Der Chef an der Platte. Nach seinem erfolgreichen Einsatz bei der WM in China hat Schiedsrichter Markus Berger die Olympischen Spiele im Visier.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 01. Juni 2015 (10:15)
Markus Berger
NOEN, privat

Suzhou in China war Austragungsort der Einzel-Weltmeisterschaft im Tischtennis. Und es wurde zum Schauplatz des absoluten Karrierehighlights von Markus Berger. Der 39-jährige Aschbacher ist internationaler Schiedsrichter der höchsten Kategorie und erlebte in China Tischtennisfieber pur.

„Das Turnier wurde von 169 Fernsehstationen weltweit übertragen. Eines meiner Spiele hatte mehr als 700 Millionen Zuschauer“, ist Berger noch immer begeistert von den immensen Dimensionen der Veranstaltung und der enormen Beliebtheit, die der Tischtennissport in China genießt. „Die chinesischen Spieler sind die berühmtesten Sportler des Landes. In China ist man selbst als Schiedsrichter bekannt. Ich wurde öfters um ein Foto gebeten“, schildert der Mostviertler seine Erlebnisse. Seinen Bekanntheitsgrad verdankte Berger vermutlich auch dem Umstand, dass er als Einziger in Halbfinal- und Finalspielen zweimal als Hauptschiedsrichter eingesetzt wurde. Zudem leitete er Begegnungen von allen Spielern, die in der Herren-Weltrangliste unter den Top fünf zu finden sind.

Olympische Spiele als nächstes großes Ziel

Einziger kleiner Wermutstropfen bei diesem Großevent aus Bergers Sicht: Er musste aus beruflichen Gründen bereits vor dem Finaltag die Heimreise antreten.

Die WM in China soll aber keinesfalls das letzte Großereignis in der Schiedsrichterkarriere von Markus Berger bleiben. Der AHS-Lehrer, der seit dem Jahr 2001 als internationaler Schiedsrichter im Einsatz ist und 2013 in den elitären Kreis der „BlueBadge“-Schiedsrichter aufgenommen wurde, hat noch ein ganz großes Ziel: die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 oder 2020.

Bis dahin steht für den Aschbacher „Business as usual“ am Programm. Das heißt, dass er neben seinen internationalen Einsätzen wie auch in den letzten Jahren regelmäßig bei der österreichischen Bundesliga, bei den Staatsmeisterschaften, den Austria Top 10-Turnieren und bei der Championsleague zum Einsatz kommen wird.


Hintergrund

Zur Person:
Name: Markus Berger
Geburtsdatum: 17.9.1975
Wohnort: Aschbach Markt
Familienstand: verheiratet, vier Töchter
Beruf: Lehrer am Stiftsgymnasium Seitenstetten

Die Schiedsrichterkarriere:
Markus Berger ist seit 2001 internationaler Schiedsrichter. 2013 stieg er in die höchste Kategorie auf und wurde „BlueBadge“-Schiedsrichter. Karrierehighlight war die Einzel-WM in Suzhou in China (April/Mai 2015).