Noa hofft auf ihr erstes Weltcuprennen für Israel. Noa Szollos geht in Waidhofen an der Ybbs in die Schule und fährt für Israel Rennen. Das große Ziel: im Weltcupzirkus ankommen.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 13. Januar 2021 (03:39)
Seit drei Jahren fährt Noa Szollos für Israel. Zuvor war sie für Ungarn am Start.
privat

Welche Beweggründe haben Sie zum Skisport gebracht?

Noa Szollos: Hauptsächlich waren es meine Eltern. Ich kann mir ehrlich gesagt ein Leben ohne Skifahren nicht einmal vorstellen, ich habe nie wirklich etwas anderes gemacht und habe auch nichts anderes vor.

"Skifahren ist ein sehr teurer Sport und es muss viel Geld investiert werden, bis man zu einem Punkt kommt, wo Sponsoren und vielleicht auch das Land eine größere Rolle spielen."

Welche Einschränkungen bringt der Profisport für Sie mit?

Zum Glück ist die Ernährung im Skisport nicht ganz so wichtig, da kann ich eigentlich essen, was ich will, solange ich es nicht übertreibe. In der Freizeit merkt man dafür umso mehr, dass diese eingeschränkt wird. Vor allem während der Skisaison bin ich sehr viel unterwegs, auch im Ausland, sei es Skitraining oder Trockentraining. Im Sommer sind wir im Waidhofner Trainingszentrum (TZW) 15-18 Stunden im Training neben der Schule. In der Skisaison sind das dann ca. 7 bis 10 Stunden Trockentraining zusätzlich zum Skifahren.

Denken Sie, es macht einen großen Unterschied, ob die Familie bereit ist, den Sport zu finanzieren?

Ja, auf jeden Fall. Skifahren ist ein sehr teurer Sport und es muss viel Geld investiert werden, bis man zu einem Punkt kommt, wo Sponsoren und vielleicht auch das Land eine größere Rolle spielen.

Für welche Nation treten Sie zurzeit bei Rennen an?

Zurzeit fahre ich für Israel, das ist seit drei Jahren so und wird wahrscheinlich auch so bleiben. Davor bin ich für Ungarn gefahren, vor drei Jahren haben meine Brüder und ich die israelische Staatsbürgerschaft bekommen, das war eigentlich immer schon so geplant gewesen.

"Natürlich waren die Youth Olympics eins meiner schönsten Highlights."

Gibt es für Sie Schattenseiten am Profisport und wieso nehmen Sie diese in Kauf?

Natürlich gibt es Schattenseiten. Man weiß nie, ob man ein Level erreicht wo sich das Ganze auszahlt. Es kostet alles viel Geld, viel Zeit und vor allem viel Energie. Nicht nur für mich selbst, sondern auch für meine ganze Familie, weil sie mich bei allem unterstützt. Außerdem ist das Verletzungsrisiko gerade beim Skifahren sehr hoch, das muss man in Kauf nehmen.

Was war Ihr bisher schönstes Highlight in Ihrer Skikarriere?

Natürlich waren die Youth Olympics eins meiner schönsten Highlights. Aber ein paar Rennen danach war ein Riesentorlauf, wo ich das erste Mal mit neuen Skiern gefahren bin. Dort konnte ich meine besten Punkte in der letzten Saison erreichen. Das war ebenso ein echt spezieller Moment für mich. Wir hatten eine super Piste, es war ein wirklich tolles Gefühl, dort zu fahren.

Welche Ziele haben Sie sich trotz der derzeitigen Corona-Situation für heuer gesetzt?

Die Pläne für heuer sind, meine ersten paar Weltcuprennen zu fahren. Natürlich erstmal zum Testen, um zu sehen, wie es dort ist und auch die Leute einmal kennenzulernen. Auch im Europacup möchte ich mehr Rennen fahren, um vielleicht meine ersten Punkte dort zu holen und meine Punkte zu verbessern. Ich habe mir für heuer noch keine konkreten Ziele gesetzt, ich schaue eher schon drei bis fünf Jahre in die Zukunft.