SC Zwettl: „Es macht derzeit einen Riesenspaß“. Zwettler nach Derbysieg über Schrems schon auf Rang zwei. Nach Trainings-Pause soll auch Rohrbach besiegt werden.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 15. September 2021 (04:12)
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Nach dem Derbysieg nahmen sich die Zwettler auch Zeit für das Feiern von Freunden und Fans.
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Der SC-Zwettl-Express rollt weiter. Mit dem vierten Sieg im fünften Spiel machten die Braustädter im Waldviertel-Derby vor der stattlichen Kulisse von 900 Zuschauern am Edelhof auch vor dem ASV Schrems nicht Halt. Die Zwettler kletterten damit in der Tabelle auf Rang zwei nach vor, haben nur mehr den Kremser SC vor sich.

Punkte nehmen Druck raus

 „Es macht momentan eine Riesenfreude. Wir haben eine tolle Mannschaft!“, bricht es aus Sportchef Helmut Lamatsch heraus. „Es ist ein tolles Gefühl, wenn du weißt, dass es egal ist, wo du hinfährst, du immer und überall etwas machen kannst.“ Den Blick auf die Tabelle spart er sich derzeit aber noch. „Die sagt jetzt noch nix aus. Aber die 13 Punkte sind natürlich toll, die nehmen wir gerne mit!“ Das nehme Druck raus.

Große Flexibilität

Ähnlich sieht es Trainer Lukas Meisner. „Die Punkte nehmen wir gerne!“, schmunzelt er. „Wir haben uns im vergangenen Jahr sehr viel erarbeitet, können jetzt auch Ausfälle kompensieren, ohne gleich unsere komplette Spielweise ändern zu müssen. Da kommt uns sehr entgegen, dass viele unserer Spieler viele Positionen spielen können, wir damit sehr flexibel sind.“ Ein Beispiel dafür ist Youngster Kilian Bayer, der im Vorbereitungsfinish erstmals als Innenverteidiger aushelfen musste, mittlerweile dort praktisch gesetzt ist.

Luft nach oben ortet Meisner auch noch: bei der Konstanz. „Dass wir über 90 Minuten unser Spiel ohne Durchhänger durchziehen, haben wir noch nicht geschafft. Das liegt auch am kräftezehrenden Spiel mit Pressing und Gegenpressing.“

Noch immer wenig Personal

 „Man darf bei alldem Erfolg nicht vergessen, dass wir noch Personalprobleme haben“, wirft Lamatsch ein. „Beim Match sind erst zwölf Leute aus der Kampfmannschaft verfügbar. Der Rest sind ganz junge Spieler aus der Reserve.“ Dazu muss man aufgrund der Ausländerregel noch zwischen Roman Vávra und Martin Ruda switchen.

Ruda muss aber ohnehin seit zwei Wochen passen, auch David Hagmann war zuletzt krank, andere ziehen seit Wochen Wehwehchen mit. „Einige hanteln sich von Freitag zu Freitag“, erklärt Meisner. „Zu 100 Prozent fit sind nur fünf Leute!“

Vor Rohrbach Intensität runter

 Darauf reagieren die Zwettler jetzt, schrauben diese Woche die Intensität im Training runter, das Dienstagstraining wurde weggespart. „Damit sich die angeschlagenen Spieler auskurieren können, zur Ruhe finden können“, so Meisner. „Dann wollen wir gegen Rohrbach mit neuer Leichtigkeit ans Werk gehen.“

Mit den Rohrbachern kommt am Freitag wieder ein angeschlagener. Nach dem Kaderumbruch im Sommer warten die Mannen von Peter Obritzberger noch auf den ersten Sieg. Das 0:0 in Kottingbrunn vom Wochenende rechnet Meisner eher in der Kategorie „glücklicher Punkt“ ein. „Rohrbach ist eine spielerisch starke Mannschaft, versucht viel übers Zentrum. Aber sie haben einige Schwachstellen“, lässt er sich dann aber noch nicht allzu sehr in die Karten blicken.

Ausfälle auch beim Gegner

Personell wird sich aus Zwettler Sicht noch nicht viel ändern. Gregor Schmidt wird noch kein Thema sein, ein Einsatz von Martin Ruda ist fraglich. Bei Rohrbach, wo Zwettl zuletzt 2018 gewinnen konnte, muss Innenverteidiger Tomas Salata auf die Strafbank, dafür kehrt Hannes Loidolt von seiner Verletzung zurück.

„Zwettl ist der nächste Brocken vor unserer Türe. Ich erwarte ein schweres Spiel, in dem wir verpflichtet sind, alles zu geben“, sagt Rohrbach-Coach Peter Obritzberger.