Eishockey: Hurricanes Zwettl legen eine Pause ein

Letzter W4-Klub im Liga-Betrieb musste Nennung für Landesliga zurückziehen – zu wenige Spieler. Comeback aber geplant.

Erstellt am 01. Dezember 2021 | 02:56
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Der Lockdown hat zwar die gerade erst begonnene Eishockey-Saison ohnehin unterbrochen. In der letzten Eishockey-Bastion des Waldviertels, in Zwettl, werden in dieser Saison aber so oder so keine Pucks übers Eis fliegen. Nach großer Hoffnung auf den Neustart im Sommer mussten die Zwettler Hurricanes die Nennung für die Landesliga knapp vor Saisonstart wieder zurückziehen.

„Wir hätten nur zwischen sechs und acht Spielern fix bei jedem Match gehabt. So brauchst du nicht in eine Meisterschaft starten“, seufzt Hurricanes-Obmann Karl Kuchelbacher. Im Sommer sah die Situation noch sehr gut, dass nach einem Jahr pandemiebedingter Meisterschaftspause wieder Eishockey in Zwettl gespielt werden kann.

Die Euphorie war groß. „Ich habe die Spieler durchtelefoniert, hatte eine große Mannschaft beisammen. Dann waren wir beim ersten Training nur fünf Leute“, schildert Kuchelbacher. Aus zeitlichen Gründen standen einige Spieler doch nicht immer zur Verfügung. Die 2G-Regel strich dann noch weitere Spieler aus der Kaderliste für die heurige Saison.

Ein Problem sei auch, dass Spieler nicht mehr für zwei Verbände spielen dürfen. „Ich hätte etliche Spieler, die in Wien bei einem Verein spielen und auch bei uns mitspielen wollen würden. Aber das erlaubt der niederösterreichische Verband nicht mehr“, so Kuchelbacher. „Auch Legionäre müssen in Österreich arbeiten und seit mindestens zwei Jahren hier wohnen. Da wird‘s schwierig…“

Und dann schwelgt der Hurricanes-Obmann in Erinnerungen an die Waldviertler Hockey League, eine Hobbyliga, in der um die Jahrtausend-Wende zeitweise sechs Teams aus den vier Waldviertler Bezirken vertreten: die Hurricanes, die Göpfritz Bulldogs, die Garser Pinguins, zwei Waidhofner Teams (Eisbären und Stockenten) sowie die Woodquarter Ice Warriors (Gemeinschaft von Alt-Kickern aus dem Raum Schrems, Heidenreichstein und Kirchberg).

„Das war eine schöne Zeit. Ich bin mit den Vereinen heute noch in Kontakt“, sagt Kuchelbacher. „Die Teams waren alle hier von uns, da ist das Interesse größer und die Wege sind auch nicht so weit.“ Ein weiterer Pluspunkt der Hobbyliga sei das doch niedrigere Niveau als in der Landesliga und besonders die geringere Spielhärte gewesen. „Die Spieler müssen alle am Montag wieder arbeiten gehen und nicht jeder Chef hat Verständnis dafür, dass sich sein Mitarbeiter am Wochenende beim Eishockey verletzt“, gibt Kuchelbacher zu bedenken. „Eine Hobbyliga wär‘s wieder. Vielleicht ergibt sich wieder einmal etwas. Da wäre auch der Einstieg für Neulinge leichter.“

Wie realistisch eine Renaissance der Waldviertler Hockey League ist, lässt sich allerdings alleine schon am Infrastruktur-Angebot erahnen. Mit Zwettl und Gars gibt es nur mehr zwei Kunsteisbahnen, seit jene in Waidhofen vor Jahren zusperren musste. Und für Natureis sind die Waldviertler Winter nicht mehr so zuverlässig wie früher einmal.

Derweil bleibt für die Zwettler Hurricanes nur die Hoffnung auf nächste Saison – vielleicht in Kooperation mit einem anderen Verein. Neben den Garser Pinguins, die seit einigen Jahren wieder Freundschaftsspiele absolvieren, sind heuer die Wild Hogs Hollabrunn wieder in den Liga-Betrieb eingestiegen (3. Wiener Liga). „Wir stehen in Kontakt mit anderen Vereinen. Aber die Landesliga wollen sich die meisten nicht antun“, sagt Kuchelbacher.

Eishockey in Zwettl wird es in diesem Winter also nur bei Trainings geben. Die sollen wie auch die Nachwuchs-Trainings nach Ende des Lockdowns wieder aufgenommen werden. „Im Nachwuchs läuft es ziemlich gut, die Trainings kommen gut an“, berichtet Kuchelbacher. Auf lange Sicht von der Jugendarbeit zu zehren ist aber schwierig, weil wenige Spieler übrig bleiben. „Wir kämpfen wie alle anderen Sportarten damit, dass viele Jugendliche ab einem gewissen Alter für Ausbildung oder Arbeit weg müssen, für Eishockey keine Zeit bleibt. Aber die Nachwuchsarbeit ist trotzdem sehr wichtig, sonst bekommst du irgendwann gar keine Spieler mehr nach.“