Laufcup in Gefahr?. Zwei große Stützen im Organisationsteam des W4-Cups treten leiser, nun müssen Alternativen gefunden werden.

Von Petra Suchy und Christopher Eckl. Erstellt am 22. Juli 2014 (11:19)
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Zur Halbzeit des diesjährigen Waldviertel-Cups macht sich das Team des LC Waldviertel ernste Gedanken um die Zukunft der Laufserie.

Organisatorisch hängt die Cup-Abwicklung wesentlich von zwei Personen ab: Herbert Stadlmann und Rudi Cerny. LC-Obmann Michael Schiffer bestätigt, dass beide bei der jüngsten Vorstandssitzung bekannt gaben, nach vielen Jahren nun etwas leiser treten zu wollen. „Für beide ist es ein relativ großer Arbeitsaufwand, der zur selbstverständlichen Routine geworden ist. Rudi macht mittlerweile bei jedem Cuplauf die Zeitnehmung. Wir denken nun über Alternativen nach.“

Entschieden sei de facto noch nichts. Wenn sich aus der heimischen Läuferschaft aber keine neuen Kräfte finden, die organisatorische Verantwortung übernehmen wollen, überlegt man eine Schlankheitskur. Schiffer: „Wir informieren alle Laufveranstalter. Jeder soll sagen, was ihm der Cup bedeutet.“

Der Zwettler Stadtlauf ist nicht in Gefahr

Aus Sicht des LC Waldviertel könne er sich etwa vorstellen, auf die Folder, einen Hauptsponsor und die Schlussveranstaltung zu verzichten, dafür eine vereinfachte Wertung anzubieten und geringere Cupbeiträge zu verlangen.

Arnold Kainz, der Obmann des SC Zwickl Zwettl, rechnet trotz der Rochaden nicht mit einem Ende der Laufserie: „Wenn die beiden aufhören, werden wir Alternativen finden. Die Vereine sind da kreativ.“ Sollte der Waldviertel-Cup wider Erwarten keine Zukunft haben, würde das trotzdem nicht das Aus für den Zwettler Stadtlauf bedeuten. „Wenn die Vereine die Zeitnehmung selbst organisieren müssen, könnte aber der eine oder andere kleinere Lauf wegfallen“, schließt Kainz eine abgespeckte Serie nicht aus.

Eine Lösung für das Zeitnehmungs-Problem wäre ein Chipsystem. Laut Schiffer denkt der Dachverein aber nicht über eine Anschaffung nach: „Das wäre kein solcher Quantensprung, wie man es vermutet, und nur bei großen Läufen wie Gmünd oder Waidhofen sinnvoll.“
 

Hintergrund

Geschichte des W4-Cups:

Der Waldviertel-Cup wird heuer 25! Was 1989 noch als Einzelbewerbe für Insider begann, entwickelte sich schnell zum Volkslauf-Event für Freizeitsportler. Der erste Cuplauf wurde am 1. Mai 1990 in Weitersfeld gestartet (28 Finisher). Volksläufe gab es auch davor schon in Horn oder Krems. Für regelmäßige und größere Wettkämpfe mussten laufaffine Waldviertler aber weiter anreisen.

Die Cup-Serie wird am kommenden Samstag, nach fünfwöchiger Halbzeitpause, mit dem Echsenbacher Kirtagslauf fortgesetzt. Ab 16.15 Uhr starten die Nachwuchsbewerbe. Zwei Runden zu 2,6km sind für Hobbyläufer (Start: 17.30 Uhr) reserviert, ehe um 18.15 Uhr die Hauptläufer über fünf Runden (6,5km) starten. Für Sprinter, Jux- und Vielläufer gibt’s ab 19.15 Uhr noch einen Staffellauf – in der Viererstaffel zu je 1,3km muss mindestens eine Frau mitmachen.