Wr. Neustadt verliert Bundesliga-Schlager

Wr. Neustadt unterlag Tabellenführer Wels. Schwerwiegender Ausfall dezimierte die Niederösterreicher bereits im Vorfeld. Ein Remis wäre aber drinnen gewesen.

Erstellt am 20. November 2021 | 08:46
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Tomas Konecny überraschte mit seinem Sieg über Nandor Ecseki. Die Trendwende leitete der Erfolg gegen Wels nicht ein.
Foto: Malcolm Zottl

Es war der langersehnte Schlager: Titelverteidiger und Cupsieger Wiener Neustadt gegen Tabellenführer Wels. Die hohen Erwartungen konnte das Spitzenspiel nicht erfüllen, weil nur die Oberösterreicher komplett antraten. Doch alles der Reihe nach.

Kojic unterliegt Martinko in Fünfsatz-Thriller

Der Abend begann mit einem echten Krimi. Zunächst hatte Wiener Neustadts Nummer eins Frane Kojic den Welser Jiri Martinko unter Kontrolle, gewann den ersten Satz souverän. Im zweiten Durchgang verspielte der Kroate eine 5:2-Führung. Martinko siegte mit 11:9, der Satzausgleich war hergestellt. Kojic wirkte in dieser Phase von der Rolle, geriet im dritten Satz mit 0:4 im Rückstand. Es folgte eine Aufholjagd und die neuerliche Satzführung für Wiener Neustadt. Satz vier verlief lange Zeit ausgeglichen, ehe sich Martinko Mitte des Durchgangs absetzte. Der fünfte Satz musste die Entscheidung bringen. Mit sechs Punkten in Folge zog der Welser auf 6:2 davon. Kojic verkürzte nochmals auf 6:7. Zum Sieg reichte es nicht mehr. Mit einem Servicefehler beendete Kojic die erste Partie. Wels führte, Fehlstart für Wr. Neustadt. Kojics Punkt war eigentlich fest eingeplant.

Ersatzmann chancenlos, Konecny überrascht

Ein Sieg von Patrick Günther wäre hingegen ein Tischtennis-Wunder gewesen. Wiener Neustadts Stadtmeister sprang für den erkrankten Felix Wetzel ein. Die Nervosität war dem Lokalmatador anzumerken, wirklich entspannt wirkte Andreas Levenko, Schwechater im Dienste der Welser, auch nicht. Unterm Strich war die Partie aber die erwartet klare Angelegenheit. 11:4, 11:4 und 11:6 gewann Levenko. Günther ärgerte sich: „So einfache Fehler.“

Und auch im dritten Match galt Wiener Neustadts Tomas Konecny gegen Wels‘ Top-Mann Nandor Ecseki als grasser Außenseiter. Doch der Tscheche bot seine beste Leistung seit Langem. Der erste Satz plätscherte vor sich hin. Ecseki hatte vermeintlich alles im Griff, hatte bei 10:8 Satzbälle. Doch Konecny machte plötzlich vier Punkte in Folge, ging 1:0 in Führung. Damit war der Tscheche im Tunnel, riss Trainer Martin Doppler mit spektakulären Punkten vom Sessel und brachte Ecseki zur Verzweiflung. Konecny siegte sensationell mit 3:0-Sätzen.

Doppel bringt Neustadt auf Verliererstraße

Die Chance auf ein Remis lebte wieder. Doch die Euphorie wich prompt der Ernüchterung, weil es Wiener Neustadt nicht gelang den nötigen Sieg im Doppel nachzulegen. Ecseki/Martinko waren eine Klasse besser als Kojic/Konecny. Die Welser dominierten alle drei Sätze. Damit war den Welsern ein Unentschieden zumindest sicher. Kojic erzwang zumindest das allesentscheidende Match.

Der Kroate demütigte Levenko phasenweise – gewann den zweiten Durchgang mit 11:0 – am Ende stand ebenfalls ein glatter 3:0-Satzsieg. Nur noch 2:3, ein Remis im Spitzenspiel dennoch höchst unwahrscheinlich, weil Ersatzmann Günther gegen Martinko an die Platte musste. Der Wiener Neustädter wehrte sich wacker, von einem Satzgewinn blieb er erwartungsgemäß weit entfernt. Durch den 4:2-Sieg sichert die Tabellenspitze ab, hält Wiener Neustadt auf Distanz.

Das sagt Wr. Neustadt-Obmann Franz Gernjak

"Der Druck ist natürlich größer geworden, indem wir im Prinzip nur zu zweit spielen konnten. Man muss sagen, dass Jiri Martinko im ersten Match exzellent gespielt hat. Im dritten Spiel haben wir gut gekontert, da war Konecny eigentlich Außenseiter. Ganz gereicht hat es dann trotzdem nicht. Es ist erst der Beginn der Meisterschaft, wichtig ist, dass wir am Ende stark sind."