EM-Bühne statt Schulbank für Koglbauer und Bader. Die Wiener Neustädterin Hannah Koglbauer und der Lanzenkirchner Jan Bader sind bei der Jugend-EM in Kitzbühel am Start – Finale als Ziel, Spitzenplatz nicht völlig illusorisch.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 18. Juni 2019 (03:27)
Malcolm Zottl
Verabschiedung im BG Zehnergasse. Direktor Werner Schwarz (r.) wird Hannah Koglbauer und Jan Bader für die EM die Daumen drücken. Trainer Claus Bader (l.) wird die Sportler in Kitzbühel eine Woche lang optimal einstellen.

Bei der Jugend-Europameisterschaft in Kitzbühel haben Österreichs Triathleten Heimvorteil. „Den werden wir nutzen“, grinst Trainer Claus Bader, der seit Samstag vor Ort ist und gleich zwei Athleten der Leistungsgruppe BG Zehnergasse zum Großevent nach Tirol mitgenommen hat – Sohn Jan holte bei der letztjährigen EM in Griechenland schon Bronze. Für die Wiener Neustädterin Hannah Koglbauer ist ein Großereignis hingegen eine neue Erfahrung: „Es ist mein erstes internationales Rennen. Die Vorbereitung ist bisher gut gelaufen.“

Die Form sollte auch bei Jan Bader stimmen: „Aber das wird bei den meisten der Konkurrenten auch so sein.“ Trotz des dritten Platzes im Vorjahr ist das erste Ziel die Finalteilnahme. Drei Semifinals gibt es. Insgesamt gehen am Donnerstag 90 Athleten pro Geschlecht an den Start. Nur 30 schaffen den Finaleinzug, kämpfen am Samstag um die Medaillen. Am Sonntag gibt es dann die Mixed-Staffel.

„Nur weil ich letztes Jahr Dritter war, heißt das nicht automatisch, dass es heuer wieder so ist“, sagt Bader junior. Und sein Vater ergänzt: „Wenn er im Jahr nach der Medaille unter die Top Ten kommt, wäre das sensationell.“

Für Koglbauer ist die Zieldefinition eine ähnliche, auch sie will ins Finale der besten 30. „Das ist realistisch. Mich freut es besonders, dass sie dabei ist. Da sie in der Vergangenheit oft mit verletzungsbedingten Rückschlägen zu kämpfen hatte, auch in den Wintermonaten“, erinnert Claus Bader.

Vor allem das Schwimmen wird entscheiden, ob die Ziele aufgehen. Dort müssen die Ellbogen ausgefahren werden, wer den Anschluss an die Spitze verliert, sieht diese beim Radfahren und Laufen oft nicht wieder. Erich Neulinger hat die beiden BG Zehnergassen-Schüler bestmöglich vorbereitet. „Er ist sehr erfahren, kann das Training sehr gut auf jeden Einzelnen ausrichten“, erklärt Koglbauer. Doch Triathlon-Schwimmen ist keine Hallensportart. Training im offenen Wasser war bis vor Kurzem nicht möglich. „Bei 15 Grad geht das nicht. Nicht einmal mit Neopren. Da haben wir in Zukunft sicher noch Aufholbedarf“, weiß Trainer Bader.