Erstellt am 16. Februar 2015, 08:23

von Dominik Schneidhofer und Fritz Hauke

Sollenau gibt Trainer Gmasz den blauen Brief. Der Verein trennt sich von Coach Gerhard Gmasz „einvernehmlich“. Bis zum Sommer heißt der Trainer der Regionalliga-Mannschaft Robert Weinstabl.

Rückkehr? Jürgen Riedl soll als 1b-Trainer im Gespräch sein.  |  NOEN, Schranz

Sollenau beweist einmal mehr seine Hand für fragwürdige Personalentscheidungen. Der Verein drängt Trainer Gerhard Gmasz zur „einvernehmlichen Trennung“. Ungewöhnlich, weil Sollenau unter Gmasz das beste Kalenderjahr in der Regionalligageschichte gespielt hat. Ungewöhnlich, weil mit 52 Punkten ein Vereinsrekord aufgestellt wurde. Ungewöhnlich, weil in drei Wochen die Frühjahrsmeisterschaft beginnt.

Am vergangenen Donnerstag legten Obmann Christian Gruber und Präsident Andreas Kopeszky Gmasz die Trennung nahe – er erbat sich Bedenkzeit. Am Freitagvormittag dann die Einigung. Gmasz packt seine Sachen –  nach eineinhalb Jahren auf der Sollenau Trainerbank. „Mein Abschied hat keine sportlichen Gründe. Ich hatte in Sollenau eine schöne Zeit, am Ende war die Vertragsauflösung meine Entscheidung“, meint Gmasz.

Der Abschied von seinen Spielern fällt ihm schwer. „Mein Dank gilt der Mannschaft, sie ist charakterlich top. Besonders die Führungsspieler Helmut Prenner, Stephan Helm und Eldar Topic – sie haben auch in schwierigen Zeiten Loyalität bewiesen. Außerdem möchte ich mich auch bei den Präsidenten Gsellmann und Wöckl bedanken, die ich als Ehrenmänner mit Handschlagqualität kennen und schätzen gelernt habe.“

„Ich war nie jemand, der öffentlich Schmutzwäsche wäscht – und das soll jetzt auch so bleiben.“ Gerhard Gmasz schweigt zu den Hintergründen.

Vonseiten des Vereins hält sich Obmann Christian Gruber bedeckt: „Eine einvernehmliche Trennung – mehr sag‘ ich dazu nicht. Es ging einfach nicht mehr miteinander.“ Über Hintergründe schweigen sich beide Seiten aus. „Es gibt Gründe, die sollen aber intern bleiben. Ich war nie jemand, der öffentlich Schmutzwäsche wäscht –  und das soll jetzt auch so bleiben“, so Gmasz, der einen Ruf als „Gentleman-Coach“ genießt. Ein Knackpunkt war der Wechsel von Abwehrchef Jürgen Csandl zum Wiener Sportklub. Hinter Gmasz‘ Rücken ließ Gruber den Top-Verteidiger zum Liga-Konkurrenten gehen…

Wie die Zukunft aussieht? Während Gerhard Gmasz nach einer kurzen Auszeit wieder bereit für neue Aufgaben ist, bastelt Sollenau an den Trainerfragen. Die Regionalliga-Mannschaft wird bis zum Sommer vom bisherigen Co- und 1b-Trainer Robert Weinstabl betreut mit Milivoj Vujanovic als Assistent. Für den Neo-Coach eine Überraschung. „Es hat an Gmasz nichts auszusetzen gegeben“, spricht Weinstabl die gute Hinrunde an. Seinen neuen Tätigkeitsbereich sieht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Eine Regionalliga-Kampfmannschaft zu trainieren ist natürlich etwas ganz Besonderes, ich traue mir das zu“, freut er sich auf seine neue Aufgabe, stellt aber auch gleichzeitig klar, „es ist schon ein wenig emotional für mich, meine 1b-Mannschaft zu verlassen.“ Seine ehemaligen Schützlinge wird er mit Argusaugen weiter beobachten. Eine große Chance für die 1b-Kicker. „Da müssen sie sich aber reinhauen, die Regionalliga Ost ist kein Kindergeburtstag“, so Weinstabl.

Wer Robert Weinstabls Platz bei der 1b einnimmt, soll heute, Montag, oder morgen, Dienstag, entschieden werden. Gerüchteweise werden Namen wie Jürgen „Hopi“ Riedl genannt –  der Langzeit-Co war sich mit dem, mittlerweile, Ex-Trainer Gmasz nicht immer einig, aktuell arbeitet er in der Nachwuchsabteilung des SC Wiener Neustadt mit.