Erstellt am 09. März 2015, 07:33

von Josef Kleinrath und Fritz Hauke

Stadion Wr. Neustadt: Neue Pläne am Standort. Grundsatzbeschluss zum Standort-Wechsel wird aufgehoben. Jetzt werden alle Optionen neu diskutiert – auch eine Lösung am aktuellen Stadion-Standort.

Alte Dame. 60 Jahre wird das Stadion 2015 - jetzt werden Pläne diskutiert, die der Heimat des SC Wiener Neustadt ein völlig neues Gesicht geben könnten.  |  NOEN, Franz Baldauf

Es war eine Bürgerbeteiligung der damaligen SPÖ-Regierung, die einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates zur Folge hatte. Dieser lautete: Realiserung einer multifunktionalen Sportanlage bei der B54 samt Bundesliga-Stadion.

Jetzt ist die rote Stadtregierung abgewählt, die neue, bunte Stadtregierung beschreitet in dieser Frage neue Wege. Um die wirtschaftlich sinnvollste Lösung für die Stadt und den Verein zu finden, befindet sich nun ein Antrag für die Gemeinderatssitzung am 23. März in Ausarbeitung. „Mit diesem Antrag werden wir den vor der Gemeinderatswahl gefassten Grundsatzbeschluss zur Errichtung des Stadions bei der B54 aufheben und dahingehend ändern, dass alle möglichen Varianten schnellstmöglich geprüft werden“, informiert Sportstadtrat Markus Schnedlitz (FPÖ).

Das bekräftigt auch ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger am Rande des NÖ-Derbys, bei dem er übrigens auch von der Spielweise der Neustädter Kicker angetan war: „Im ersten Halbjahr wird es eine klare Entscheidung geben.“ Fix sei, dass es in Wiener Neustadt ein bundesligataugliches Stadion geben werde: „Wir prüfen alle Varianten, die nachhaltig positivste wird umgesetzt.“

„Im ersten Halbjahr wird es eine klare Entscheidung geben.“
ÖVP-Bürgermeister Klaus Schneeberger

  • Variante 1: Wiener Neustadt bleibt am aktuellen Standort, es wird eine Rasenheizung eingebaut und die Tribüne gegenüber der Haupttribüne überdacht. Damit wären alle Kriterien der Bundesliga erfüllt – bei überschaubaren Kosten und einer raschen Realisierungsmöglichkeit, allerdings ohne nachhalige Verbesserung für den Verein.

  • Variante 2: Umbau am aktuellen Standort: Hier gibt es eine neue Planung – bei dieser würde das Stadion um 90 Grad gedreht, der bisherige Kabinentrakt würde verschwinden, Kabinen, Tribünen, VIP-Bereich sowie die Geschäftsstelle würden in den Neubau integriert, zusätzlich würden auch Geschäftsflächen entstehen. Hinter dem Stadion (Richtung Europaschule) wäre Platz für mehr Parkplätze, auch könnten Kunstrasenplätze errichtet werden.

  • Variante 3: Umsetzung des ursprünglichen Projekts der SPÖ bei der B54.

  • Variante 4: Umsetzung eines neuen Projekts an einem anderen Standort – etwa dem alten Schießplatz bei der Autobahnabfahrt Wiener Neustadt West. Dieser Standort war von der SPÖ bereits ins Auge gefasst, später aber wieder verworfen worden.

Jetzt sollen unmittelbar die Gespräche zwischen Stadt- und Vereinsführung aufgenommen werden. „Ziel ist es, eine Lösung zu finden, die sowohl in der Errichtung als auch im Betrieb finanzierbar ist und eine Bespielbarkeit ab Juli 2016 sicherstellt“, erklärt Schnedlitz. Dazu soll seitens der Stadt auch mit der Bundesliga die weitere Vorgangsweise abgeklärt werden.


REAKTIONEN

„Wir sehen die Aufhebung des Grundsatzbeschlusses nicht als Rückschritt. Ein Rückschritt wäre es, wenn die neue Stadtregierung sagen würde, dass kein bundesligataugliches Stadion benötigt wird – das ist Gott sei Dank nicht der Fall. Präferenz gibt es von Vereinsseiten keine, wir sind für alle Lösungen offen. Dass wir auf die öffentliche Hand angewiesen sind, und dass wir eine neue Infrastruktur nicht alleine stemmen können, ist uns allen klar.“
SC Wiener Neustadt-Vorstand Ralph Spritzendorfer

„Im Idealfall wird hier keine Lösung für vier, fünf Jahre sondern für die Jahrzehnte geschaffen. Wir haben Gespräche mit politischen Vertretern und mit Personen, die ganz nah bei diesen politischen Vertretern sind, geführt. Jetzt warten wir die Detailgespräche ab.“
Wiener Neustadts Sport- und PR-Manager Günter Kreissl

„Wir wollen auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Merkur City ausloten.“
SCWN-Vorstand Joe Wöber

„Alles, was beim Stadion passiert, wird von unserer Seite begrüßt. Zur Zeit ist das Stadion zu 95 Prozent nicht belebt, mehr Frequenz wäre gut. “
Stefan Rutter, Eigentümer der Merkur City