Aufsteiger wird zum Gejagten. Waldhausen und Kottes blieben vorne dran. Drei Bezirksvereine kämpfen im Frühjahr gegen den Abstieg.

Von Mathias Schuster. Erstellt am 25. November 2014 (09:15)
NOEN, Matthias Schuster
Torgarant und Abwehrchef. Manuel Piringer (links) traf für Sallingberg achtmal ins Schwarze, Waldhausens Kapitän Jürgen Boden (rechts) dirigierte die zweitbeste Abwehr der Liga.

SV Waldhausen. Nach einer schwierigen Saison in der Gebietsliga schaffte der Absteiger bald die Abkehr vom Negativtrend – Neo-Spielertrainer Martin Macho jubelte über drei Heimsiege in den ersten vier Runden, lediglich eine Auswärtspleite beim Herbstmeister aus Raabs trübte den erfolgreichen Start. „Zu Beginn haben wir unsere Tore noch gemacht, das war der große Unterschied zu den späteren Spielen“, meinte Macho. Fette Beute machte Waldhausen in weiterer Folge aber nur noch in der Fremde – unter anderem mit Derbysiegen in Kottes (4:0) und Gutenbrunn (1:0) – im eigenen Haus wurden aus vier weiteren Partien nur mehr zwei magere Punkte ergattert.

„Wir waren daheim oft zu ungeduldig, wollten unbedingt das Tor und haben dann das taktische Konzept verlassen. Da fehlt uns noch die Reife“, erklärte der Coach. Auf der Habenseite stehe dafür eine positive Entwicklung im taktischen Bereich: „Wir spielen jetzt viel ruhiger und kontrollierter nach vorne und lassen hinten nicht mehr allzu viele Chancen zu.“ Personelle Veränderungen will Macho indes zwar nicht ausschließen, konkrete Gespräche mit dem Vorstand seien aber noch zu führen.

"Ersten Platz kann man nicht mehr gewinnen"

SCU Kottes. Trotz der Auftaktniederlage bei Absteiger Litschau startete auch in Kottes ein neuer Trainer erfolgreich in die Saison. Rainer Eigner meldete sich mit verjüngter Mannschaft und einem Kantersieg gegen Gastern (5:1) zurück, ließ Derbysiege in Rappottenstein (2:1) und Gutenbrunn (1:0) folgen. Eine unglückliche Punkteteilung gegen Heidenreichstein bildete den Auftakt zum einzigen Durchhänger der Saison, mit klaren Heimpleiten gegen Waldhausen (0:4) und Raabs (0:3).

„Das sind einerseits die härtesten Gegner, andererseits haben wir unsere vielen Ausfälle dann doch nicht mehr kompensieren können“, analysierte Eigner. „Ich habe in 13 Spielen 31 verschiedene Spieler am Blankett stehen gehabt, nur unser Tormann hat immer gespielt.“ Der eindrucksvolle Derbysieg in Sallingberg (7:1) brachte seine Elf wieder auf die Siegerstraße, mit vier weiteren Punkten gegen Pfaffenschlag (3:0) und Nondorf (2:2) wahrte man zumindest den Anschluss zur Verfolgergruppe. Eigner: „Den ersten Platz kann man sowieso nicht mehr gewinnen, den kann Raabs nur mehr verlieren.“

SC Sallingberg. Schwamm darüber – Sektionsleiter Florian Stöcklhuber hakte den durchwachsenen Herbst ab, Schuldzuweisungen gäbe es unter ihm keine. Wohl jedoch Gründe für die fehlende Konstanz: „Beide Legionäre haben zu Beginn noch nicht richtig reingefunden, das ist mit der Zeit immer besser geworden.“ Mit Franz Kremser kam ein weiterer neuer Trainer in die Liga, dieser freute sich über den Auftaktsieg gegen Gutenbrunn, ehe drei Niederlagen die ersten Sorgenfalten zum Vorschein brachten. Ein ständiges Auf und Ab gipfelte zwei Runden vor Schluss im Derby-Debakel und Kremser war wieder Geschichte. Gespräche mit neuen Kandidaten seien im Laufen, so Stöcklhuber, Mut mache auch die Rückkehr von Stammkeeper Daniel Gruber.

"Mannschaft besser, als Tabelle aussagt"

ASV Gutenbrunn. Mit einem versöhnlichen Derbysieg gegen Rappottenstein beendete Gutenbrunn den Herbst. Zuvor wartete man seit fünf Spieltagen auf einen vollen Erfolg, der Ausfall des tschechischen Taktgebers Vlastimil Sadilek warf das Team zusätzlich zurück. „Man hat danach an seinen Toren gesehen, wie wichtig er für uns ist“, sprach Obmann Wolfgang Pecksteiner. Viele Niederlagen seien, so Pecksteiner, sehr knapp ausgefallen, tatsächlich kassierte man vergleichsweise wenig Treffer. „Wir schießen aber selber auch zu wenig Tore, dann reicht oft schon ein blöder Fehler. Die Mannschaft ist sicher besser als es die Tabelle aussagt.“ Bezüglich Transfers hielt sich Pecksteiner bedeckt, ließ jedoch bereits eine mögliche Veränderung durchklingen.

USC Rappottenstein. Die erste Saison in einer höheren Liga bescherte den Rittern den Auftaktsieg in Gastern (5:1) – es sollte der bis dato einzige Erfolg im Herbst bleiben. Eine Niederlagenserie, durchbrochen von zwei Remis gegen Weitra (2:2) und Waldhausen (1:1), spiegelte die Verhältnisse aber nicht genügend wider. Gegen die Macho-Elf war man das überlegene Team, erklärte Trainer Michael Kreuzer – durch ein Freistoßtor kurz vor Schluss sei man dann um den Sieg umgefallen. „Ähnlich wie in Raabs, die gegen uns kein Rezept gefunden haben“, so Kreuzer. „Ein blöder Elfer hat gereicht und wir haben wieder die Köpfe hängen lassen.“ Von der Sinnhaftigkeit möglicher Transfers ist Kreuzer nicht überzeugt: „Wichtiger wäre es, der Mannschaft die Spielfreude wiederzugeben.“