Verschenkter Sieg & geplante Niederlage. Gegen Graz gab der VCA eine 2:0-Satzführung noch aus der Hand. Gegen Tirol war erwartungsgemäß nichts zu holen.

Von Ingrid Vogl. Erstellt am 01. Dezember 2014 (10:14)
Standpauke. VCA-Trainer Martin Kop konnte mit der Leistung seines Teams gegen Graz nicht zufrieden sein. Die Amstettner fabrizierten 21 Servicefehler und gaben eine 2:0-Satzführung noch aus der Hand. Foto: Vogl
NOEN, Ingrid Vogl

AVL

Große Kaliber warteten vergangene Woche auf die Amstettner Volleyballer. Mit Graz und Tirol waren am Mittwoch bzw. Samstag der Zweite und der Tabellenführer der höchsten österreichischen Liga zu Gast in der Pölz-Halle.



Gegen die Steirer hatten sich die Mostviertler gute Chancen auf Punkte ausgerechnet, gegen Meister Tirol wollte man vor allem eine gute Leistung bieten. Eventuelle Punkte wären da nur eine willkommene, aber unerwartete Draufgabe gewesen.

AMSTETTEN - GRAZ 2:3. Gegen den Tabellennachbarn aus der Steiermark gingen die Am-stettner höchst motiviert in die Partie. „Wir haben zu Hause in dieser Saison noch kein Spiel verloren und so soll es auch bleiben“, gab Trainer Martin Kop die Marschroute vor. Und zu Beginn sah auch alles danach aus.

Die Amstettner starteten gut in die Partie und hatten den ersten Satz nach 26 Minuten mit 25:17 klar für sich entschieden. Im zweiten Satz drohte die Partie schon zu kippen, die Grazer führten mit 8:4 und 16:14, doch die Amstettner bewiesen Kampfgeist und hatten mit 29:27 doch noch das bessere Ende für sich.

Mit 21 Servicefehlern kann man nicht siegen

Was danach passierte, treibt VCA-Sportdirektor Micha Henschke auch Tage später noch die Zornesröte ins Gesicht.

„Das ist einfach unbegreiflich. Beim Service ist gar nichts mehr gegangen – weder Flatter- noch Sprungservice“, kommentierte er die 21 Servicefehler seiner Mannschaft, die die junge Truppe aus Graz noch auf die Siegerstraße brachten. Angeführt von einem überragenden Zoltan Mozer nutzten die Gäste die Unsicherheit im Amstettner Team und feierten einen letztendlich verdienten Fünfsatzerfolg.

Eine bittere Niederlage für die Amstettner, die nur schwer zu verdauen war. „So angefressen war ich noch nie. In der Konstellation müssen wir die Mannschaft schlagen, das müssen wir einfach nach Hause spielen“, war Henschke stinksauer. „Wir waren schlecht. Graz wusste gar nicht, warum sie an diesem Tag gewonnen haben“, legte der Sportdirektor nach.

AMSTETTEN - TIROL 0:3. Viel Zeit, die Partie gegen Graz zu verdauen, blieb den Amstettnern nicht. Am Samstag stand bereits die nächste Begegnung am Spielplan. Mit Meister Tirol war aber ein Konkurrent zu Gast, gegen den man sich nichts ausrechnete.

„Heute haben wir nichts zu verlieren und dementsprechend soll die Mannschaft auch auftreten“, hatte Trainer Martin Kop eine genaue Vorstellung vom Ablauf dieser Partie im Kopf. Zu sehen bekam er diese aber nicht.

„Hukel hat derzeit kein Selbstvertrauen“

Obwohl die bisher noch ungeschlagenen Tiroler nur mit der zweiten Garde einliefen und Standardaufspieler Gregor Ropret sowie den gefährlichsten Angreifer, Oliver Venno, auf der Bank ließen, zeigten die Amstettner im ersten Satz viel mehr Respekt als notwendig. Die Tiroler machten von Beginn an Druck und dominierten das Match mit Block und Angriff.

Die Amstettner schwächelten hingegen im Angriff. Vor allem Matej Hukel, zuletzt meist Topscorer der Amstettner, war nur ein Schatten seiner selbst.

Vier magere Punkte und eine Angriffsquote von lediglich 17 Prozent waren die gesamte Ausbeute des Diagonalangreifers. „Er hat derzeit kein Selbstvertrauen. Das liegt im Kopf, denn wir wissen ja, was er kann. Das müssen wir analysieren“, erklärte VCA-Sportdirektor Micha Henschke zur schwachen Vorstellung des Slowaken.

In 84 Minuten war die erwartete Niederlage besiegelt und die Erkenntnis gewonnen, dass auch das zweite Tiroler Aufgebot internationale Klasse besitzt.

2. BUNDESLIGA

AMSTETTEN - HOTVOLLEYS 2:3. Vor dem AVL-Schlager gegen Tirol traf das zweite Amstettner Team auf die hotVolleys. Trainer Micha Henschke musste dabei auf einige Stammkräfte verzichten. Vier Akteure fielen krankheitsbedingt aus, Daniel Zeiner lief zwar ein, war nach überstandener Krankheit aber noch nicht völlig fit.

Zu Beginn machten sich die Ausfälle beim Spielstand nicht bemerkbar. Die Amstettner spielten richtig gut und entschieden die ersten beiden Sätze für sich. Im dritten Durchgang standen die Youngsters vor dem Matchgewinn, konnten aber drei Matchbälle nicht verwerten.

„Dann ist ihnen die Luft ausgegangen“, umschrieb Henschke den weiteren Spielverlauf. Im vierten Satz reichte die Kraft der Amstettner noch für 16 Punkte, im Entscheidungssatz nur noch für drei. Henschke: „Schade. Das Spiel müssen wir gewinnen.“