URW: Bronze als neue Maßgabe. Statt Finale geht‘s für Waldviertel gegen Amstetten um Platz drei. Den will man holen.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 07. April 2021 (02:41)
Daan „The Hammer“ Streutker zeigte in Zwettl gegen Graz auf, beim Entscheidungsspiel in der Steiermark war aber auch bei ihm der Wurm drin.
URW/Franz Atteneder

Am Ende wurde es Amstetten statt Aich/Dob. Nach der bitteren Niederlage im fünften Halbfinalspiel gegen Graz muss URW Waldviertel heuer mit dem Spiel um den dritten Platz vorlieb nehmen. Nach zwei Jahren Finale – und der vorjährigen, überraschenden Einschätzung des Verbandes auf AVL-Rang drei – geht‘s heuer wieder mal „nur“ um die Bronzemedaille.

Die „Best of Three“-Serie wartet aber trotzdem mit einiger Brisanz auf. Gegen Amstetten wird die heurige Saison nämlich mit zumindest zwei, vielleicht sogar drei Niederösterreich-Derbys beendet. Die Statistik spricht eine deutliche Sprache: In den beiden Duellen in der AVL-Top-Runde hatte Waldviertel klar die Nase vorne, gewann beide Duelle. Für Amstetten blieb nur ein Satz.

Der hatte es aber in sich. Beim ersten Aufeinandertreffen im Jänner holten die Mostviertler ganz klar den ersten Satz, ärgerten sich dann grün und blau, dass sie dem nichts folgen ließen und 1:3 unterlagen. Kann VCA an diesen Satz anknüpfen, dann wird es wohl ein spannendes kleines Finale werden.

URW-Waldviertel-Manager Werner Hahn rechnet ohnehin mit fordernden, schweren Spielen: „Wir sind ausgeschieden. Nach so einem Erlebnis haderst du immer etwas. Wir müssen schauen, dass wir die Graz-Spiele aus den Köpfen bekommen, unseren neuen Fokus finden.“ Wie der aussehen soll, ist klar: Die Waldviertler wollen sich die Bronze-Medaille umhängen. Hahn: „Wir wollen unbedingt Dritter werden. Das muss das Ziel sein, wenn du schon im Halbfinale warst…“

Die Personalsituation bleibt indes weiterhin angespannt. Pavel Bartoš macht derzeit der lädierte Knöchel wieder mehr zu schaffen, war im letzten Halbfinalspiel in Graz die meiste Zeit Zuschauer, kam erst im Schlusssatz für Michał Peciakowski aufs Feld. „Wir wollten ihn dann eher schonen, wenn keine Notwendigkeit für einen Einsatz ist. Und Mitch hat gut gespielt, also hat das gepasst“, erklärt Hahn.

Eine kurze Schrecksekunde gab es im dritten Satz auch bei Evangelios Vaiopoulos, der nach einem Block auf dem Ball landete und wieder mit dem bereits lädierten Knöchel umknickte. Er biss in Graz durch. „Abwarten. Aber ich denke, dass es ihn nicht so schlimm erwischt hat, er am Samstag wieder spielen könnte.“

Terminfindung erst Mitte der Woche

Könnte. Denn wann gespielt werden kann, war zu Redaktionsschluss noch nicht zu hundert Prozent sicher. An sich wäre das erste Spiel der Serie für Samstag in Zwettl angesetzt. Allerdings waren Spieler und Trainer des VCA Amstetten nach Corona-Fällen, weshalb schon das dritte Halbfinalspiel gegen Aich/Dob kampflos abgegeben wurde, bis Sonntag in Quarantäne.

Am Ostermontag wurde das Training wieder aufgenommen. Ob das nach zweiwöchiger Pause für die Vorbereitung auf ein Spiel am Samstag reicht, darüber war sich Werner Hahn nicht ganz sicher. Von Amstettner Seite wurde indes bereits signalisiert, dass man spielen will. Eine endgültige Terminisierung der Spiele um den dritten Platz wird es trotzdem erst Mitte der Woche geben.

Muss der Start in die „Best of Three“-Serie verschoben werden, dann droht ein ziemlicher Termin-Engpass – der nicht nur die Waldviertler, sondern die komplette Liga betreffen könnte. Der europäische Volleyball-Verband CEV will nämlich schon mit den Nationalteam-Bewerben beginnen, will dass die Vereine Nationalspieler ab dem 18. April für ihr Nationalteams abstellen.

Von URW-Seite sollte ab dann Pavel Bartoš für Tschechien abgestellt werden, würde bei aktueller Terminisierung bei einem eventuellen dritten Spiel fehlen. „Bei ihm ist zurzeit eh noch nicht sicher, ob er schon spielen kann, weil ihm der Knöchel gerade wieder mehr Probleme macht“, sagt Hahn. „Aber generell könnte das für alle Teams zum Problem werden, die letzten Spiele der Liga noch beeinflussen.“