ServusTV präsentierte Dokumentation über Dominic Thiem. 52 Minuten Dominic Thiem pur. ServusTV hat sich sechs Monate lang auf die Fersen von Österreichs Tennis-Star geheftet und den Weltranglisten-Vierten auf Schritt und Tritt begleitet.

Von Redaktion, APA. Update am 17. Juli 2019 (22:10)
APA/HANS PUNZ
(v.l.), Servus TV Intendant Ferdinand Wegscheider, Tennisstar Dominic Thiem, Sportchef Christian Nehiba anl. der Vorpremiere von Servus TV "Der Thiem-Spirit! Dominicund sein Aufstieg zum Tennisidol"

Entstanden ist eine Dokumentation, die am Mittwochabend im Filmmuseum in der Wiener Innenstadt eine Vor-Premiere gefeiert hat. Der breiten Öffentlichkeit wird das Werk am Montag, 29.7. (20.15 Uhr) auf ServusTV gezeigt.

Zwei Tage später, am Mittwochabend, wird Thiem dann seinen ersten Auftritt beim Heimturnier in Kitzbühel haben, das ab diesem Jahr ebenfalls von dem TV-Sender von Dietrich Mateschitz gezeigt wird.

Thiem- und Tennis-Fans werden sich die Dokumentation "Der Thiem-Spirit! Dominic und sein Aufstieg zum Tennisidol" da wohl schon angesehen haben, die am Mittwochabend u.a. von Gregor Schlierenzauer, der Familie Thiem, Thiem-Coach Nicolas Massu und -Manager Herwig Straka schon exklusiv und mit Begeisterung verfolgt wurde.

"Thiem gewährte Filmemacher nie gesehene Einblicke"

Als Einstieg dient der Finaltag bei den diesjährigen French Open in Paris. Schauplätze sind aber auch das Vorbereitungslager auf Teneriffa, die Südamerika-Tournee, Indian Wells, wo Thiem seinen ersten Masters-1000-Titel feierte, und die europäische Sandplatz-Saison. Doch nicht nur auf dem Platz, sondern auch hinter den Kulissen gewährte Thiem dem Filmemacher nie gesehene Einblicke.

Zu Wort kommen Tennis-Ikonen wie Rafael Nadal und Roger Federer, aber auch John McEnroe und Boris Becker. Aber natürlich auch sein nunmehriger Ex-Langzeit-Coach Günter Bresnik und Österreichs noch einziger Grand-Slam-Einzel-Champion Thomas Muster ("Er ist jetzt schon besser als ich es war") nehmen ausführlich Stellung.

Nadal, der in diesem Jahr auch im zweiten French-Open-Finale in Folge für Thiem noch zu stark war, streut Thiem Rosen. "Das Einzige, was er braucht, ist Zeit", meinte der mittlerweile zwölffache French-Open-Champion. "Er ist einer der wenigen Spieler, die immer mit der maximalen Intensität spielen und trainieren. Wir besitzen beide den Willen, den Punkt so zu spielen, als wäre er der letzte", erklärte der Mallorquiner. "Nicht nur bei Matches, sondern auch beim Training. Er hat das Potenzial, bei jedem seiner Schläge gewaltige Kraft und Speed zu entwickeln - auf eine Art und Weise, die unter uns sonst keiner hat."

Auch der 20-fache Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer sieht alle Möglichkeiten für Thiem. "Vielleicht, wenn Dominic eines Tages Nummer eins wird oder Grand-Slam-Champion wird oder große Matches gewinnt: Ja, dann wird er der nächste Tennis-Superstar sein neben anderen Spielern. Das wünsche ich ihm von Herzen. Dann hätten wir eine super Welt-Nummer eins und (er ist) ein netter Typ auch noch, das wäre schön fürs Tennis."

"Er hat als Kind alle Skispringer am Helm erkannt"

Doch der Blick richtet sich nicht nur in die unmittelbare Vergangenheit. Die Gestalter besuchten auch Lichtenwörth. Dort, wo die Familie Thiem zu Hause ist, wo Dominic zur Schule ging und seine ersten Tennisbälle geschlagen hat. Die Eltern und Großeltern erinnern sich zurück an die Anfänge und es gibt auch viele Privataufnahmen aus der frühesten Kindheit Thiems zu sehen.

Vielleicht herausragend: Der kleine Dominic hat tatsächlich im Alter von 14 Monaten, als er kaum schon gehen konnte, immer wieder mit einer Fliegenklatsche auf einen Luftballon geschlagen. Vater Wolfgang Thiem erinnerte sich lachend auch an eine andere Episode: "1997 waren wir in Griechenland im Urlaub, da war er vier Jahre. Da sind wir am Strand spazieren gegangen, wahrscheinlich eine Stunde in eine Richtung und eine Stunde zurück. Und er hat durchgehend Vor- und Rückhandschläge simuliert. Die Leute, die da am Strand vorbeigegangen sind, werden sich gedacht haben, der hat ein bisserl einen 'Klopfer'."

Im Fernsehen hat es Thiem damals allerdings eine andere Sportart am meisten angetan. Skispringen. "Er hat als Kind alle Skispringer am Helm erkannt", erinnerte sich Vater Thiem. Nicht zuletzt aus diesem Interesse heraus entwickelte sich später auch eine Freundschaft mit Österreichs Skisprungstar Gregor Schlierenzauer, der am Mittwoch die Dokumentation ebenfalls verfolgte.

Thiem, der die Doku wie seine Familie zum ersten Mal gesehen hat, war begeistert. "Sensationell. Wahnsinnsjob, unglaublich. Es sind auch einige Erinnerungen hochgekommen, an die ich schon ewig nicht gedacht habe", freute sich Thiem. Insgesamt wurden 90 Stunden Material gedreht, aus denen einmal 52 Minuten herausgefiltert wurden. Es soll jedenfalls nicht die letzte Dokumentation gewesen sein.

Als Geschenk und Dank für die Zusammenarbeit von ServusTV wird Thiem zu einem Probetraining mit einem Porsche auf den Salzburgring eingeladen. Und: in Anlehnung auf seine in der Doku offenbarte Liebe zur Schlagermusik ("Ich höre alles gerne, aber beim Schlager kriegt man richtig Bock") wird Thiem auch zu einer Schlagernacht eingeladen. Zwar sind seine eingeladenen beiden "Spitzenreiter" Michelle und Matthias Reim nicht zur Premiere gekommen, aber Thiem wurden als Gag zwei lebensgroße Pappfiguren der Schlagerstars überreicht.