Heiße Duelle an der Spitze. 26. Zwettler Stadtlauf | Die schnellsten von über 700 Startern hießen Andreas Silberbauer und Cornelia Krapfenbauer.

Von Christopher Eckl. Erstellt am 24. Juni 2014 (11:14)
NOEN, Salzer
Hochklassig und spannend. Wolfgang Hiller (li.) gegen Andreas Silberbauer hieß das rassige Laufduell an der Spitze des 26. Zwettler Stadtlaufs. Erst in der letzten von vier Runden gelang es dem jungen Horner, seinen hartnäckigen Konkurrenten aus Krems entscheidend abzuschütteln.
Die 26. Auflage des Zwettler Stadtlaufs entwickelte sich zum Nachmittag der großen Zweikämpfe. Der erste dieser Art spielte sich hoch über den insgesamt 730 gestarteten Laufbegeisterten ab: Sonne und Regenwolken neutralisierten sich im gemeinsamen Duell, dies ergab nahezu perfektes Sportwetter – der Grundstein für packende läuferische Auseinandersetzungen am Zwettler Boden.

Im Hauptlauf setzten sich vom Start weg zwei Athleten an die Spitze: Andreas Silberbauer (ULC Horn) und Wolfgang Hiller (ULV Krems). Nachdem die beiden Kontrahenten über drei Runden Schulter an Schulter gelaufen waren, fiel die Entscheidung am abschüssigen Teil der vierten und letzten Schleife. Hiller, nach dem Sieg in Waidhofen in der Vorwoche vollgepumpt mit Selbstvertrauen, erhöhte zuerst das Tempo.

Streckenrekord fiel  nur ganz knapp nicht

„Ich habe gewusst, wenn ich abreißen lasse, habe ich keine Chance mehr. Dann weiß er genau, dass er stärker ist“, schilderte Silberbauer, der den Kampf mit Hiller aufnahm. Rund eineinhalb Kilometer vor dem Ziel startete er eine Attacke, bei der er Hiller abhängte. Nach 8680 Metern erreichte der NÖ-Landesmeister über 10.000 Meter das Ziel in einer Zeit von 28:36 Minuten und feierte mit zwölf Sekunden Vorsprung auf Hiller seinen zweiten Erfolg in Zwettl. „Der Sieg heuer ist aber noch schöner als vor zwei Jahren“, bilanzierte der Buchberger. „Heuer war es ein verdammt schnelles Rennen, ich habe eine viel bessere Leistung gebracht als damals.“

Hinter den beiden „Streithähnen“ Silberbauer und Hiller liefen lange Zeit Jürgen Hable aus Georgenberg/Wild und Christoph Laister direkt gegeneinander um den dritten Platz am Stockerl. Der für den ULC Horn startende Hable, Sieger des letztjährigen Stadtlaufs, hatte dabei das bessere Ende für sich. Mit Platz drei sorgte er dafür, dass Familie Hable das Rennen mit noch mehr „Silberware“ verlassen durfte – sein Bruder Daniel hatte kurz davor seinen Vorjahressieg im Hobbylauf verteidigt. Der schnellste Läufer des SC Zwickl hieß Alexander Bichl. Der Zwettler landete auf Rang elf und wurde nach dem Rennen in gewohnter Manier in Bier aufgewogen.

„Sportlich hat mich der Dreifachsieg unserer Damen am meisten gefreut.“ Markus Assfall, Leiter des Organisationsteams

Bei den Damen zog Lokalmatadorin Conny Krapfenbauer scheinbar einsam an der Spitze ihre Bahnen. Auch sie lieferte sich aber ein Sekundenduell, nämlich eines der virtuellen Art. Im Kampf um einen neuen Streckenrekord galt die Zeit von Irmi Kubicka aus dem Vorjahr als Gradmesser. „Ich habe immer auf der Zielgeraden den Streckensprecher (Anm.: Gerhard Eichinger) gehört, der durchgesagt hat, wie weit ich vor dem Rekord liege. Am Ende hat’s knapp nicht gereicht, das macht aber auch nichts“, resümierte die Marathon-Staatsmeisterin.

Mit einer Zeit von 34:04 Minuten verpasste sie den neuen Rekord, wie bereits in der Vorwoche in Waidhofen, um lächerliche fünf Sekunden. Auch dahinter leuchtete das blaue Lauftrikot des SC Zwickl Zwettl auf: Zwei Runden lang zeichnete sich ein Duell zwischen Anna Holzmann und Silvia Kolm um Rang zwei ab. Dann suchte Holzmann die Entscheidung und überquerte die Ziellinie am Ende 51 Sekunden vor Kolm.

Chef-Organisator Markus Assfall vom SC Zwickl Zwettl dankte den zahlreichen Helfern und Sponsoren, zog eine zufriedene Gesamtbilanz: „Die Teilnehmerzahl ist zwar leicht rückläufig, dafür hatten wir bei den Nachwuchsläufen ein Rekordfeld. Sportlich hat mich der Dreifachsieg unserer Damen am meisten gefreut.“