"Will hundert Prozent Leistung zeigen". Der tschechische Altstar Vaclav Kolousek sprach mit der NÖN über seinen Sensations-Transfer zum SV Weitra.

Von Michael Salzer. Erstellt am 11. Februar 2015 (06:24)
NOEN, Michael Salzer
Der SV Weitra hat sein junges Team auf drei Positionen verstärkt: Neo-Trainer Lucjan Wojtanowicz und Sektionsleiter Thomas Gattringer (re.) mit Verteidiger Jürgen Hackl sowie den routinierten Mittelfeldspielern Vaclav Kolousek und Karl-Heinz Fessl (von links).

NÖN: Mit dem Wechsel zu Weitra ist Ihre lange Profi-Karriere zu Ende gegangen. Wo hatten Sie Ihre schönste bzw. sportlich erfolgreichste Zeit?
Vaclav Kolousek: Der Meistertitel mit US Salernitana in der Serie B war schon etwas Besonderes (Anm.: der italienische Traditionsklub ist 1997/98 nach über 60 Jahren wieder in die höchste italienische Spielklasse aufgestiegen). Der tschechische Meistertitel mit Slovan Liberec war auch ein schönes Erlebnis. Ich hatte Glück, weil überall gute Trainer waren.

Sie sind 38 Jahre alt. Wie schätzen Sie Ihre aktuelle Leistungsstärke selbst ein?
Kolousek: Ich glaube schon, dass meine Pässe noch immer ganz gut ankommen. Ansonsten bin ich ein bisschen langsamer geworden, daher konzentriere ich mich voll auf die Standardsituationen (lacht).

Welche Ziele streben Sie mit dem SV Weitra an?
Kolousek: Das kann ich noch nicht sagen, weil ich die Liga nicht kenne. Grundsätzlich will ich in jedem Match hundert Prozent Leistung zeigen und gewinnen, aber auch Spaß am Fußball haben.

Wie kam es zum Wechsel ins Waldviertel, von der zweithöchsten Liga in Tschechien zur siebenten Leistungsstufe Österreichs?
Kolousek: Die Entscheidung, dass ich nicht mehr bei Jihlava spielen kann, ist Ende Jänner, also ziemlich spät, gefallen. Der Kontakt zu Weitra kam zufällig über einen Fanklub von Wacker Innsbruck zustande. Das Angebot habe ich nach kurzer Bedenkzeit angenommen. Ich wollte nicht in der dritten oder vierten Liga in Tschechien spielen, denn dort hätte ich wieder drei Mal pro Woche trainieren müssen. Hier komme ich am Freitag zum Training und spiele am Samstag oder Sonntag – das geht sich zeitlich gut aus.

Wofür brauchen Sie mehr Zeit? Welchen Beruf streben Sie nach dem Profifußball an?
Kolousek: Ich will Trainer werden, absolviere bis zum Sommer die A-Lizenz-Prüfung. Die darf ich machen, weil ich mehr als 150 Einsätze in der Bundesliga habe. Derzeit bin ich schon Co-Trainer bei der zweiten Mannschaft von Jihlava.

Und nach der Prüfung wollen Sie Cheftrainer werden?
Kolousek: Nein, dafür habe ich keine Ambitionen. Denn es gibt zu viele Leute, die bei der Aufstellung mitreden wollen. Diesen Stress möchte ich mir ersparen. Ich will lieber in Ruhe mit jungen Spielern arbeiten.