Meilenstein für den Jugendfußball in Wr. Neustadt. WNSC, Club 83, Admira und HW machen in der U15 und U17 gemeinsame Sache, Jürgen Burgemeister als Koordinator.

Von Fritz Hauke. Erstellt am 19. Mai 2021 (10:00)
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„4 Football“ in Wiener Neustadt: Admira-Nachwuchsleiter Heinz Kaindl, ÖVP-Sportstadtrat Philipp Gruber, WNSC-Vorstand und SPÖ-Vizebürgermeister Rainer Spenger, „4Football“-Koordinator Jürgen Burgemeister, ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger, WNSC-Sportdirektor Heinz Griesmayer, HW-Obmann Thomas Hollenthoner, Leiter des Sportmanagment der Stadt Wiener Neustadt Nikolaus Dopler, Club 83-Obmann Rudi Beier.
Stadt/Weller, Stadt/Weller

Es waren lange Gesprächsrunden, die Sportstadtrat Philipp Gruber mit den Wiener Neustädter Vereinen hinter sich hat. Während die Corona-Pandemie die Klubs vor eine ungewisse Zukunft stellte, wurde im Rathaus an einem Modell für eine Zusammenarbeit gebastelt. Das Ergebnis heißt „4Football“ – ein Wortspiel aus der deutschen Übersetzung „for Football – für Fußball“ und den vier Wiener Neustädter Vereinen.

„Ich bin sehr froh, dass es gelungen ist, eine Einigung über die wesentlichen Dinge zu erzielen. Hier geht es um eine Bündelung der Kräfte und eine deutliche Qualitätsverbesserung“, erklärt Gruber. Gemeinsam mit Bürgermeister Klaus Schneeberger spricht der Sportstadtrat von einem „historischen Schritt zur Professionalisierung des Nachwuchsfußballs in Wiener Neustadt“.

Schneeberger und Gruber weiter: „Nach vielen leider erfolglosen Anläufen, die Vereine unter einen Hut zu bringen, ist uns das nun endlich gelungen, wofür wir uns bei den Vereinsverantwortlichen sehr herzlich bedanken.“ Dabei rufen sie in Erinnerung, wie tief die Gräben zwischen den Wiener Neustädter Vereinen über Generationen war. „Wir freuen uns schon sehr, wenn die ersten Mannschaften der Spielgemeinschaft ihre Feuertaufe in der Meisterschaft feiern werden.“

Start mit drei Mannschaften

Den Anfang machen zwei Jahrgänge –die U17 und die U15, im letzteren werden zwei Mannschaften genannt. „Damit kann gewährleistet werden, dass jeder Spieler individuell gefördert werden kann und zu entsprechend viel Spielzeit kommt. Hier findet jeder und jede seinen Platz“, streicht Gruber einen unmittelbaren Vorteil für die beteiligten Kinder und Jugendlichen hervor.“

Langfristig soll dieses Projekt Wiener Neustadt als Fußball-Stadt etablieren. „Wir haben mit der Sportmittelschule, dem Sportgymnasium Zehnergasse und der FH mit einem Sportschwerpunkt auch abseits der Vereine viele Angebote, wo wir verschiedene Synergien nutzen wollen“, skizziert Gruber weiter.

Rainer Spenger vom WNSC, Heinz Kaindl von der Admira, Thomas Hollenthoner von Haidbrunn-Wacker und Rudolf Beier vom Club 83 meinen zu der Zusammenarbeit: „Wir haben uns im Sinne der Zukunft des Wiener Neustädter Fußballs zusammengefunden und wollen mit ‚4Football‘ ganz neue Wege bestreiten, von denen letztlich alle profitieren.

Die Kinder, weil sie noch professioneller trainieren und sich regelmäßig mit den Besten messen können, die einzelnen Vereine, weil sie dadurch Möglichkeiten in der Nachwuchsarbeit bekommen, die es sonst niemals gegeben hätte und die Sportstadt Wiener Neustadt, weil ein neues Aushängeschild entstehen kann, das zwar keinen Akademie-Status hat, aber inhaltlich und strukturell ganz nah dran sein wird. “

Das Funktionärs-Quartett weiter: „Definiertes Ziel dieses einzigartigen Projekts ist es, jeder jungen Fußballerin und jedem jungen Fußballer eine angemessene Ausbildung zu bieten.“

„Absoluter Top-Mann“ für das Projekt

Gruber betont, dass die entscheidenden Säulen dieses Projekts die Vereine selbst sind: „So eine Geschichte kann man nicht dirigieren und anschaffen. Das muss von den Vereinen selbst kommen und auch von ihnen getragen werden. Und das ist hier ganz klar der Fall.“ An der Spitze des Projekts als sportlicher Koordinator steht ein bekannter Name des regionalen Fußballsports: Jürgen Burgemeister, angehender UEFA-A-Lizenz-Trainer, als Spieler, Coach und Sportdirektor mit Erfahrung bis in die Regionalliga ausgestattet. „Es heißt immer, dass die besten in den Nachwuchs gehören – mit Jürgen Burge-meister haben wir einen absoluten Top-Mann für diese Aufgabe gewinnen können“, freut sich Gruber.

Burgemeister wechselt damit von der WNSC-Trainerbank auf die „4Football“-Kommandobrücke, teilte der Mannschaft am Dienstagabend mit, dass er eine neue Herausforderung angenommen hat. „Natürlich ist auch ein weinendes Auge dabei, weil ich gerne auch Trainer beim SC in der Regionalliga geblieben wäre. Aber dieses Projekt ist extrem reizvoll, deswegen habe ich mich dann auch dafür entschieden“, so Burgemeister. Unmittelbar nach seiner Zusage begann sich Burgemeister schon gedanklich auf seinen neuen Job einzulassen.

„Ich möchte auf alle Fälle sehr nah dran sein und nicht einfach, drei, vier Trainer hinstellen und sagen ‚los, macht‘s!‘ Mein Anspruch ist es, dass ich nach zwei Monaten jeden Spieler der drei Mannschaften kenne.“ Die Marschrichtung ist klar: „Wir wollen hier Akademie-ähnliche Zustände herstellen und einen Mehrwert für den Wiener Neustädter Fußball schaffen. Wichtig wird sein, dass auch die Spieler und ihre Eltern sehen, dass alle davon profitieren werden.“ Vor allem im taktischen Bereich will Burgemeister seine Handschrift einbringen. Die Abgänge zu umliegenden Vereinen sollen kleiner werden. „Wir wollen, dass die Spieler wieder hier in Wiener Neustadt bleiben und nicht 20, 30 Minuten mit dem Auto woanders hinfahren – weil sie dann sehen, dass hier gut gearbeitet wird“, so Burgemeister.

Weitere Details sind noch zu klären – drei verschiedene Arbeitsgruppen (Sport, Finanzen, Infrastruktur), beschickt von den vier jeweiligen Vereinen, arbeiten die Einzelheiten aus. Auch die Standort-Fragen sind zu klären. „Wo ich die Eltern und Spieler beruhigen kann – es wird nicht so sein, dass wir wöchentlich den Trainingsort wechsel“, meint Burgemeister.