In fünf Jahren Meister?. Neue Strukturen, neue Spieler, neues System – die Union Waldviertel will mit Trainer Zdenek Smejkal mit einem Fünf-Jahres-Plan an die Spitze der Austrian Volley League.

Von Maximilian Köpf. Erstellt am 13. September 2017 (03:12)
NOEN, privat
Werner Hahn ist Manager der Union Raiffeisen Waldviertel.

Nach vier Woche Trockentraining stand am vergangenen Wochenende das Vorbereitungsturnier auf dem Programm. Gegen Amstetten und Ostrava absolvierte die Union Raiffeisen Waldviertel erfolgreiche Tests.

„Wir stehen am Beginn der Entwicklung“, plaudert Sportchef Werner Hahn am Rande einer Trainingseinheit in der Zwettler Stadthalle aus dem Nahkästchen. Einer Entwicklung an deren Ende die Nordmänner um den Meistertitel der Austrian Volley League mitspielen wollen. Der Zeitplan dafür? Fünf Jahre!

„Smejk versteht

Volleyball. Er hat eine Spielidee und weiß diese auch gut weiterzugeben.“URW-Manager Werner Hahn über Trainer Zdenek Smejkal

Eben deshalb wurde auch die Zusammenarbeit mit dem tschechischen Trainerfuchs Zdenek Smejkal bereits im Vorhinein auf diesen Zeitraum angesetzt. „Die Idee dafür ist gewachsen, als ‚Smejk‘ uns voriges Jahr als Trainer ausgeholfen hat“, erklärt Hahn. „Die Zeit bis jetzt haben wir gebraucht, um die geeigneten Strukturen und Bedingungen zu schaffen.“

Insgesamt ist alles noch einmal professioneller geworden. Alleine das Betreuerteam wurde um Athletik- und Mentaltrainer sowie Physios erweitert. Dazu wurde die erste Mannschaft so aufgestellt, dass immer zwölf Spieler beim Training sind. Essenziell, wie Hahn betont: „Alle absoluten Spitzenteams trainieren mit zwölf Spielern. Das ist der beste Weg, um die Entwicklung voranzutreiben.“

Generationenwechsel wird forciert

Dafür werden neben den Neuzugängen Ernest Plizga und Pavel Bartos vor allem Talente aus der U19 hochgezogen – dauerhaft wird heuer Christopher Hahn (17) zu den „Großen“ stoßen. „Mitch Peciakowski und Rudi Boff machen im Nachwuchsbereich einen guten Job. Zeit, dass die Talente ihre Chance bekommen“, so Hahn.

Der Kader ist nämlich dünn. „Wir haben eine gute Mischung aus jungen und arrivierten Spielern, aber nur zwölf, die fix AVL spielen, ideal wären 14“, erklärt Hahn, dem im Sommer fünf Abgänge Kopfzerbrechen machten. Hafsteinn Valdimarsson, John Tyler Scheerhorn, Maciej Madej, Nico Layr und überraschend Simon Hasenauer, die es beide aus beruflichen Gründen wegzog, verabschiedeten sich.

Ziel ist für die Nordmänner aber ohnehin nicht der schnelle Erfolg, sondern die stetige Entwicklung. „Wir treiben den Generationswechsel voran“, betont Hahn. „Es ist wichtig, dass wir jetzt die Basis für künftige Erfolge legen. Smejk hat eine Idee, wie er spielen will. Er versteht Volleyball und hat auch die Gabe, dieses Wissen weiterzugeben.“ Der Tscheche will das Spiel schnell machen, mit viel Druck am Service agieren.

Umstellung funktioniert gut

Die Umstellung funktioniert bisher sehr gut. „Es ist viel vom neuen System zu erkennen. Klar passieren noch Fehler, aber das ist normal, wenn du schnell spielst“, sagt Hahn. „Bis ein neues Spielsystem geschaffen ist, bis die geeigneten Spieler gefunden und entwickelt sind, das braucht Zeit. Darum haben wir schon im Vorhinein einen Fünf-Jahres-Plan anvisiert.“

Heuer liegt man in der Vorbereitung voll im Plansoll, wie der URW-Manager betont: „In den nächsten zwei bis drei Wochen liegt der Schwer- punkt darauf, Schnelligkeit ins Spiel und Druck aufs Service zu bringen.“

Es geht in die heiße Phase der Vorbereitung. Nach den ersten Tests in Zwettl geht‘s am kommenden Wochenende nach Zlin, dann nach Ostrava. Und dann wartet schon das MEVZA-Heimturnier von 29. September bis 1. Oktober. Zielsetzung für die erste Teilnahme an der Mitteleuropa-Meisterschaft? Hahn: „Wir wollen natürlich gut spielen, werden uns reinhauen. Priorität hat aber die Meisterschaft. Da sind die Top vier wieder unser Anspruch!“ Am 11. Oktober geht’s los – mit dem NÖ-Derby gegen Amstetten.