Der Sport soll „grüner“ werden. Aktuelle Themen wurden bei der Konferenz der Landessportreferenten in Wr. Neustadt diskutiert. Sportlandesrätin Petra Bohuslav erteilt NÖ-Förderung für Bau eines Nationalstadions eine Absage.

Von Wolfgang Wallner. Erstellt am 07. Oktober 2019 (15:07)
NLK/Pfeiffer
Landesrätin Petra Bohuslav und Sportminister Eduard Müller bei der bundesweiten Konferenz der Landessportreferenten in Wr. Neustadt

Von der täglichen Bewegungseinheit in der Schule bis zum Klimaschutz im Sport spannte sich der Bogen. In Wr. Neustadt tagten die Landessportreferenten der österreichischen Bundesliga und beschäftigten sich mit aktuellen Themenfeldern. Die Ergebnisse präsentierten Bundesminister Eduard Müller und NÖ-Sportlandesrätin Petra Bohuslav (VP) im Anschluss an die Konferenz.

Kein Nationalstadion in NÖ?

Bohuslav nahm Stellung zur Debatte rund um ein „Nationalstadion“, das auch für internationale Fußballgroßereignisse geeignet ist. Es werde „keinen Fördereuro aus Niederösterreich für einen Neubau“ geben, sagte Bohuslav. Diskussionsbereit sei man in Sachen „Projektbeteiligung“ beim ebenfalls geplanten Trainingszentrum bzw. der ÖFB-Geschäftsstelle. Momentan ist die Zentrale des Fußballbundes ja noch im Ernst-Happel-Stadion untergebracht. Als möglicher NÖ-Standort steht u.a. die Sportschule Lindabrunn zur Debatte.

Kunstrasen: Genaue Untersuchung geplant

Ein Punkt der Tagung behandelte den Umwelt- und Klimaschutz im Sport, wobei hierbei besonders das Thema „Kunstrasenplätze und Schädlichkeit des Plastik-Granulats“ im Mittelpunkt stand. Der künstliche Untergrund, der gerade im Winter intensiv genutzt wird, ist zunehmend in die Kritik gekommen. „Das Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) hat sich dieser Problematik angenommen und wird diese Plätze und die Materialien genau untersuchen“, versichert Bohuslav. Niederösterreich werde  den Verlauf der Untersuchung genau verfolgen und bei Bedarf handeln.

Großveranstaltungen werden grün

„Mit einem Pilotprojekt zur pestizidfreien Pflege von Sportplätzen und der Förderung von ‚Green Sport Events‘ schafft Niederösterreich mehr Bewusstsein für den Umweltschutz im Sport“, sagte Bohuslav und führte als Beispiel den Wachau-Marathon, der mittlerweile „plastikfrei“ über die Bühne geht, an. „Durch die nachhaltige Ausrichtung unserer Vereine sowie durch die kohlendioxidneutrale Gestaltung unserer Sportstätten übernimmt das Sportland Niederösterreich Verantwortung“, betonte sie und erinnerte an die Photovoltaikanlage beim Sportzentrum Niederösterreich in St. Pölten.

Mehr Bewegung: Wer soll das bezahlen?

Im Hinblick auf die oftmals geforderte „tägliche Bewegungseinheit“ in den Schulen meinte Landesrätin Bohuslav: „Bewegung und Sport sollten ein selbstverständlicher Teil des Schulalltags werden. Bei diesem Thema ist das ‚System Schule‘ besonders gefragt. Die niederösterreichischen Pilotversuche, die die 'tägliche Turnstunde' forcieren, können auf ganz Österreich ausgeweitet werden.“

Die Bundesländer unterstützen den Forderungskatalog der Bundessport-Organisation (BSO) und setzen sich für die Einführung der „täglichen Bewegungseinheit“ für alle Kinder bis zum Ende der Schulpflicht ein. Die Finanzierung müsse aber auf „mehreren Schultern“ verteilt werden, das Bildungsressort und das Gesundheitsressort würden bei diesem Thema Verantwortung tragen, so die Landesrätin.

Bundesregierung: Bewegungseinheiten umsetzen

Bundesminister Eduard Müller verweist in seinem Statement auf ein Monitoring zum Bewegungsverhalten in den Schulen. „Sport ist nicht nur Bewegung, Sport hat mittlerweile auch eine wichtige gesellschaftliche und soziale Funktion erhalten.“ Die Umsetzung der „täglichen Bewegungseinheit“ sei ein wichtiger Schwerpunkt der Bundesregierung, hielt er fest.

Die Gesprächsthemen der Konferenz behandelten unter anderem die „Sportstrategie Austria“ sowie den aktuellen Forderungskatalog der Bundessport-Organisation (BSO) an die neue Bundesregierung