympia-Quali in Tokio einen Strich durch die Rechnung. Am 3. August entschied sich Österreichs Nummer eins für eine OP der lädierten Schulter, um heuer topfit die gute Ausgangslage im Qualirennen in die erste Olympia-Teilnahme umzumünzen. Der Plan scheint aufzugehen. „Es ist wirklich genial, dass ich in der gesamten Reha bisher kein Plateau erreicht habe und es stetig besser wird. Ich kann die meisten Schläge bereits ohne Einschränkungen spielen und mache auch im problematischen Überkopfbereich bei harten Schlägen von Woche zu Woche Fortschritte“, freut sich der ASKÖ Neudörfl-Spieler.

Wann er jetzt zur World Tour zurückkehrt, ist noch nicht ganz sicher. Geplant wäre die Rückkehr beim World Tour Super 300-Turnier in Basel (2. bis 7. März). Allerdings wurde das Feld aufgrund der Corona-Maßnahmen auf 32 Herren reduziert. Die Qualifikation wurde komplett gestrichen. „Derzeit befinde ich mich auf dem zwölften Reserveplatz, was normalerweise nicht reicht, um noch ins Turnier promoted zu werden. Dennoch werde ich anreisen, da ich die kleine Chance nicht ungenützt lassen möchte, endlich wieder wettkämpfen zu dürfen.“ Wenn er nicht noch in das Hauptfeld rutscht, wird Wraber beim World Tour Super 100-Turnier in Orleans (23. bis 28. März) sein Comeback geben.

„Es ist wirklich genial, dass ich in der gesamten Reha bisher kein Plateau erreicht habe und es stetig besser wird.“ Luka Wraber

Im Jänner zog Wraber die Physiotherapie Turnieren in Thailand und Dänemark vor. Einen frühzeitigen Einstieg wollte der Wiener Neustädter keinesfalls riskieren, auch wenn einige Weltranglistenplätzen drinnen gewesen wäre. „Durch Reisebeschränkungen einiger asiatischer Länder wäre ich bereits durch bloße Teilnahme bei diesen Turnieren über 20 Plätze auf der Weltrangliste geklettert und hätte mir bereits jetzt die Teilnahme bei der WM kommenden November fixiert. Da die Turniere jedoch nicht zur Olympiaqualifikation zählen und die Heilung meiner Schulter oberste Priorität für mich hat, habe ich mich dagegen entschieden.“

Ein Fixpunkt im weiteren Saisonverlauf ist die Europameisterschaft in Kiew (27. April bis 2. Mai), Einsätze in Peru und Malaysia sind eine Überlegung wert, aber: „Ob ich in Peru an den Start gehe, werde ich von der Auslosung bei der EM abhängig machen, da ich keinesfalls mit Jetlag in eine wichtige Partie starten möchte. Und da jetzt schon ab der Kategorie Super 300 die Qualifikation abgeschafft wurde, ist es unwahrscheinlich, dass ich in Asien reinkomme. Es sieht somit ganz danach aus, dass ich die Olympiaqualifikation in Orleans und Kiev besiegeln werde.“