Ärger in der Heimat. Weltmeister Kevin Reiterer wird international gefeiert – zuhause muss er sich aber mit einer Trainingsort-Frage plagen.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 27. Oktober 2014 (08:40)
NOEN, zVg
Zwei Weltmeistertitel stemmte Kevin Reiterer vor wenigen Wochen in den Himmel. Der Bad Fischauer stellte einmal mehr seine Klasse unter Beweis. Mit neuer Hülle mischte er die Szene wieder auf. „Durch die Umstellung hat der Jetski einfach mehr Flow bekommen“, schildert der Bad Fischauer.

„Bin der schnellste Mann auf dem Wasser"

Reiterer konzentrierte sich anders als sonst auf die zwei stärksten Klassen – und dominierte dort: „Es ist nicht nur wundervoll, die Titel zu haben, sondern viel mehr zu zeigen, dass ich der schnellste Mann auf dem Wasser bin, die Rennen mit harten Kämpfen und wahnsinnig viel Spaß gewann.“

Selbst für den Titelsammler war dieser Erfolg ein besonderer: Nach fünf Jahren ohne Pro- Titel wiederholte der 22-Jährige den Doppelerfolg – den es nur dreimal in der Geschichte gab.

Zurück in der Heimat hat Reiterer allerdings nicht mit Konkurrenten im Wasser, sondern mit anderen „Problemen“ zu kämpfen: Er will gemeinsam mit seinen Teamkameraden das Training verlegen –  vom heimischen Reiterersee der Familie auf einen See wenige hundert Meter davon entfernt. Problem: Dieser See gehört der Familie „nur“ zu zwei Dritteln – das restliche Drittel gehört der Firma Cemex.

„Wir haben große Achtung vor Kevin Reiterer"

Und die legt sich jetzt quer. „Wir haben große Achtung vor dem, was Kevin Reiterer leistet. Allerdings wollen wir den Status Quo bei dem See nicht verändern. Der Betrieb der Firma wäre nicht gestört, vielleicht stört es aber Naturfreunde, wenn hier Jetski gefahren wird“, erklärt Prokurist Bernd Wanivenhaus.

Bitter für Reiterer: Er hat bereits auf seiner Seite des Sees eine Garage für die Jetskis gebaut. „Es hat eine mündliche Absprache im Vorfeld gegeben“, meint Reiterer. Wanivenhaus: „Davon wissen wir nichts. Wir haben immer gesagt, dass der Status Quo sich nicht ändern sollte.“

Hintergrund

Herkunft: Geboren am 11. August 1992 in Neunkirchen, wuchs Reiterer in Bad Fischau-Brunn und in Wiener Neustadt auf. Seine Matura machte er im BG Zehnergasse. Aktuell studiert der Jetski-Champ an der FH Wiener Neustadt im Studiengang „Sport und Training“ .

Neue Aufgabe: Kevin Reiterer hat sich um zwei junge Jetski-Fahrer angenommen. Er coacht das Duo, trainiert mit ihnen, bereitet sie auf die Wettkämpfe vor. „Über den Sommer waren sie drei Monate in Österreich und haben hier trainiert“, schildert Reiterer.

Trainingssee: Kevin Reiterer trainiert am See des Großvaters, dem sogenannten „Reiterer-See“. Der andere See würde mehr Platz bieten.