Reißleine gezogen. Stefanie Schwaiger löste die Spielgemeinschaft mit Lisa Chukwuma auf und will nun mit Barbara Hansel durchstarten.

Von Michael Salzer und Christopher Eckl. Erstellt am 16. September 2014 (11:18)
Die Salzburgerin Barbara Hansel (30) zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Beachvolleyballerinnen. Gemeinsam mit Sara Montagnolli eroberte sie u.a. EM-Silber (2011). Beim bisher einzigen gemeinsamen World Tour-Antritt mit Stefanie Schwaiger im Juli in Gstaad landete das Duo auf Anhieb auf Rang 9.
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Die Zusammenarbeit von Stefanie Schwaiger und Lisa Chukwuma hat nur zwei Monate und sieben Turniere gedauert: Noch vor der Abreise vom CEV-Masters in Baku (Aserbaidschan) wurde das überraschend schnelle Aus der neuen Spielgemeinschaft verkündet.

„Man hat im internationalen Vergleich gesehen, dass bei Lisa noch Einiges fehlt. Mit ihr hätte ich die Qualifikation für Olympia nicht geschafft. Ich muss jetzt auf mich schauen“, erläuterte Stefanie den Hauptgrund für die Trennung von Chukuwuma. Den Zeitpunkt des Partnerinnenwechsels bezeichnet Schwaiger als „gerade noch rechtzeitig“ – in den nächsten eineinhalb Jahren müssen schließlich die Punkte für die Olympia-Quali eingefahren werden. Warum wurde nicht von vornherein auf Barbara Hansel gesetzt? „Das Projekt mit zwei erfahrenen Blockspielerinnen war mir damals zu unsicher. Ich dachte, dass eine junge Spielerin schneller lernt.“

Risiko ist mit Barbara Hansel viel geringer

Im Zuge der Entscheidungsfindung habe auch die demnächst stattfindende Neubewertung des Olympia-Förderkaders eine Rolle gespielt. „Da rauszufallen, wäre für mich fatal. Man kann sich das ganze Projekt dann kaum mehr leisten. Mir ist klar, dass ich jetzt so schnell wie möglich Punkte brauche.“

„Diese Entscheidung hat sich schon abgezeichnet“, erklärte Cheftrainer Martin Laciga. „Ich hätte mir beide Wege vorstellen können – aber mit der routinierten Barbara ist das Risiko eindeutig geringer als mit der jungen Lisa. Mir war von Anfang an klar, dass es schwierig wird, aus Lisa in so kurzer Zeit eine erfolgreiche Beachvolleyballerin zu machen. Das ist jetzt allen Leuten, die das Projekt Rio 2016 unterstützen, klar geworden.“

Jetzt bleibt für das Duo Schwaiger/Hansel nur eine Woche Zeit zur Vorbereitung auf den letzten Grand Slam-Bewerb des Jahres in Sao Paulo (Brasilien). Laciga: „Wir werden diese Woche hauptsächlich am Zuspiel arbeiten. Im taktischen Bereich können wir vorerst noch gar nichts machen.“
 

 

Hintergrund

Die Salzburgerin Barbara Hansel (30) zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Beachvolleyballerinnen. Gemeinsam mit Sara Montagnolli eroberte sie u.a. EM-Silber (2011). Beim bisher einzigen gemeinsamen World Tour-Antritt mit Stefanie Schwaiger im Juli in Gstaad landete das Duo auf Anhieb auf Rang 9.

Von 1. Jänner 2015 bis 12. Juni 2016 können Punkte fürs Olympic Ranking gesammelt werden. In die Wertung kommen maximal zwölf Ergebnisse aus WM, EM und World Tour. Insgesamt dürfen 24 Beach-Teams in Rio aufschlagen.

Nach dem Grand Slam in Sao Paulo finden heuer noch Open-Turniere in China, Argentinien, Indien und Südafrika statt.

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