Paralympics-Ass Claudia Lösch gab Rücktritt bekannt. Die zweifache Paralympics-Siegerin und achtfache Weltmeisterin Claudia Lösch aus Neupölla (29) zog einen Schlussstrich unter ihre erfolgreiche Ski-Karriere.

Von Bernd Dangl. Update am 26. September 2018 (08:12)
APA (Archiv/AFP)
Claudia Lösch holte neun Paralympics-Medaillen

Nach der Rückkehr von den Paralympics in Pyeongchang ließ Claudia Lösch ihre Zukunft noch offen, schloss eine Fortsetzung ihrer sportlichen Laufbahn im WM-Winter nicht aus. Nun zog die 29-jährige aus Neupölla aber einen endgültigen Schlussstrich unter ihre so erfolgreiche Karriere. „Ich habe lange mit mir selbst gerungen – aber ich werde die kommende Saison nicht mehr in Angriff nehmen.“

Die nächsten Paralympics 2022 in Peking hätten sie ohnehin nicht mehr interessiert. Und zwar auch aus „politischen Gründen“. „Nach den Erfahrungen von Sotschi 2014 war für mich, klar, dass ich mich nicht mehr für ein derartig fragwürdiges Projekt zur Verfügung stellen werde.“ Generell ist Lösch derzeit von den Verbänden frustriert. Daher auch der Rückzug vor dem WM-Winter. „Hauptgrund ist das absolut unprofessionelle Verhalten des IPC (Anm.: International Paralympic Committee), dass den Schweizer WM-Veranstalter St. Moritz vergrault hat und bis jetzt nicht fähig war, einen brauchbaren Rennkalender geschweige denn eine bestätigte WM auf die Beine zu stellen.“ Aber auch nationaler Ebene wäre zuletzt nicht alles friktionsfrei abgelaufen. Ungeklärte Finanzierungsfragen sowie eine langwierige Prozedur bei Betreuer-Nachbesetzungen ärgerten Lösch sehr.

„All das zusammen ergab für mich einfach ein Paket, das mir sämtliche Motivation genommen hat, mich noch einmal so richtig zu engagieren und sämtliche Energiereserven zu investieren. Und ohne vollen Einsatz hat Spitzensport einfach keinen Sinn.“

Wie geht‘s nun weiter mit der Waldviertlerin? Dem Sport bleibt sie auf jeden Fall verbunden. Anfang September hat Lösch ein sechsmonatiges Praktikum bei der „Olympiaworld Innsbruck“ begonnen.