Turbulentes Jahr. Stefanie Schwaiger blickt auf eine Saison mit vielen Tiefpunkten und wenigen Lichtblicken zurück.

Von Christopher Eckl und Michael Salzer. Erstellt am 21. Oktober 2014 (09:43)
Stefanie Schwaiger blickt auf eine Saison mit vielen Tiefpunkten und wenigen Lichtblicken zurück.
NOEN, Getty Images for FIVB

„So eine anstrengende Saison hatte ich noch nie“, gab Stefanie Schwaiger im Rahmen ihrer persönlichen Jahresbilanz zu. Kein Wunder: 2014 war für die Europameisterin das Jahr des großen Umbruchs.

Nach der langen Vorbereitung und während des CEV-Bewerbes in Baden gab ihre Schwester Doris überraschend den Rücktritt vom Leistungssport bekannt. „Es kam für alle unerwartet und zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt“, erklärte Vater und Manager Manfred Schwaiger. „Aber es war nichts zu machen, die Oberschenkel-Muskulatur hat einfach nicht mehr mitgespielt.“ Beim letzten gemeinsamen Turnier in Baden wiederholten die Schwaiger-Sisters ihren Erfolg vom Vorjahr – für Stefanie sollte es der einzige sportliche Höhepunkt im Jahr 2014 bleiben. Nach einer kurzen Auszeit und einem Intermezzo mit Barbara Hansel entschied sich die jüngere Schwaiger-Schwester für eine Fortsetzung der Karriere mit Lisa Chukwuma.

Zeit mit Chukwuma hätte nicht gereicht

Doch aufgrund der bescheidenen Turnierbilanz (siehe Infobox) zog die zweifache Olympia-Fünfte im September die Reißleine und ging eine neue Tour-Partnerschaft mit Barbara Hansel ein. „Talent allein reicht nicht für ein erfolgreiches Projekt Rio 2016“, sagte Manfred Schwaiger dazu. „Die Zeit wäre viel zu kurz gewesen, um die nötige Routine zu sammeln.“

Die ersten Auftritte mit Hansel in Brasilien und China verliefen noch nicht ganz nach Wunsch, am Ende standen zwei 17. Plätze. Steffi: „Da habe ich gemerkt, dass mein Kopf leer ist, ich nur mehr die halbe Energie habe.“

Ein Monat Trainingspause soll nun dazu dienen, die Batterien aufzuladen. Danach startet ein zwölfwöchiger Kraft-Ausdauer-Block, im Jänner wird mit dem Beach-Training begonnen – an Stefanies großem Ziel haben nämlich die Turbulenzen des Jahres 2014 nichts geändert: „Ich will in Rio 2016 eine Medaille, sehe auch eine realistische Chance. Ansonsten würde ich mir das alles nicht antun.“


Hintergrund

  • Die Schwaiger-Sisters bestritten 2014 bis zum Rücktritt von Doris nur zwei gemeinsame Turniere: Beim FIVB-Open in Prag erreichten die Schwestern den vierten Rang, beim CEV-Masters in Baden feierten sie einen Heimsieg.

  • Bei sechs internationalen Antritten mit Partnerin Lisa Chukwuma erreichte Stefanie Schwaiger zwei Mal Platz neun auf der CEV-Tour, auf der FIVB-Tour kam das Gespann jedoch nie über Rang 25 hinaus.

  • Derzeit liegt das Team Hansel/Schwaiger mit 780 Punkten auf Rang 95 des FIVB Season Rankings. Vorrangiges Ziel ist es nun, so schnell wie möglich die nötigen Punkte zu sammeln, um nicht mehr in der Qualifikation der World Tour-Bewerbe antreten zu müssen.