Einmal quer durch die Wüste. Feuerwehrmann Andreas Michalitz (49) lief im Oman 168 Kilometer über Sanddünen und durch die Nacht. Jetzt kommt Weltrekord.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 28. November 2017 (02:48)
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Das Laufen auf den Dünen erwies sich als besonders schweres Unterfangen. Durch das tiefe Einsinken in den Sand rutschten die Läufer immer wieder ab und kamen nur schwer weiter.
privat

Ultraläufer Andreas Michalitz lief beim Oman Desert Marathon an sechs Etappentagen 168 Kilometer durch die Wüste. Der Wiener Neustädter Feuerwehrmann beendete das Rennen auf Platz 24. Die NÖN bat den Extremsportler zum Gespräch.

NÖN: Warum haben Sie bei diesem Wüsten-Marathon mitgemacht?
Andreas Michalitz: Das war schon ein langes Vorhaben von mir, durch die Wüste zu laufen. Als ich im Internet nach dem berühmtesten Wüstenmarathon, dem Marathon des Sables, gesucht habe, bin ich auf den Oman Desert Marathon gestoßen. Der ist von den Kilometern etwas kürzer, aber mit dem Startgeld von 1.200 Euro auch günstiger.

Sie haben schon viele extreme Läufe bestritten, etwa den Weltrekord über 100 Kilometer in voller Feuerwehrmontur. Was waren die besonderen Herausforderungen beim Wüsten-Marathon?
Es ist gar nicht vergleichbar. Man kann es sich so vorstellen, als wenn man durch 40 Zentimeter hohen Schnee läuft. Das ist komplett anders, als auf hartem Untergrund. Wir sind auch über Dünnen gelaufen. Da kann es passieren, dass du fünf Schritte machst und nicht nach vorne kommst, weil du dauernd abrutschtst.

Was war das Highlight beim Lauf?
Es hat eine Nacht-Etappe gegeben. Da war um 15 Uhr der Start und um 17 Uhr ist es in der Wüste stockfinster. In der Wüste ist es extrem ruhig: Du hörst nichts, du siehst nichts. Das Gefühl ist unbeschreiblich. Wenn du hier läufst, hast du zumindest das Rauschen der Bäume.

Gab es auch Schwierigkeiten?
Das einzige Problem war das richtige Einteilen des Trinkens. Man hatte alles, was man braucht, im eigenen Rucksack. Das einzige, was zur Verfügung gestellt wurde, war das Wasser. Die Verpflegungsstellen sind aber nicht regelmäßig gekommen. Da darfst du dich nicht drauf verlassen, dass alle zehn Kilometer eine Station ist, bei sowas musst du mitdenken.

Wenn man Sie auf facebook verfolgt, weiß man, dass Sie mittlerweile für viele Menschen ein Vorbild sind, manchen sogar neuen Lebensmut geben. Was bedeutet Ihnen das?
Es ist schön, als nicht mehr ganz so Junger, junge Menschen zum Sport zu motivieren. Ich freue mich über jeden, der wegen mir mit dem Sport anfängt, selbst wenn es nur einer ist. Mittlerweile rufen aber auch schon viele Leute an oder schreiben mir auf facebook und wollen Tipps haben.

Am Samstag stellen Sie sich dem nächsten Weltrekordversuch. Im Fischapark besteigen Sie 24 Stunden lang eine Rolltreppe und das in voller Feuerwehrmontur. War der Oman Desert Marathon dafür die optimale Vorbereitung?
Was die Wärme und Hitze angeht auf alle Fälle. Im Fischapark wird es unter dem Feuerwehranzug sehr heiß werden. Dort ist es auch oft bergauf gegangen, das wird im Fischapark auch so sein und auch vom Durchhalten im Kopf wird es ähnlich. Wir haben den Termin aus zwei Gründen so gewählt: Erstens, weil es der erste Weihnachtseinkaufstag ist und wir hoffen, dass so mehr Spenden für den guten Zweck eingehen und weil eben die Woche vorher der Oman Desert Marathon stattfand.

Viele fragen sich natürlich, wie schafft er das: so viel Belastung in so kurzer Zeit?
Ganz wichtig ist eine gesunde Ernährung. Und die Regeneration, da habe ich vielleicht einen Vorteil, weil ich Schicht arbeite und so auch immer wieder unterm Tag regenerieren kann. Man muss eine ausgewogene Trainingsgestaltung haben. Wenn man jeden Tag das Nachtleben in der Herrengasse genießt, ist das nicht förderlich. Aber es ist nicht so, dass man keinen Alkohol trinken darf. Es ist schwer zu sagen, weil jeder anders ist. Zum Ausdauersport gehört Veranlagung und Talent dazu. Wenn man sich bemüht, kann man einiges aus seinem Körper heraus holen.