Auch nächstes Spiel der URW Waldviertel wackelt. Nach ACH Volley droht auch Kamnik als Gegner für URW auszufallen. In Slowenien gibt es keine Coronakonzepte.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 28. Oktober 2020 (02:48)
Manager Werner Hahn undTrainer Zdenek Smejkal bangen um das nächste Heimspiel.
B. Dangl

Egal, ob das Heimspiel gegen Kamnik stattfinden kann oder nicht. Die Tribüne wird in der Zwettler Stadthalle voraussichtlich so oder so leer bleiben müssen.
NOEN

Die Corona-Pandemie hat jetzt auch den Spitzen-Volleyball wieder voll erwischt. Neben den Sicherheitsvorkehrungen, die ohnehin schon seit Saisonbeginn vorgeschrieben sind, gibt es jetzt auch erste Infektionen.

Beim für Sonntag angesagten Gegner ACH Volley Ljubljana fiel die halbe Mannschaft wegen Infektionen mit dem Coronavirus aus – das Match in der Zwettler Stadthalle musste abgesagt werden. Jetzt wackelt aber auch das nächste Heimspiel Calcit Kamnik am Samstag.

Sonderlob für den ÖVV

Denn während im österreichischen Sport der richtige Umgang mit Corona seit dem Neustart im Sommer ein Riesenthema ist, Veranstaltungskonzepte die Regel sind, gibt es so etwas in Tschechien, Slowenien und der Slowakei nicht.

„Die haben sich darüber überhaupt keine Gedanken gemacht. Jetzt steht dort alles“, sagt URW-Manager Werner Hahn. „Da muss ich den ÖVV wirklich loben, der sich zeitgerecht Gedanken über den Sport in Coronazeiten gemacht hat und das alles auch mustergültig vorbereitet hat. Wir sind da anderen Ländern einen Schritt voraus. Mit unseren Konzepten können wir hier noch Sport betreiben, anderswo geht nichts mehr.“

Wird Sloweniens Reisewarnung zum Verhängnis?

Spezielles Problem beim Heimspiel gegen Calcit Kamnik: Slowenien hat vorige Woche eine Reisewarnung für Österreich ausgegeben. Ein- und Ausreise dorthin gibt es also nur mit einem negativen Coronatest. „Anscheinend ist der in entsprechenden Mengen, um ein Volleyballteam samt Betreuerstab bei Ein- und Ausreise testen zu können, in Slowenien sehr schwer zu bekommen“, schildert Hahn.

Egal, ob das Heimspiel gegen Kamnik stattfinden kann oder nicht. Die Tribüne wird in der Zwettler Stadthalle voraussichtlich so oder so leer bleiben müssen.
URW Waldviertel

Eine Entscheidung, ob gespielt werden kann, soll bis Mitte der Woche fallen. „Die Gespräche werden sich noch ein paar Tage ziehen“, sagte Hahn am Nationalfeiertag.

Kann Kamnik tatsächlich nicht die erforderlichen Maßnahmen setzen, um nach Österreich einreisen zu können, würde das Spiel wohl 3:0 für die Nordmänner strafverifiziert werden. „Anders ist die Situation natürlich, wenn es infizierte Spieler gibt“, erklärt Hahn.

Nachtragstermine im dichten Kalender kaum zu finden

Dann bräuchte es einen weiteren Nachtragstermin. Was im engen Terminkalender eine große Herausforderung werden würde. Schon das Spiel gegen Ljubljana nachzutragen, wird schwierig. „Der Terminkalender ist bis Februar voll, ab jetzt dann mit zwei Spielen pro Woche. Wo soll man das Spiel reinzwicken?“, fragt sich Hahn.

Mitte der Woche gibt es Gespräche mit der MEVZA. „Ich bin gespannt, wie der mitteleuropäische Verband reagiert. Es wird wohl nur so gehen, dass wir einmal drei Spiele pro Woche machen müssen. Oder Ljubljana verzichtet, weil sie sich denken, dass sie die Liga auch so gewinnen…“ Wenn schon ein Nachtragsspiel solche Terminschwierigkeiten hervorruft, kann man sich vorstellen, wie schwierig es wird, zwei Spiele reinzuzwicken.

Der europäische Volleyballsport blickt aktuell auf Österreich. Coronakonzepte wie hierzulande gibt es, wie eingangs erwähnt sonst kaum wo. „Damit können wir aber in Österreich und auch international noch weiterspielen“, sagt Hahn. „Auch wenn der Aufwand groß ist.“

Budweiser schauten beim Test ganz genau hin

Deshalb informierten sich die Budweiser Volleyballer am Sonntag beim kurzfristig eingeschobenen Test auch ganz genau, wie das hierzulande mit MNS-Masken, Zugangsbeschränkungen, Coronatests etc. abläuft. Wie man in Tschechien künftig den Sport weiterhin betreibe könnte.

Bei unseren Nachbarn ist nämlich der Sport seit Wochen abgedreht (schon vor dem am vorigen Donnerstag ausgerufenen Lockdown). Top-Klub Jihostroj České Budějovice nutzte deshalb die Möglichkeit, dass auch URW Waldviertel zwangshalber spielfrei war, für ein Testspiel.

„Wir waren froh, dass sich diese Möglichkeit ergeben hat, damit wir im Rhythmus bleiben“, sagt Hahn. „Da ist es toll, dass es mit Budweis in der Nähe einen solchen Top-Klub gibt. Das ist nochmal eine andere Welt, die haben ein Millionen-Budget. Sie spielen auch nicht gegen jeden. Das ist schon ein Privileg, dass sie nach Zwettl kommen. Natürlich hat unser Trainer Zdenek Smejkal Kontakte, aber sie wissen auch, dass hier alles passt, sich jeder im Spiel voll reinhaut.“

Das Spiel wurde dennoch zu einer klaren Angelegenheit für die Gäste, die 3:0 gewannen. „Wir haben uns aber ganz gut geschlagen“, beschreibt Hahn. „Aus solchen Spielen nimmst du ohnehin immer etwas mit.“

Mit dem Virus leben lernen

Die Nordmänner hoffen jedenfalls, nicht noch eine Woche ohne Bewerbsspiel verstreichen lassen zu müssen. „Unser oberstes Ziel ist es, zu spielen. Wir müssen das beste aus der Situation machen“, meint Hahn.

Das sei auch, mit dem Virus leben zu lernen. „Einfach weggehen wird Corona nicht. Es wird uns künftig begleiten. Und wir müssen schauen, dass wir die Strukturen so ausrichten, damit wir weiterhin unseren Sport betreiben können.“