Wr. Neustadt bezwingt "Angstgegner". Großer Schritt in Richtung Klassenerhalt: Wiener Neustadt schickt Wacker Innsbruck mit 1:0 nach Hause – und baut Vorsprung auf neun Zähler aus.

Erstellt am 22. Februar 2014 (21:16)
NOEN, HERBERT PFARRHOFER (APA)
APA17154288 - 22022014 - WR. NEUSTADT - …STERREICH: 1:0 durch Herbert Rauter (Neustadt/2.v.l.) wŠhrend der Fu§ball-Bundesliga-Begegnung SC Wr. Neustadt - FC Wacker Innsbruck am Samstag, 22. Februar 2014 in Wiener Neustadt. APA-FOTO: HERBERT PFARRHOFER
Von Fritz Hauke

Abstiegskampf pur beim Duell Wiener Neustadt gegen Wacker Innsbruck. Für die Hausherren war vor dem Anpfiff die Situation klar: Ein Sieg und der SC hat auf das Schlusslicht aus Tirol satte neun Punkte Vorsprung. Eine Niederlage – und es wird noch einmal knusprig.

Auftakt nach Maß

Die erste gute Situation hatten die Innsbrucker. Daniel Schütz setzte sich auf der rechten Seite durch, sieht Osagie Bright Edomwonyi – doch die Solo-Spitze verzieht. Danach wurden die Wiener Neustädter munter, kamen nach Eckbällen gefährlich vor das Tor von Szabolcs Safar. Nach über zehn Minuten zeigte Kristijan Dobras seine Klasse: Der wendige Techniker tanzte durch die Tiroler Hintermannschaft – und setzte mit einem halbhohen Pass zwischen die Verteidiger Herbert Rauter gut in Szene. Der 32-Jährige ließ sich nicht zweimal bitten – 1:0 für den SC. Zu diesem Zeitpunkt absolut verdient. Neustadt legte nach: Die Innsbrucker waren in der Anfangsphase nicht vorhanden. Thomas Pichlmann hatte in der 19. Minute eine Top-Chance: Er scheiterte an Safar.

Wenn Wacker gefährlich wurde, dann über Edomwonyi. Der Nigerianer war ein ständiger Aktivposten. In Minute 24 musste SC-Goalie Thomas Vollnhofer gegen den völlig alleine gelassenen Christian Schilling in aller höchster Not retten.

Innsbrucker wurden stärker

Mitte der ersten Hälfte waren die Innsbrucker im Spiel angekommen. Eine abgefälschte Schilling-Flanke rettete Vollnhofer mit Hilfe des Aluminiums über die Querlatte. Die Partie gestaltete sich gegen Ende von Halbzeit eins sehr zerfahren. Viele Fouls im Mittelfeld und kaum Strafraumszenen prägten diese Phase.
In der Halbzeit wurden nicht nur Lukas Denner und Thomas Pichlmann für Peter Hlinka und Thomas Fröschl sowie Alex Hauser für Christian Schilling getauscht, sondern auch Schiedsrichter Manuel Schüttengruber blieb in der Kabine: Der Referee zog sich einen Muskelfaserriss zu. Der vierte Offizielle, Andreas Feichtinger, sprang ein.

Neustadt verwaltete Ergebnis

Wiener Neustadt agierte in der Anfangsphase der zweiten Hälfte zu lässig mit Chancen und Ballbesitz – Matthias Koch hätte nach einer Dobras-Vorarbeit für eine kleine Vorentscheidung sorgen können (52.). Dobras stellte Safar mit einem Distanzschuss vor Probleme – der Wacker-Goalie ließ auf die Seite abklatschen. Der SC wechselte noch einmal: Manuel Wallner, der kurz davor mit dem Kopf mit Marco Kofler zusammenkrachte, machte Platz für Matthias Sereinig.

Wacker Innsbruck hatten nach einem Luftkampf zwischen Edomwonyi und Pollhammer einen Elfer gesehen – die Pfeife des Schiris blieb stumm (60.). Hinterseer hatte in der 72. Minute die bis dahin beste Chance der Innsbrucker nach der Pause. Wiener Neustadts Antwort folgte kurz darauf durch Thomas Fröschl per Kopf – Safar auf dem Posten. Ein Jevtic-Freistoß landete knapp neben dem Tor von Thomas Vollnhofer.

Erleichterung nach dem Schlusspfiff

Auch der SC kann Freistoß schießen: Bei einem Free-Kick von Dobras von 25 Meter fehlten nur wenige Zentimeter. Schrecksekunde für die Heim-Fans: Die Innsbrucker verstolperten einen Hochkaräter durch Kofler (87.). Hektische Schlussminuten im Neustädter Stadion: Goalie Thomas Vollnhofer klärt zweimal mit der Faust – und ebnet den Weg zum Sieg. Nach langen 94 Minuten pfeift der Schiedsrichter ab. Der SC jubelt, die nächsten drei Punkte sind im Sack.

Nach dem Spiel war die Erleichterung bei den Neustädtern zu spüren. SC-Trainer Heimo Pfeifenberger: „Eine hektische, schwierige Partie. Die Leistung war nicht gut. Wir können viel mehr. Vom Willen war es eine Top-Leistung. Ein Kompliment an meine Mannschaft.“
Sturmtank Thomas Pichlmann: „Es ist ganz wichtig, dass wir die Big Points gemacht haben. Jetzt liegt es nur an uns – wir haben es in der Hand.“
Wacker-Trainer Michael Streiter schob Frust: „Mir kommt vor, als wiederholt sich jede Woche der selbe Film. Fouls an uns werden einfach nicht geahndet. Dobras muss in der ersten Halbzeit mit Gelb-Rot gehen. Zum dritten Mal in Folge wurde uns von den Schiris ein Penalty nicht gegeben.“