„Einige können mehr“. SC Zwettl / Neo-Trainer Frantisek Cipro erzählt im NÖN-Gespräch vom Karriere-Höhepunkt und erklärt seine Philosophie.

Erstellt am 01. Oktober 2013 (04:49)
NOEN, Salzer
Beim SC Zwettl „operiert“ jetzt ein echter Doktor an der Outlinie: Der ausgebildete Jurist Frantisek Cipro (links, mit Ronald Eigner) holte beim großen Derby in Waidhofen/Thaya gleich seinen ersten Punkt als SCZ- Coach.
Von Michael Salzer
NOEN, Salzer
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NÖN: Sie haben eine lange Karriere als Profi-Spieler und Trainer hinter sich. Was war der absolute Höhepunkt?

Frantisek Cipro: Die UEFA-Cup-Spiele als Trainer bei Slavia Prag (Anm.: 1996). Im Viertelfinale haben wir den AS Roma geschlagen, sind dann im Halbfinale gegen Bordeaux – mit Leuten wie Zidane oder Lizarazu – ausgeschieden.

Ihre neue Mannschaft, den SC Zwettl, haben Sie bislang gegen Würmla und Waidhofen gesehen. Wie lautet die erste Diagnose?
Ich habe da schon einige Fußballer gesehen, die mehr können als Landesliga.

Das heißt, die Mannschaft hätte aus Ihrer Sicht das Potenzial, um ganz vorne mitzuspielen?
Naja, ich habe nicht die ganze Mannschaft gemeint, sondern manche Spieler. Natürlich gibt es ein Leistungsgefälle innerhalb des Teams, aber das ist ja überall so.

Als Spieler waren Sie ein Defensiv-Allrounder. Wie sieht ihre Fußball-Philosophie als Trainer aus? Welche Grundwerte wollen Sie der Mannschaft vermitteln?
Erstens: In der Kabine soll eine gute Atmosphäre herrschen. Natürlich lege ich großen Wert auf eine stabile Abwehr. Noch wichtiger ist mir aber, dass wir den Zuschauern schönen, offensiven Fußball zeigen.

Wie lange läuft ihr Vertrag beim SC Zwettl?
Nur bis Jahresende, dann schauen wir weiter.

Haben Sie schon konkrete Ziele definiert? Welchen Tabellenplatz wollen Sie bis dahin erreichen? Wieviele Punkte wollen Sie holen?
Wir wollen in die Tabellenmitte, optimal wäre Platz sechs.

Beim SC Zwettl gibt’s schon seit Jahren keinen echten Torjäger mehr. Werden Sie einen aus Tschechien holen?
Darüber können wir im Winter reden…

Sie sind Doktor der Rechtswissenschaft, haben aber nie in diesem Bereich gearbeitet. Würden Sie das rückblickend anders machen?
Nein, der Fußball ist wie eine Droge, von der ich nie losgekommen bin. Die Arbeit, das Mitleben mit den jungen Leuten, das macht großen Spaß und hält mich jung.