Wiener Neustadt und Austria trennen sich 2:2. Die Austria hat in der Fußball-Bundesliga für zumindest einen Tag die Spitze übernommen. Freuen durften sich die Violetten aber nicht. Mit einem 2:2 gegen den SC Wiener Neustadt ließen die Violetten am Samstag zwei Zähler fahrlässig liegen.

Erstellt am 26. November 2011 (20:45)
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Die Niederösterreicher erzielten den Ausgleich in der Wiener Generali Arena erst in der 92. Minute. Am Sonntag hat Aufsteiger Admira wieder die Chance, zum Abschluss der 16. Runde bei Meister Sturm Graz Platz eins zurückzuerobern.

Fehler in der Defensive kosteten die Austria erneut Punkte. Beim 0:1 durch Tomas Simkovic (37.) patzte Torhüter Heinz Lindner, beim 2:2 durch Günter Friesenbichler die gesamte Hintermannschaft. Die Austria hatte die Partie durch einen umstrittenen Treffer von Tomas Jun (47.) und das achte Saisontor von Nacer Barazite (52.) zuvor erfolgreich gedreht. Die am Mittwoch in der Europa League bei Metalist Charkiw engagierte Mannschaft von Karl Daxbacher liegt mit 27 Punkten nun punktgleich mit Rapid, Ried und Admira voran. Wiener Neustadt ist Siebenter.

Die Austria machte sich das Leben vor heimischer Kulisse erneut selbst schwer. Wie beim 2:2 gegen Wacker Innsbruck rannten die Favoritner nach der ersten Spielhälfte einem Rückstand nach. Simkovic nutzte eine Unsicherheit von Lindner, der dem Ex-Austrianer den Ball nach einem Luftduell mit der eigenen Innenverteidigung servierte. Simkovic hatte vor dem leeren Tor kein Problem.

Die Austria war in einer von Beginn weg unterhaltsamen Partie zuvor spielbestimmend, gab den Gästen bei Ballverlust aber oft den Raum zum Konter. Die mit einem Erfolgserlebnis gegen Meister Sturm nach Wien gereisten Niederösterreicher hielten das Spiel offen. Chancen für die Violetten, bei denen Manuel Ortlechner mit einem Muskelfaserriss im Oberschenkel früh ausgetauscht werden musste, ergaben sich nur durch einen abgefälschten Schuss von Zlatko Junuzovic (24.) sowie einen zu zentral angetragenen Versuch von Alexander Grünwald (28.). Auf der Gegenseite war Lindner gegen Pollhammer auf dem Posten (30.), ehe Simkovic zuschlug.

Vor den Augen von Teamchef Marcel Koller schlug die Austria aber unmittelbar nach Seitenwechsel zurück. Dem 1:1 ging jedoch eine fragwürdige Entscheidung des Schiedsrichter-Teams um Thomas Gangl voraus. Eine Hereingabe von Jun bändigte Neustadts Schlussmann Jörg Siebenhandl aus Sicht des Unparteiischen erst hinter der Torlinie. Dass der Ball diese jedoch mit vollem Umfang überschritten hatte, war eher zu verneinen. SC-Trainer und Ex-Austria-Meistermacher Peter Stöger war ob dieser Entscheidung ganz und gar nicht erfreut.

Während die Blau-Weißen noch haderten, legte die Austria nach. Eine Kombination über Junuzovic, Gorgon und Jun landete bei Torjäger Barazite, der den Ball ins lange Eck schlenzte. Die Violetten verpassten danach die Vorentscheidung: Barazite nach einem Konter (55.) und Grünwald (60.) scheiterten jeweils an Siebenhandl. Dies sollte sich noch rächen.

Wiener Neustadt suchte sein Glück lange Zeit mit untauglichen Mitteln. Trotzdem klappte es in der Nachspielzeit: Gegen eine unsortierte Austria-Abwehr scheiterte Friesenbichler zunächst an Lindner, ehe er im zweiten Versuch doch noch traf. Am Ende gab es für die Austria trotz der Tabellenführung somit hängende Köpfe.

Fußball-tipp3-Bundesliga (16. Runde): FK Austria Wien - SC Wiener Neustadt Endstand 2:2 (0:1). Wien, Generali-Arena, 7.402, SR Gangl.

Torfolge: 0:1 (37.) Simkovic
1:1 (47.) Jun
2:1 (52.) Barazite
2:2 (92.) Friesenbichler

Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Ortlechner (7. Dilaver), Suttner - A. Grünwald, Mader - Gorgon, Jun (87. Hlinka), Junuzovic - Barazite (74. Linz)

Wr. Neustadt: Siebenhandl - Klapf, Madl, Ramsebner, A. Schicker - Pollhammer (87. Prskalo), Stanislaw, D. Wolf (71. Evseev), Simkovic - Ciftci (82. M. Lindner), Friesenbichler

Gelbe Karten: Margreitter bzw. Schicker, Madl, Wolf, Siebenhandl, Friesenbichler, Simkovic
Die Besten: Jun, Junuzovic, Grünwald bzw. Pollhammer, Simkovic


Meinungen zum Spiel:
Peter Stöger (Trainer Wr. Neustadt): "Geärgert hat mich nicht, dass das Tor gegeben wurde, sondern die Art und Weise. Es war kurios, wie lange es gedauert hat, bis der Schiedsrichter entschieden hat. Mit dem 1:1 sind wir außer Tritt gekommen. In dieser Zeit hätte die Austria das Spiel klar entscheiden können. Meine Mannschaft zeigt Tendenz nach oben und ist bereit, zu lernen. Wir haben schön langsam Bundesliga-Niveau und können mitspielen."

Jörg Siebenhandl (Torhüter Wr. Neustadt): "Der Ausgleich war verdient, mit dem Punkt können wir sehr zufrieden sein. Das 1:1 hat der Schiedsrichter falsch gesehen. Der Ball war ganz sicher nicht im Tor."

Karl Daxbacher (Trainer Austria): "Mich hat gestört, dass wir von Beginn weg zu wenig aggressiv und siegeshungrig waren. Dann sind wir zurecht bestraft worden, auch wenn es ein schwerer Tormannfehler war. Wir haben zu emotionslos gespielt, dann passiert das. Der Ball zum 1:1 war eigentlich nicht drinnen. Am Ende war das Unentschieden für Wiener Neustadt nicht unverdient. Beim 2:2 hat die Abstimmung überhaupt nicht geklappt, das war ein grober Fehler."