SC Zwettl: Bringt Anderst die Initialzündung?. Mit Neo-Trainer Helmut Anderst will der SC Zwettl endlich wieder den Tabellenkeller verlassen.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 28. November 2018 (05:01)
Maximilian Köpf
Helmut Anderst arbeitete sich mit demSC Amaliendorf kontinuierlich nach oben.Das soll ihm jetzt auch mit dem SC Zwettlgelingen.

Es waren ein lachendes und ein weinendes Auge, die Helmut Andersts Gesicht am Sonntagabend bei seiner Präsentation als Nachfolger von Christian Karl als Trainer des SC Zwettl zierten (meinfussball.at berichtete). Einerseits wehmütig, den SC Amaliendorf zu verlassen, den er in zweieinhalb Jahren zur Spitzenkraft in der 2. Landesliga West formte. Andererseits aber auch glücklich, jetzt den Aufstieg als Trainer in die 1. Landesliga geschafft zu haben.

Dieser erscheint fast logisch. Anderst wurde als Trainer mit St. Martin (2014) und seinem Heimatklub Schwarzenau (2016) Meister, formte den Amaliendorf vom Abstiegs- zum Titelkämpfer. Schon im Sommer galt der Schwarzenauer als heißer Kandidat auf den Zwettler Trainerposten. „Damals gab‘s aber gar keine Gespräche in diese Richtung“, sagt Anderst. In der Vorwoche wurde es dafür umso konkreter.

„Wir werden an einigen Schräubchen drehen, den Kader etwas verändern, dann wird es in die richtige Richtung gehen.“Helmut Andersts Rezept aus dem Tabellenkeller raus

„Wir wollten eine Waldviertler Lösung. Wenn man sich da den Trainermarkt anschaut, kommt man an Helmut nicht vorbei“, sagt Zwettl-Sektionsleiter Harald Resch. „Er hatte überall Erfolg, macht ein gutes Training und ist auf dem neuesten Stand. Zudem gab es bei den seinen Vereinen kaum verletzte Spieler. Das war ein wichtiger Punkt.“

Der einzige Kandidat war Anderst nicht, in tiefgehenden Gesprächen kristallisierte sich aber schnell heraus, dass die Wahl auf den 39-Jährigen fallen werde. „Das ist eine große Chance für mich. Zwettl ist einTop-Klub im Waldviertel“, sagt Anderst, dem es allerdings auch nicht leicht gefallen ist, Amaliendorf zu verlassen. „Es hat mir viel Freude gemacht, ich habe auch viele Freunde gefunden.“

Dass Amaliendorf seinen Erfolgstrainer ziehen ließ, dafür seien die Braustädter dankbar, betont Resch. „Das war sicher keine leichte Entscheidung.“

Für den SCA ist es dennoch ein „herber Schlag ins Gesicht“, wie Obmann Michael Pichler sagte. „Ich verstehe schon, dass Helmut die Chance nutzt. Man kann ihm nur alles Gute wünschen. Aber für uns kam das sehr überraschend. Wir haben uns eigentlich schon Gedanken übers Frühjahr gemacht.“

Gespräche mit Torhütern bereits angelaufen

Beim SCZ läuft die Kaderplanung jetzt richtig an. „Der Coach soll ja dabei mitwirken“, sagt Resch und erneuerte seine Ankündigung, dass kein Spieler einen Persilschein habe. „Das Team könnte locker im Mittelfeld stehen. Es kann nicht sein, dass wir unten herumgrundeln.“

Die Gespräche mit neuen Torhütern laufen bereits. Welche Positionen sonst vakant werden könnten, lässt man offen. „Grundsätzlich passt die Mannschaft. Umsonst haben wir die letzten drei Spiele nicht gewonnen“, betont Resch. „Wir müssen im Frühjahr aber von Anfang an punkten, dürfen uns keine Ausrutscher erlauben.“

Der neue Trainer ist überzeugt, dass den Tabellenkeller hinter sich lassen werde: „Wir werden an Schrauben drehen, den Kader an einigen Stellen verändern, dann wird es in die richtige Richtung gehen.“